Notizen zur Herbsttagung der DSJ vom 11. Juli 1992


Es waren Mitglieder der französichen sowie der neiderländischen Schachjugenden eingeladen.

1. Situation des Schachsports in Frankreich

1.1 Mannschaftsmeisterschaften

Die Französische Jugendliga besteht aus 12 Mannschaften aus verschiedenen französischen Städten. 4 Mannschaften steigen jedes Jahr ab, aus den Regionalstaffeln steigen 4 Mannschaften auf.

Spielsystem:
  • 4 Mannschaften zusammen: 3 Runden im November
  • 6 Mannschaften zusammen: 3 Runden Weihnachten
  • 12 Mannschaften zusammen 5 Runden Ostern
zentral ausgetragen

Bedenkzeit:
U16 / U14 / U12 1 Partie 2 Stunden
U10 2 Partien 1 Stunde
Unterbau:
8x8er Regionalstaffeln

1.2 Allgemeines

Der Jahresetat des französischen Jugendschachs beträgt 15 000 FF bis 20 000 FF (d.h. 4 500 bis 6 000 DM). Vom Staat wird der Schachbund mit 18 000 DM bezuschußt. Der französische Sportbund gewährt keine Zuschüsse, da Schach nicht allgemein als Sport anerkannt ist. In Elsaß-Lothringen ist es allerdings inzwischen anerkannt worden. Es gibt keine eigene Schachjugendföderation. Außerdem gibt es keine Unterteilung nach Mädchen und Jungen.

Mitglieder:
Senioren:	12 000
Junioren:	18 000
Gesamt:	30 000

1.3 Einzelmeisterschaften

Es wird jeweils eine EM U20, U18, U16, U14, U12, U10 und U8 ausgetragen. Der Sieger der EM kommt zur Weltmeisterschaft, der Vizemeister kommt zur Europameisterschaft.

1.4 Schul- / Anfängerschach

Es werden viele regionale Turniere gespielt. Sonnabendnachmittags finden Anfängerturniere statt. Den Teilnehmern wird freigestellt, ob sie kommen oder nicht. Für jedes mitgespielte Turnier bekommt man ein Feld des Schachbretts voll. Wer das Brett voll hat, bekommt einen Preis.

Gelehrt wird das Schach von Anfang an: erst werden die Bauern aufs Brett gestellt, und dann immer mehr Figuren., bis alle da sind.

2. Situation des Schachsports in den Niederlanden

In der niederländischen Jugendliga wird an nur vier Brettern gespielt. Dieses geschieht auch teilweise aus ökonomischen Gründen, da oftmals nur ein Auto zur Verfügung steht. Es wird in den Altersklassen U20, U16 und U12 gespielt, wobei die U12er 2 Partien spielen. Die niederländische Jugendliga geht über zwei Jahre. Im ersten Jahr qualifizieren sich die Mannschaften regional, im nächsten wird national gespielt. Es gibt ebenfalls keine Unterteilung nach männlich und weiblich.

Das Schulschach wird über eine holländische Bank gefördert. Der Schachbund hat nicht sehr viel Geld. Die WM / EM - Teilnehmer müssen manchmal die Fahrtkosten selber tragen.

Die Meister der Altersklassen kommen zur Europa- und zur Weltmeisterschaft. In der Altersklasse U20 entscheidet eine Komission darüber.
Die EM wird in den Altersklassen U20, U18, U16, U14 mit 16 Teilnehmern gespielt, die EM U12 / U10 mit 60 Teilnehmern. An der U12 / U10 nehmen Mädchen und Jungen zusammen teil, es muß aus jeder Provinz mindestens ein Mädchen mitspielen.

Die Meisterschaften finden Ostern bis Ende Mai statt.

Zu den WM und EM U10 werden keine Teilnehmer geschickt - zu jung.

3. Allgemeines

  • In Sachsen können die Spieler U11 bis zur Bezirksebene auch ohne Spielerpaß mitspielen. U9 dürfen sie auch oberhalb der Bezirksebene mitspielen.
  • Die DLM w 1992 findet in Schweinsfurt statt.
  • Es wird über die Versicherungsfrage Schulschachgruppen diskutiert. Sind sie mitversichert oder nicht ? - Es gibt unterschiedliche Regelungen.
  • In manchen Landesverbänden gibt es Zuschüsse pro Mitglied (im Osten). Hamburgs Mitgliederzahl ist klein, da viele Jugendliche nur in der Schulmannschaft organisiert sind. Bis zur Hamburger Jugendliga keine Paßpflicht, da auch Jugendmannschaften mitspielen dürfen.
  • Zur TaSi 1992 fehlen noch Trainer: Honorar: DM 200,- Übernachtung und Mahlzeiten sind kostenlos. Kontaktperson: Hermann Krauss
  • nächste Herbsttagung der DSJ: 17. bis 19. September 1993 in Baden (wahrsch. Karlsruhe)

Gustaf Mossakowski, 11.07.1992, 02.09.1992


 

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