Konzept zur Allgemeinen Jugendarbeit

(verabschiedet vom Vorstand der Deutschen Schachjugend 1997)

Struktur

Der Bereich Allgemeine Jugendarbeit wird federführend vom Referenten für Allgemeine Jugendarbeit bearbeitet. Da es aber thematisch oft zu Berührungspunkten und Überschneidungen mit anderen Arbeitsfeldern kommt, ist eine Koordination innerhalb des Vorstandes nötig geworden.

Ab sofort werden alle Arbeiten, die im näheren und entfernteren Zusammenhang mit dem Bereich Allgemeine Jugendarbeit stehen, vom Referenten für Allgemeine Jugendarbeit koordiniert und zusammengefaßt, um verstärkt ämterübergreifendes Arbeiten zu ermöglichen.

Zusätzlich wird, um die eigenständige Bedeutung der Allgemeinen Jugendarbeit hervorzuheben, dieser Bereich als III. Säule der DSJ bezeichnet neben den Säulen Spielbetrieb/Leistungssport und Schulschach, auf die im »Konzept DSJ 2000« intensiv eingegangen wird.

An der III. Säule der DSJ arbeiten gemeinsam die Bereiche

Die Arbeit wird unterstützt durch

Langfristig soll erreicht werden, daß dem Referenten für Allgemeine Jugendarbeit ein Arbeitskreis zur Seite gestellt wird, der aus mindestens vier weiteren Mitgliedern neben dem Vorsitzenden bestehen sollte.

Die an der III. Säule arbeitenden Vorstandsmitglieder haben mit Unterstützung des Hamburger Schachjugendbundes die Arbeitsfelder abgesteckt und Projekte und Themenschwerpunkte festgelegt.

Schon im »Konzept DSJ 2000« ist deutlich gemacht worden, daß für diese Arbeitsfelder langfristig Etatmittel zur Verfügung gestellt werden müssen.

An einigen Projekten wird derzeit konkret gearbeitet, alle Projekte und Themenvorschläge sollen 1997 auf einem Workshop zusammen mit den Landesverbänden erörtert und konkretisiert werden.

Themen, Projekte

Begegnung

Sommerlager: Das Sommerlager wird vorerst weitergeführt, jedoch muß es konzeptionell überdacht werden, denn es hat sich immer noch nicht zu einem Sommerlager der DSJ entwickelt, es ist ein Angebot für wenige geblieben. Die Landesschachjugenden müssen konkret Stellung nehmen zum Sommerlager. Inhaltlich muß geprüft werden, ob die derzeitigen Schwerpunkte verändert werden sollten. So ist eine internationale Ausweitung angedacht worden (die Niederlande hat Interesse bekundet), und in diesem Jahr wird zum Beispiel ein Angebot zusammen mit der Luftsportjugend erarbeitet.

Jugendschachtag: Auf dem Jugendsprecherlehrgang 1995 sind verschiedene Konzepte entwickelt worden, wie jugendgemäße Programme auf einem Jugendschachtag aussehen können. Der erste Jugendschachtag für Vereine soll 1998 durchgeführt werden.

Bundesjugendtreffen: Die DSJ wird sich an den Bundesjugendtreffen, die in Abständen von zirka 5 Jahren von der Deutschen Sportjugend durchgeführt werden, beteiligen. Das nächste Bundesjugendtreffen findet vom 16.-20. Mai 1997 in Dessau statt. Der Jugendsprecherlehrgang 1996 hat Programminhalte für eine gelungene Schachpräsentation auf dem BJT erarbeitet. Jetzt sind die Vereine gefragt, denn wir haben bei der Deutschen Sportjugend 100 Schachteilnehmer angemeldet.

Messebeteiligung: Die Deutsche Schachjugend ist bereit, sich zusammen mit Landesschachjugenden an Sport-, Spiele-, und Freizeitmessen zu beteiligen und dort für Schach zu werben. In der Vergangenheit hat es diese Zusammenarbeit schon einmal bei der Spielemesse in Essen gegeben, eine Wiederbelebung im vergangenem Jahr scheiterte an der Kurzfristigkeit der Planung. Dieser Punkt ist als ein Angebot an die Landesschachjugenden zu verstehen.

