Gerlef Meins Bremer Einzelmeister 2006

Die Bremer Köpfe rauchten vom 08. bis 15. April in Delmenhorst - bei der Offenen Bremer Einzelmeisterschaft 2006, die dankenswerter Weise vom Delmenhorster Schachklub von 1931 e.V.(DSK) in seinem Jubiläumsjahr ausgerichtet wurde, haben knapp 100 Teilnehmer den Bremer Meister der Männer, die Bremer Meisterin der Frauen und den Bremer Seniorenmeister ausgespielt.

An der Spitze kam es wie erwartet: Schon rein nominell lagen der Bremer IM Gerlef Meins von SV Werder Bremen (SVW) und der vereinslose Delmenhorster Tobias Jugelt deutlich vorn, und diese Stellung bewarten sie auch während des Turniers. Mit weißer Weste, nach jeweils vier Siegen in den ersten vier Runden, kam es dann zum direkten Aufeinandertreffen in Runde fünf, in dem sich keiner der Spieler spielentscheidenden Vorteil sichern konnte, so dass diese Partie mit einem Remis endete. In Runde sechs kam Meins gegen Peter Lichman, SVW, der am Ende einen hervorragenden Platz drei belegte, nicht über ein Remis hinaus, während Jugelt Peter Issing vom SK Bremen-Nord schlagen konnte. Spannung kam auf - würde Jugelt diesen Vorsprung von einem halben Punkt ins Ziel retten können?

Runde sieben konnten beide gewinnen, Jugelt gegen den späteren Vierten, Markus Lammers vom DSK, damit Bestplatzierter des Ausrichtervereins, und Meins gegen den stark aufspielenden Bernd Brendemühl, SF Leherheide, später 16. In Runde acht konnte Meins mit den späteren Fünften, FM Fred Hedke vom TUS Varrel, bezwingen, während Jugelt auf Lichman traf, der schon Meins einen halben Punkt abgenommen hatte. So sehr und lange Jugelt sich auch mühte und kämpfte, am Ende kam doch nur ein Remis heraus. Damit war Jugelt punktmäßig eingeholt.

Offensichtlich war der Versuch, Lichman zu schlagen, kraftraubend gewesen: Jugelt und später auch Meins einigten sich in der letzten Runde zeitig auf Remis, Jugelt gegen Rolf Hundack, Bremer Schachgesellschaft von 1877 (BSG), später Siebter, Meins gegen Lammers. Somit lagen am Ende beide mit je drei abgegebenen Remisen und 7,5 Punkten vorn, so dass die "Buchholz-Lotterie" am Ende entscheiden musste, denn ein Stichkampf um die Bremer Meisterschaft war ja kürzlich aus der Turnierordnung gestrichen worden. Letztendlich gewann Gerlef Meins mit 7,5 Punkten und einer Buchholz von 49,5, damit einen ganzen Buchholz-Punkt vor Tobias Jugelt, 7,5/48,5.

Zu erwähnen in diesem Bereich auch noch Kai-Uve Wittfoth (BSG), neben Meins, Jugelt und Lichman als Einziger ungeschlagen und am Ende mit 6,5 Punkten auf Platz sechs.

Bremer Frauen-Meisterin wurde Maike Janiesch (SVW) mit 5,0/35,5. Jasmin Laake von HSK-Post Hannover lag mit einem halben Punkt mehr zwar in der Frauen-Wertung vorn, mangels Spielberechtigung in Bremen ging der Titel aber an Janiesch. Der Seniorentitel war am Ende eine alleinige Sache der BSG - hier konnte Jürgen-Christoph Korn (6,0/43,5) vor Boris Milstein (6,0/41,5) und Boris Tchetchelnitski (5,5/45) gewinnen, alle drei spielen für die BSG.

Im Jugendbereich gewann als Gesamt-Dritter Lichman vor Laake und Mark Simkin (BSG, 5,0/38). Simkin wird sich dabei über einen satten Sprung seiner DWZ freuen können, in der inoffiziellen Auswertung legte er hier um 167 Punkte zu! So gewann er dann auch die Rating-Gruppe 1-1599 vor Andree Stürken (Varrel, 5,0/37,5) und Peter Koch (Varrel, 5,0/32,5).

Die Rating-Gruppe 1600-1699 gewann Gennady Goldin vom SC Kattenesch (5,0/44,5), der in den ersten Runden des Turniers so manchen nominellen Favoriten ärgern konnte, vor Janiesch und Jörn Seebeck (SK Schwanewede, 5,0/33). In der Gruppe 1700-1799 lag am Ende Jürgen Wamboldt (SC Vahr, 5,0/42,5) vorn, Matthias Steiner (SC Feuerbach, 5,0/41) und Gunnar Ahrens (DSK, 5,0/40,5) knapp dahinter. Die ersten drei Plätze in der Rating-Gruppe 1800-1899 schließlich belegten Irmin Meyer (SVW, 5,5/41,5), Thorsten Meyer (DSK, 5,0/42) und Bernhard Künitz (5,0/41).

Ich bekam bislang überwiegend positive Rückmeldung auf das erste offzielle von mir geleitete Turnier. "Mitschuld daran" sind und deshalb Dank von meiner Seite an den Ausrichterverein, besonders Ulrike Schlüter, und die vielen "Hilfssheriffs", besonders Sven Wollscheid, der wohl seinen kompletten Urlaub im Turniersaal verbracht haben muss, und Thomas Jonnek, den ich ständig irgendwas fragen musste und durfte, sowie die vielen Mitschreiber bei Zeitnotpartien.

Streitfälle gab es wenig bis keine nennenswerten, und doch möchte ich hier einen kleinen Schwenk zu meiner eigentlichen Tätigkeit als Referent für Ausbildung im Landesschachbund machen. Die wenigen Irritationen während des Turniers sind meines Erachtens durch ein bisschen bessere Regelkenntnis vermeidbar. Deshalb erneuere ich mein Angebot: Für Regelkunde-Abende in den Vereinen (jawohl, ich komme zu Euch) stehe ich gern zur Verfügung. Nach den Schachfreunden Findorff geht es im Mai zum SC Vahr.

Tim Boese
(kommissarischer) Landesturnierleiter

siehe auch http://www.dsk1931ev.de/

Offene Bremer Einzelmeisterschaft 2006