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Die Bedeutung der allgemeinen Jugendarbeit für die Deutsche Schachjugend

von Regina Büchle, Referat zur Klausurtagung der DSJ-Kommission 2000, 24.-27. Juli 1993, Bonn

1. Einführung

Eigenständige Sportjugenden, die einen funktionierenden Jugendvorstand (-ausschuß), eigene finanzielle Mittel und eine Jugendordnung haben, sind als freie Träger der Jugendhilfe nach § 75 Kinder- und Jugendhilfegesetz anerkannt. Sie werden vom Bund durch Bundesjugendplanmittel und auf Landes- und Kreisebene durch Landesjugendplanmittel gefördert.
Die Deutsche Schachjugend (DSJ) ist eine eigenständige Sport-Jugend wie viele ihrer Unterorganisationen.

2. Bedeutung des Themenbereichs

Durch die Anerkennung als freier Träger der Jugendhilfe erwachsen Aufgaben, die die Sportjugenden und so auch die Schachjugenden im Bereich der allgemeinen Jugendarbeit übernehmen müssen, neben der sicherlich wichtigen sportlichen Jugendarbeit.
Die Jugendhilfe soll die Entwicklung junger Menschen fördern und diese zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten erziehen. Es soll an den Interessen junger Menschen angeknüpft werden. Sie sollen zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement angeregt und hingeführt werden (nach §§ 1, 11 KJHG).

3. Ist-Zustand

Was bedeuten die genannten abstrakten Aufgabenbereiche nun für die Arbeit der DSJ?
Neben der Durchführung des Spielbetriebes und der Förderung des Leistungsschachs (Kader-Förderung) gab es bisher nicht allzu viele Ansatzpunkte der DSJ in der über die schachliche (sportliche) Arbeit hinausgehenden Jugendarbeit.
Ansatzpunkte waren sicher der Versuch einer Beteiligung durch die DSJ am Bundesjugendtreffen der Deutschen Sportjugend 1991 in Ratzeburg, das zentrale Angebot von Ferienfreizeiten für Schach-Kinder und -Jugendliche und die Forderung nach einem Rahmenprogramm bei Kinder- und Jugendturnieren der DSJ.
Wichtig wäre es nun, ein durchgängiges Konzept zu entwerfen und dieses dann auch wirklich in die Praxis umzusetzen.

4. Kurzfristige/langfristige Ideen

Die DSJ als Dachorganisation aller Schachjugendverbände ist bei der Umsetzung von Ideen auf ihre Unterverbände angewiesen. Sie sollte Anstöße für die Landesverbände und Vereine durch die Sammlung und Veröffentlichung von Beispielen der allgemeinen Jugendarbeit aus Vereinen und Verbänden in Form von Dokumentationen und Presseartikeln geben. Dafür sollte zunächst eine Zusammenstellung der Erfahrungen der Landesverbände erfolgen.
Modellmaßnahmen einzelner Bezirke/Landesverbände sollten durch finanzielle Mittel und Werbematerialien unterstützt werden. Die DSJ sollte vor allem als Koordinator und Informationsstelle aktiv sein.

Die meisten der Ideen zur höheren Gewichtung der allgemeinen Jugendarbeit sind sicher sofort umsetzbar, falls sie entsprechend begleitet werden. Hier könnte die Geschäftsstelle federführend aktiv werden!

5. Kosten für die DSJ und die Landesverbände

Da die DSJ einen hauptamtlichen Mitarbeiter hat, sollte dieser auch am besten eine Kosten-Analyse erstellen können. Er sollte in enger Zusammenarbeit mit denjenigen arbeiten, die ein längerfristiges Konzept zur Einbeziehung von allgemeiner Jugendarbeit in die DSJ-Arbeit entwerfen.

Zuletzt aktualisiert am 08.04.2002. Erstellt für die Deutsche Schachjugend. Copyright © 1993 Regina Büchle / Deutsche Schachjugend. Kontakt: gustaf@koenige.org oder www.schach-bremen.de