International

Internationale Jugendbegegnung: Die DSJ wird 1997 erstmals eine internationale Jugendbegegnung anbieten. In Planung ist eine einwöchige Tour nach Krakau in Polen im Herbst dieses Jahres. Auf dem Programm stehen vor allem kulturelle und politische Bildung, zum besseren Kennenlernen der polnischen Partner soll es aber anfangs auch ein kleines Schachturnier geben. Derzeit wird ein schachspezifisches Programm für uns in Zusammenarbeit mit einem erfahrenem Bildungswerk ausgearbeitet.

Deutsch-französisches Jugendwerk: Es soll von Seiten der DSJ weiterhin darauf gedrungen werden, daß die Maßnahmen im Rahmen des DFJW im Bereich der allgemeinen Jugendarbeit angesiedelt werden, wie es auch die Bedingungen des DFJ Werkes verlangen. Das nächste deutsch - französische Leitungstreffen soll dieses Thema in den Vordergrund rücken.

Turniere im Ausland: Es soll versucht werden, eine Turnierliste zu erstellen von interessanten, sich jährlich wiederholenden Turnieren im Ausland, die unter breitensportlichen Aspekten für Vereinsgruppen empfohlen werden können. Das bedeutet, die Turniere müssen in einem interessanten, touristischen Umfeld mit vielen Freizeitmöglichkeiten zu preisgünstigen Bedingungen stattfinden.

Öffentlichkeit

DSJ-FORUM: Das Informationsblatt der DSJ hat die Funktion, die Jugendleiter in den Vereinen und Verbänden zu informieren und ihnen mit neuen Ideen für die Jugendarbeit zur Seite zu stehen. Gleichzeitig ist es ein Diskussionsforum für die DSJ und die Landesschachjugenden. Es steht damit eindeutig in der Konkurrenz zur Sportberichterstattung der Schachzeitungen. Eine stärkere Verbreitung und Nutzung durch die Landesverbände ist wünschenswert und wird angestrebt.

Arbeitshilfen: Die DSJ hat die Aufgabe, für die Jugendleiter in den Vereinen und Verbänden Arbeitshilfen zu erstellen, in denen die Jugendleiter preisgünstig und möglichst gesammelt viele Hilfen bekommen können. Die Arbeitshilfen sollen als einzelne Broschüren erscheinen (wie zum Beispiel die Broschüre »Schach mal anders« zum Preis von 5,- DM). Es ist geplant, diese Broschüren in unregelmäßigen Abständen herauszugeben. Derzeit sind die Themen »Vorbildliche Jugendarbeit am Beispiel der Gründen-Band-Preisträger« sowie »Anregungen für die Organisation von Rahmenprogrammen« geplant. Später sollen dann andere Themen wie »Schach für Mädchen« bearbeitet werden. Hier ist auch die Kreativität der Landesverbände gefragt.

Säule III - Auszeichnung: Jugendarbeit im Leistungssport wird anerkannt durch das »Grüne Band« der Dresdner Bank. Es soll nun eine Form der Anerkennung geschaffen werden, mit der die breite Jugendarbeit in den Vereinen in den Mittelpunkt gerückt werden kann. Dieses Projekt ist wahrscheinlich in der Realisierung abhängig von einem Geldgeber.

»64-Felder Aktion«: Die DSJ muß sich neugierig bei anderen Sportorganisationen und bei ausländischen Schachföderationen umsehen, um gute Ideen aufnehmen zu können. Die Franzosen haben zum Beispiel in der Werbung und Breitenarbeit gute Erfolge mit einer Serie von Anfängerturnieren mit kleinen Leistungsnachweisen gemacht, hier genannt die »64-Felder Aktion«, bei der zu prüfen ist, ob sie in ähnlicher Form auch in Deutschland durchgeführt werden kann.

Soziales Engagement

Der Themenkomplex ist in der DSJ schon einmal intensiv mit den Landesverbänden diskutiert worden. Auf einer Herbsttagung ist versucht worden, sich gemeinsam einer Hilfsaktion der Deutschen Sportjugend anzuschließen. Die DSJ plant nun, selbst in diesem Bereich aktiv zu werden, die Initiativen der Vereine aufzugreifen und mit einer sozialen Einrichtung, einem sozialen Verband langfristig zu kooperieren. Im Januar diesen Jahres einigte sich der Säule III Kreis, die Verbindung mit der Organisation »SOS Kinderdörfer« aufzunehmen. Im Laufe des Jahres werden wir ein Konzept der Zusammenarbeit entwickeln.

1997