BSJ-Kaderreise zum Techno-Trend-Open

von Gerhard Riewe

Am 26.12.98, dem 2. Weihnachtsfeiertag, machte sich eine aus sechs Jugendlichen und einem Betreuer bestehende Gruppe aus Bremen Richtung Erfurt auf. Dies war der Beginn einer Reise, die als Experiment gedacht war; eine für Bremen neue Art der Jugendspitzenförderung zu testen. Aus diesem Zweck organisierte die Bremer Schachjugend diese Reise zum Erfurter Techno-Trend-Open.

Die Gruppe bestand aus den sechs Bremer Jugendkaderspielern Daniel Margraf (Jahrgang 80/DWZ 2081), Bernd Korsus (81/2017), Malte Meyer (82/1860), Gerhard Riewe (81/1831), Tobias Sturm (82/1585) und Frithjof Fehsenfeld (86/1560). Betreut wurde diese Gruppe von Thomas Heinsohn.

Endlich in Erfurt angekommen, ging es auch sofort zum Spiellokal, dem Erfurter Ibis-Hotel, wo sogleich die erste Runde auf dem Programm stand. Nachdem dann alle ihre Partien beendet hatten, ging es zum Italiener und danach zu unserer mehr billigen als preiswerten Unterkunft. Von nun an schlich sich eine normale Turnierroutine ein. Morgens aus dem Bett quälen, zum Hotel, die beiden Runden spielen und analysieren, zwischendurch zu Burger King, zurück zur Unterkunft, analysieren und blitzen. Deshalb verging das Turnier wie im Fluge und überrascht stellten wir am Sylvestermorgen fest, daß das Turnier beendet war, und bei der Rückschau erkannten wir folgendes:

Bernd Korsus war unser Held der ersten Turnierhälfte. 2,5/4 gegen einen Eloschnitt > 2250 sprechen für sich. Bernd erreichte unter anderem gegen den bekannten FM Gerd Trepper (Elo 2320) ein souveränes Remis. Allerdings zeigten sich bei Bernd in der zweiten Turnierhälfte Verschleißerscheinungen. 4/8 ergaben am Ende ein Platz im Mittelfeld, Bernd erfüllte aber dadurch seine zweite ELO-Halbzahl, sie lag am Ende deutlich über 2100, was bedeutet, daß er ab der nächsten Liste, vermutlich 7/99, eine ELO-Zahl haben wird. Daniel Margraf, als DWZ-stärkster des Teams angereist, spielte ein für seine Verhältnisse etwas enttäuschendes Turnier, und landete mit etwas schwächerer Gegnerschaft als Bernd ebenfalls bei 4/8. Der Berichterstatter schaffte es am Ende, sich mit 5/8 an die Spitze der Delegation zu setzen, 99 DWZ-Punkte zu gewinnen, seinen ersten 2100er zu schlagen, das dann jedoch gleich viermal, sich eine ELO-Halbzahl von 2200 zu erspielen und last but not least seine Kameraden mit 13.Lxe6+!! zu nerven. Malte Meyer entwickelte sich mit einer Remisquote von 50% zu einem Muster an Solidität, drei Siege und nur eine Niederlage führte am Ende ebenfalls zu 5/8, ELO-Halbzahl (2160) und hohem DWZ-Gewinn. Tobias Sturm hatte nicht gerade sein bestes Turnier erwischt und landete am Ende mit 2/8 ziemlich weit hinten. Der Youngster des Teams, Frithjof Fehsenfeld, bestach nicht gerade durch ausgeglichenes Spiel, drei starke Partien reichen aber halt auch für 3/8, was für Frithjof ein großer Erfolg war. Unser Betreuer, Thomas Heinsohn, hatte doch einiges mit uns zu tun, was seinem Spiel, und seiner Spielfreude, nicht gerade zu Gute kam. Er schaffte es jedoch recht geschickt, einige entlastende schnelle Remise einzuschieben, was am Ende zu 5/8 reichte.

Abschließend betrachtet kann man nur zu dem Schluß kommen, daß solch eine Aktion es auf jeden Fall wert ist wiederholt zu werden.