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Mitarbeiterqualifizierung

von Bernhard Gibis, Referat zur Klausurtagung der DSJ-Kommission 2000, 24.-27. Juli 1993, Bonn

1. Kurze Einführung in das Thema

Die Ansprüche der »Sportkonsumenten« haben sich in den letzten 15 - 20 Jahren geändert - gefragt ist mehr das Unterhaltenwerden als das eigene Engagement und zunehmend weniger die Bereitschaft, selbst organisatorisch tätig zu werden. Natürlich nicht ohne Folgen für die Sportorganisatoren: Immer weniger Funktionäre müssen eine steigende und in ihrem Spektrum breiter werdende Aufgabenflut bewältigen. Dieses Mehr an Arbeit und die Konfrontation mit neuen Themengebieten (z. B. EDV, Freizeit-Breitensport, Integration von Behinderten, Aussiedlern, Ausländern etc.) erfordert ein höheren Maß an Mitarbeiterqualifikation in allen Sportbereichen als dies bisher nötig war.

2. Bedeutung des Themenbereiches für die DSJ - Ziele für die DSJ

Für die Schachjugend hat diese Thematik besondere Brisanz: In der Konkurrenz mit professionellen Sportanbietern in einem ohnehin heiß umkämpften Jugendfreizeitmarkt (ich erwähne z. B. nur Gameboy!) ist ein effizienteres Anbieten des »Produktes« Schach nötig, was mit einem besseren Verkauf sprich Öffentlichkeitsarbeit, besserem Produkt sprich geeigneter, zeitgemäßer Spielform und adäquat ausgebildeten Mitarbeitern in einer funktionierenden Organisationsstruktur (vielleicht?) erreicht werden könnte. Einer der wesentlichen Punkte ist hierbei die Mitarbeiterqualifikation, die es als Bestandteil der Aufgaben der DSJ bisher noch nicht gibt. Die Schaffung eines Angebotes zur Ausbildung von Mitarbeitern, und dies nicht nur im Bereich Spielbetrieb, wird Aufgabe auch der Kommission 2000 sein. Viele Aspekte betreffen nicht nur die Schachjugend alleine (z. B. Finanzen: Probleme des Sponsorings, Art der Haushaltserstellung, Steuern etc.) sondern sind auch in anderen Jugendverbänden relevante Themen und könnten zusammen mit diesen erarbeitet werden.

3. Ist-Zustand (Kurzkritik) - Ausblick

Die Geschichte der DSJ brachte es mit sich, daß der Bereich Mitarbeiterqualifikation bisher eher ein Schattendasein geführt hat: Im Mittelpunkt stand und steht im Prinzip heute noch die Organisation und Durchführung des Spielbetriebes. In diesem Bereich wurde auch schon ziemlich früh ein relativ hohes Maß an Ausbildung für die betreffenden Mitarbeiter verlangt und erreicht, so zum Beispiel in der Trainerausbildung, was aber auch eine Vorgabe durch den DSB und nicht die DSJ selbst war. In Bereichen wie Öffentlichkeitsarbeit, Finanzen, Freizeit- und Breitensport waren schon immer entweder die zufällige berufliche Qualifikation oder die hoffentlich vorhandenen autodidaktischen Fähigkeiten des jeweiligen Mitarbeiters ausschlaggebend, wie oder ob er überhaupt seinen Job ausfüllt. Gerade der den Spielbetrieb nicht betreffende Teil der Schachjugendarbeit hat aber den größten Wandel erfahren und bedarf der Führung durch entsprechend ausgebildete Mitarbeiter, gerade hier ist ein entsprechendes Ausbildungsangebot notwendig. Der Deutsche Sportbund hat hier schon frühzeitig reagiert: Neben der Übungsleiterausbildung für den sportlichen Teil gibt es eine Organisationsleiterausbildung, die Themenkomplexe wie Marketing, Betriebsorganisation, Vereinsrecht, Finanzen, Steuern, Versicherungen, Werbung etc. umfaßt. Schachspezifische Angebote für diese Problemkreise existieren meines Wissens dafür noch nicht und sollten erarbeitet werden.

4. Ideen

Folgende Punkte sollten dabei m. E. in Angriff genommen werden:

4a. kurzfristige Maßnahmen

4b. langfristige Maßnahmen

5. Kosten für die DSJ bzw. für die Landesverbände

Nun zur lausigen Kostenfrage: Das Mitnutzen schon vorhandener Lehrgangsangebote anderer Jugendverbände dürfte finanzierbar sein, zumal dann, wenn der entsprechende Funktionär wie so oft auch noch für seinen Landesverband tätig ist und dieser die Weiterbildung mit fördert. Das Einrichten schachspezifischer Lehrgänge dürfte mit Lehrmaterial und Referenten teuer kommen, da das aus der Taufe heben solcher Veranstaltungen m.E. noch mindestens 2 Jahre dauern dürfte, stellt sich die Frage der Finanzierung nicht unmittelbar. Da diese Lehrgänge dann auch für Mitarbeiter der Landesverbände angelegt sein sollten, liegt eine Mischfinanzierung DSJ/Landesverbände nahe. Über öffentliche Quellen, die wir da anzapfen könnten, weiß sicherlich Jörg besser Bescheid!

Zuletzt aktualisiert am 08.04.2002. Erstellt für die Deutsche Schachjugend. Copyright © 1993 Bernhard Gibis / Deutsche Schachjugend. Kontakt: gustaf@koenige.org oder www.schach-bremen.de