Konzept DSJ 2000

Die Deutsche Schachjugend ist die Jugendorganisation des Deutschen Schachbundes. Sie kümmert sich um die Pflege und Verbreitung des Schachspiels im Jugendbereich der Bundesrepublik Deutschland.
Die Schachjugend ist Teil der Deutschen Sportbewegung, sie ist Mitglied der Deutschen Sportjugend. Damit verpflichtet sie sich zu den Grundsätzen des Deutschen Sports.
Die DSJ sieht ihre Schwerpunkte nicht nur in der schachsportlichen Jugendarbeit, sondern zählt auch die Allgemeine Jugendarbeit, soziales Engagement und Bildungsangebote zu ihren Aufgabenfeldern.
Die Deutsche Schachjugend vertritt innerhalb der Deutschen Jugendsportbewegung die sportfachliche Ausrichtung. Überwiegend liegen die Aktivitäten im schachsportlichen Bereich.

I. Die schachsportliche Arbeit

Zur schachlichen Arbeit gehören der Spielbetrieb und der Leistungssport.
Der Spielbetrieb ist Klammer und Zusammenhalt der Jugend auf allen Ebenen, von den Vereinen bis hin zu den Deutschen Meisterschaften. Mit der Leistungssportarbeit wird hingegen gezielt ein kleiner Ausschnitt des gesamten Jugendspektrums der Deutschen Schachjugend angesprochen. Diese Arbeit hat eine große Ausstrahlung auf Jugendliche außerhalb und innerhalb der Deutschen Schachjugend.
Der Spielbetrieb ist ein Angebot vor allem für die Arbeit der Vereine, der Schulen, für alle Ebenen der Landesverbände. Im Spitzenbereich, bei den älteren Jahrgängen, gehen der Spielbetrieb und der Leistungssportbereich ineinander über. Dies drückt sich in der Austragungsform und der Finanzierung der Meisterschaften aus. Der Spielbetrieb ist auch eine Grundlage für den Leistungssportbereich, indem er der Talentsichtung und Talentfindung dient.

Die Deutsche Schachjugend baut ihren Spielbetrieb pyramidenförmig auf. Dies bedeutet, daß die jüngeren Altersklassen ein breites Angebot mit großen Starterfeldern erhalten, welches sich für höhere Altersklassen leistungsorientiert zuspitzt. Dieser Aufbau gilt gleichermaßen für den weiblichen und den männlichen Bereich. Dabei ist die Deutsche Schachjugend bestrebt, Mädchen und Jungen gemeinsam zu fördern.

Die Deutsche Schachjugend spezialisiert sich bei der Leistungssportförderung auf eine Auswahl von talentierten Jugendlichen. Diese fördert sie intensiv mit Trainingsmaßnahmen und Wettkampfangeboten im In- und Ausland. Diese Förderung erstreckt sich gleichberechtigt auf die weibliche und männliche Leistungsspitze.

Die Länder bilden mit ihren Meisterschaften und ihrer Kaderförderung den Unterbau für den Spielbetrieb und für den Leistungsbereich der Deutschen Schachjugend. Getreu dem föderativen Gedanken haben die Landesverbänden die Möglichkeiten der individuellen Ausgestaltung des Spielbetriebes. Die Ausnutzung dieser Möglichkeiten durch die Länder nutzt dem Jugendschach in Deutschland durch die Vielfalt der Spielformen. Im Leistungssport hingegen wird eine einheitliche Ausrichtung der Arbeit angestrebt.

II. Allgemeine Jugendarbeit, Mitarbeiterqualifizierung und Öffentlichkeitsarbeit

In den Vereinen der Deutschen Schachjugend sammeln sich auch viele Kinder und Jugendliche, die nicht leistungsorientiert Schach spielen wollen. Um diese auf Dauer an die Vereine zu binden, müssen die Vereine mehr als einen interessanten und vielfältigen Spielbetrieb anbieten.

