Konzept zur Erkennung und Förderung von Spitzenspielern in der Bremer Schachjugend.

1. Einleitung

Dieses Konzept stützt sich auf die Konzepte der Deutschen Schachjugend (DSJ) und versteht sich für diese als flankierende Maßnahme. In Übereinstimmung mit den Konzepten der DSJ wird das Hauptaugenmerk auf die Spitzenförderung gelegt.

2. Ziele

Das Ziel dieser Konzeption ist es, jugendliche Talente bestmöglich zu erkennen, sowie die Spitzenspieler der BSJ bestmöglich zu fördern und eine optimale Spielstärkesteigerung zu erreichen.

3. Kaderstruktur

In der BSJ gibt es 3 Kader, den Sichtungskader, den Beobachtungskader und den Förderkader. Der Förderkader ist zuständig für die spielstärksten sowie die talentiertesten Bremer Jugendspieler. Der Beobachtungskader ist für die jüngeren Spieler gedacht, deren Entwicklung noch nicht abzusehen ist, denen man aber den Sprung in den Förderkader zuzutrauen ist. Die Hauptaufgabe des Sichtungskaders besteht darin, bei den sehr jungen Spielern im Bereich U12 die talentiertesten herauszufinden und Grundlagen zu schaffen.

SichtungskaderBeobachtungsk.Förderk.
max. Kaderumfang10108
HöchtseintrittsalterU12U14U16
HöchstalterU12U16U18

Die Kader werden vom Vorstand der BSJ nominiert.

4. Nominierungskriterien

Die Nominierungskriterien gliedern sich in zwei Bereiche, nämlich in den schachlichen und den Motivationsbereich.

  1. schachlicher Bereich
    Die Bewertung im schachlichen Bereich beruht auf vier Säulen:
    1. DWZ (zur Basis der besten 12 Deutschen in diesem Jahrgang)
    2. DWZ-Entwicklung der letzten 2 Jahre
    3. Plazierung bei BJEM der letzen 3 Jahre (mit stärkerer Gewichtung der kürzer zurückliegenden)
    4. Plazierung bei DJEM
    Bei der Einteilung des Förderkaders sollten eher die ersten beiden Punkte stärker bewertet werden, während bei der Einteilung des Beobachtungskaders und des Sichtungskaders aufgrund der geringen Aussagekraft von DWZ-Zahlen bei jüngeren Jahrgängen eher Punkt 3 stärker berücksichtigt werden sollten.
    Bei der Nominierung des Förderkaders sollte darauf geachtet daß die Spielstärke (DWZ) bei mind.1600 liegen sollte.
  2. Motivationsbereich
    Für die BSJ hat es keinen Sinn in ihren Kadern Spieler zu fördern, bei denen aufgrund ihrer ungenügenden Motivation absehbar ist, daß sie sich nicht entscheidend weiterentwickeln werden. Bei der Nominierung in den Förderkader sollte besonders beachtet werden:
    • Nimmt der Betreffende regelmäßig am Vereinstraining teil und trainiert er alleine (Richtwert: mind. 4 Stunden wöchentlich)?
    • Besteht Interesse daran, die Förderangebote des Kaders anzunehmen?
    • Bemüht sich der Betreffende darum, an möglichst vielen Turnieren teilzunehmen (Open, Vereinsturniere, Mannschaftskämpfe, Wochenendschnellturniere)?
    Bei den Beobachtungs- bzw. Sichtungskaderspielern sollte der Besuch des Vereinstrainings obligatorisch sein.

5. Fördermaßnahmen

Da die Kaderspieler die Elite des Bremer Jugendschachs repräsentieren, müssen sie bestmöglich gefördert werden. Aufgrund der Möglichkeiten der BSJ bieten sich folgende Förderungsmöglichkeiten an:

  1. Kadertraining
    Das Wochenendkadertraining findet 4-6 mal im Jahr statt. Es findet jeweils an einem Wochenende (Samstag/Sonntag) statt. Die Trainingszeit beträgt ca. 12 Stunden. Zum Wochenendkadertraining werden die Förderkadermitglieder eingeladen. Falls einer dieser ausfällt, wird der Platz an Beobachtungskadermitglieder oder andere Jugendliche/Junioren des LSB vergeben die in die jeweilige Trainingsgruppe passen. Beim Kadertraining vor der Neunominierung werden zum Wochenendkadertraining alle Beobachtungskadermitglieder eingeladen, denen der Sprung in den Förderkader zugetraut wird. Das normale Kadertrainig sollte ebenfalls 4-6 mal im Jahr stattfinden. Es findet jeweils an einem Freitag statt. Der Beobachtungskader trainiert 4 Stunden, der Sichtungskader 2 Stunden.
  2. DLM
    Für die DLM werden, wenn möglich, alle Förderkadermitglieder nominiert. Als Betreuer sollte versucht werden, den Kadertrainer zu gewinnen.
  3. Turnierbesuche
    Wenn möglich, wird den Kadermitgliedern einmal jährlich der Besuch eines ausgewählten Turniers angeboten, wobei die BSJ einen Betreuer, möglichst den Kadertrainer stellt.

Der Kadertrainer

Der Kadertrainer ist, wie oben beschrieben, für die Kaderarbeit eminent wichtig. Daher sollte er gewisse Voraussetzungen erfüllen:

  1. hohe schachliche Spielstärke
  2. Trainingserfahrung- und qualifikation
  3. keine weiteren Interessen im Bremer Jugendschach
  4. Bereitschaft das BSJ-Konzept mitzutragen.