DLM 92 Weißwasser


Bericht erschienen in den Bremer Schachmusikanten (Anm. des BSJ-TL: Nachfolgend der Bericht über die Deutsche Ländermeisterschaft für Jugendmannschaften, laut dem offiziellen DSJ-Abkürzungsverzeichnis Synonym für die DLM. Dieses Jahr in Weißwasser (Oberlausitz), leider ohne Bremer Betreuer, da lange nicht feststand, ob die DLM nun stattfindet oder nicht. Der Bericht ist übrigens weder zensiert noch gekürzt, alles ist original von den Autoren. Nicht-Basketball-Fans sei gesagt, alles was sie nicht verstehen, hat vermutlich in diesem dem Schach nicht sehr ähnlichen Sport seinen Ursprung.)

Das Dream-Team, Alois-Josef und Richard
oder am Anfang war der Röslsprung

Bremsen quietschten. Eine Tür wurde aufgerissen. Rösl sprang, stolperte, fing sich, spurtete los. Es war 1545, Berlin. Verzweifelt suchten wir, Christian Schmidt, Torsten Hölscher, Arnd Lauber, Henning Sander, Christian Lankenau und die Kultfigur des Bremer Schachs Richard Rösler, den um 1546 abfahrenden Zug nach Weißwasser, wo vom 14. - 21.11. die diesjährige DLM ausgetragen werden sollte.

Nun 1422, eine Woche später, im Zug irgendwo zwischen Berlin und Hannover, blicken wir auf Richards Glanzleistungen zurück.

Doch zuerst zum Wettkampf Bremen - Hessen, in dem Magic Lankenau, Alois Josef und Sir Hölscher während der Partie remisierten, Madman Lauber kunstvoll den wandelnden Punkt um denselben erleichterte, während Richard wegen Konzentrationsschwäche gegen das einzig teilnehmende Mädchen seine Partie weder gewann noch einen halben Punkt verbuchte. Air Schmidt brauchte bis zum Morgen des nächsten Tages, um seine Partie zu gewinnen. Durch den unerwarteten Sieg motiviert, bügelten wir Berlin und spielten gegen Niedersachsen drei zu drei.

Diesen Punktgewinn verdanken wir einem feinen Spielzug Rösls, der die gegnerische Dame gewann (in Insiderkreisen auch Familienschach genannt).

In der vierten Runde spielte an Tisch neun Brandenburg I gegen Brandenburg II fünf zu eins.

Die fünfte und sechste Runde wurde zu einem internationalen Vergleich: Bayern II wurde mit drei zu drei vom Brett gefegt. Die anschließende Analyse mußte wegen Verständigungsmangel allerdings ausfallen. Im zweiten Duell gegen die Lederhosen vergaben gleich mehrere Spieler den Sieg. Bemerkenswert ist noch, daß, nachdem Josef Alois Sander zweimal gegen seine Landsleute verloren hatte, sich größere Mengen Geldes in seinen Taschen befanden.

Die siebte Runde begann mit Verspätung, da einer der Alm-Íhis erst am Mittag des darauffolgenden Tages einsah, daß er gegen Air-Schmidt nicht gewinnen konnte.

Nach diesen zwei Teilerfolgen befand sich das Dream-Team auf dem vierten Platz. Doch widrige Verhältnisse (Wetter, vergifteter O-Saft, 108 kleine schwarze Springer und schließlich die Umstellung auf nationale Gegner) ließen das unmögliche Geschehen: kurz vor dem Gesamtsieg sicherte sich Magic mit einem Remis den nicht vergebenen Brettpreis und vergab mit Mithilfe zweier Bremer die letzten zwei nötigen Punkte, um die oben erwähnte Spitzenplazierung zu erreichen. Wir exekutieren!

Berichterstatter: das im Bericht namentlich gemachte Dream - Team

(Anm. d. TL: sogar der 2. Platz war noch möglich, zum Schluß wurde daraus der Zehnte.)

Einzelergebnisse:

  • Schmidt : gut (vor allem team-konform)
  • Hölscher : blind, aber glücklich
  • Arnd : geht so
  • Josef Alois : zu langsam
  • Christian : total banane
  • Rösl : Ó la Kasparov

Rösler, Richard 1535 (2535?) - Hajdusepp, Joseph 1900 DLM 1992 KEZ AAdW
Leider überließ Richard uns seine Partie nicht, wir können daher nur die spannende Eröffnungsphase mit seinen damaligen Originalkommentaren [RR] aus dem Kopf wiedergeben.

[Textkopie]

(Rogozenko ist Richards Name auf Bulgarisch)

Unglücklicherweise wich Richards Gegner hier von den Theoriezügen 15. ... f5 oder 15. ... Tc8 ab. Nach 16. Dg4?! Lxg4! (die Pointe !) endete die Partie mit Remis im 67. Zug.

Das Dream Team


 

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© 2000 Bremer Schachjugend. Letzte Änderung: 31.03.2000
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