Vielmehr suchen viele Kinder und Jugendliche hauptsächlich eine Anbindung an Gleichgesinnte. Es geht ihnen weniger um den ehrgeizig betriebenen sportlichen Fortschritt als um das Gemeinschaftserlebnis und die geistige Herausforderung des Schachspiels.

Diese Jugendlichen haben für einen gut funktionierenden Verein die gleiche Bedeutung wie die leistungssportorientierten und den intensiv schachspielenden Jugendlichen.

Die Deutsche Schachjugend sieht es als ihre Aufgabe an, die Vereine für umfassende Jugendarbeit zu motivieren und sie dabei zu unterstützen.

Die DSJ zählt daher die Allgemeine Jugendarbeit, die Mitarbeiterqualifizierung und die Öffentlichkeitsarbeit zu ihren Arbeitsgebieten.

Im Zentrum der Arbeit der Deutschen Schachjugend stehen der Verein und die Schulschachgruppe. Ihnen soll in ihrer täglichen Arbeit mit den Jugendlichen geholfen werden. Dazu werden deren ehrenamtliche Mitarbeiter geschult und ausgebildet. Hilfestellungen und Ideen werden mittels Broschüren und Lehrgängen angeboten.

Auch den Mitarbeitern der übrigen Organisationsstufen der Deutschen Schachjugend wird die Möglichkeit zur Aus- und Weiterbildung gegeben. Dieses Angebot erstreckt sich auf alle Arbeitsgebiete, unter anderem den Spielbetrieb, die Öffentlichkeitsarbeit, die Trainingsarbeit, die Allgemeine Jugendarbeit und die Organisation des Vereinsalltages.

Der Begriff »Allgemeine Jugendarbeit« umfaßt ein großes Spektrum unterschiedlicher Aufgaben und Betätigungsfelder. Die Gesellschaft hat den in ihr tätigen Jugendorganisationen einen Bildungsauftrag gegeben. Auch die Aufgaben eines Sportfachverbands in seiner Jugendarbeit gehen über die fachsportliche Ausbildung hinaus. Er hat die Verpflichtung, die ihm anvertrauten Kinder und Jugendlichen zu demokratischen, eigenständig und verantwortungsvoll denkenden Mitgliedern der Gesellschaft zu erziehen.

Dazu gehört das politische Wort der Deutschen Schachjugend bei jugendrelevanten öffentlichen Themen ebenso wie internationale Jugendbegegnungen über den reinen Wettkampf hinaus mit dem Ziel der Völkerverständigung. Dazu gehören genauso die soziale Arbeit mit Randgruppen der Gesellschaft, wie auch die Durchführung gemeinschaftsfördernder Veranstaltungen durch die Deutsche Schachjugend.

Ein Sportverband ist ein aus vielen Einzelteilen zusammengefügter Zweckverband, der nach innen wie nach außen über die Öffentlichkeitsarbeit als Ganzes dargestellt und verbunden wird. Die Deutsche Schachjugend hat dafür eigene Informationswege nach innen geschaffen und baut diese aus. Sie bietet einen Informationsaustausch innerhalb der Organisation an und gleichzeitig Hilfestellung für die verschiedenen Ebenen.

Der Öffentlichkeitsbereich wirkt gleichzeitig aber auch durch verschiedene Werbemaßnahmen und ein einheitliches Erscheinungsbild nach außen, wodurch die verschiedenen Organisationsstufen der Deutschen Schachjugend als ein Ganzes auftreten.

Die Deutsche Schachjugend arbeitet auf den Gebieten der Mitarbeiterqualifizierung, der allgemeinen Jugendarbeit und der Öffentlichkeitsarbeit eng mit anderen Organisationen zusammen, vor allem mit der Deutschen Sportjugend.

III. Schulschach

Die Pflege und Verbreitung des Schachs und die Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen, die beiden Schwerpunkte der Deutschen Schachjugend, werden im Schulschach besonders gut verbunden. Die Deutsche Schachjugend stellt sich die Förderung des Schachspiels an Schulen als zentrale Aufgabe.

Schach entwickelt und fördert Denkstrukturen, wie sie im alltäglichen Leben, in Schule und Beruf täglich vom Menschen abgefordert werden. Schach schult und entwickelt das räumliche Denken wie das systematische Denken und verbindet sich daher ideal mit den Aufgaben der Schulpädagogik. Deshalb hat es sich die Deutsche Schachjugend zum Ziel gesetzt, das Schachspiel im Zusammenspiel mit den Lehrern an allen Schulen zu verbreiten.

Bei der Schacharbeit an den Schulen steht nicht der Leistungsgedanke im Vordergrund - diese Aufgabengebiete decken die Schachvereine ab - sondern hauptsächlich das Wecken von Spaß und Freude am Schachspiel. Dazu gehört auch das Heranführen der Schülerinnen und Schüler an Schach als einen Wettkampfsport.

Die Deutsche Schachjugend hat es sich zusätzlich zur Aufgabe gemacht, das Zusammenwirken von Schule und Verein zu fördern. Trotz unterschiedlicher Akzente ergänzen sich beide, weshalb eine intensive Zusammenarbeit von Schule und Verein zweckmäßig und sinnvoll ist.

IV. Organisation

Die DSJ ist föderativ und demokratisch aufgebaut. 17 Landesverbände, jeder mit einem eigenständigen Unterbau, bilden gemeinsam die Deutsche Schachjugend.

Die Landesverbände wählen auf der Jugendversammlung, dem höchsten Gremium, den Vorstand der Deutschen Schachjugend, der aus zehn Ämtern besteht:

  1. Vorsitzende(r),
  2. stellv. Vorsitzende(r),
  3. Finanzreferent(in),
  4. Mädchenreferent(in),
  5. Referent(in) für Allgemeine Jugendarbeit,
  6. Referent(in) für Mitarbeiterqualifikation,
  7. Referent(in) für Öffentlichkeitsarbeit,
  8. Referent(in) für Schulschach,
  9. Spielleiter(in),
  10. Referent(in) für Leistungssport.

Der Vorstand wird bei der Bewältigung seiner Aufgaben in den einzelnen Aufgabengebieten durch Arbeitskreise (AK) unterstützt. Die Referenten unter den Ziffern 5 - 10 sind gleichzeitig Vorsitzende des entsprechenden AKs. Die von den Landesschachjugenden gewählten AK-Vorsitzenden schlagen die Mitglieder der Arbeitskreise vor, die dann vom Vorstand berufen werden. Die Landesverbände sind berechtigt, Vorschläge für die Besetzung der AKs zu machen.

Die Landesschachjugenden legen auf der Jugendversammlung die Politik und die Arbeit der DSJ in den verschiedenen Aufgabengebieten fest. Dies geschieht über die Wahl des Vorstandes, durch das Verabschieden des Etats, durch das Befinden über die Anträge und über Diskussionen der vorgelegten Vorstandsberichte und der Jahresarbeit.

Innerhalb des Vorstand bearbeitet der geschäftsführende Vorstand die anfallende Tagesarbeit. Der geschäftsführende Vorstand umfaßt die folgenden Ämter:

  1. Vorsitzende(r),
  2. stellv. Vorsitzende(r),
  3. Finanzreferent(in).

Der Deutschen Schachjugend steht zur Erfüllung aller Aufgaben ein Geschäftsführer innerhalb der Geschäftsstelle des Deutschen Schachbundes zur Seite. Er nimmt beratend an den Sitzungen des Vorstandes, des geschäftsführenden Vorstandes, der Jugendversammlung und anderer Gremien teil; gleichzeitig kann er aber auch in einzelnen Arbeitskreisen mit Sitz und Stimme mitwirken.

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