Programm »Geld statt Stellen«

Vielleicht hat es zu Schulanfang auch die eine oder andere Schulschach-AG getroffen; im Zuge des allgemeinen Sparzwangs wurden Unterrichtsstunden (im AG-Bereich) vom Bremer Bildungssenator gestrichen. Im Gegenzug wird jetzt für die Schulen in sozialen Brennpunkten Geld zur Finanzierung von schulvorbereitenden bzw. nachbereitenden Aufgaben zur Verfügung gestellt.

Pro angesetzte Modellstunde werden bis zu 1.000 Mark vom Bildungssenator zur Verfügung gestellt. Bei 40 Unterrichtswochen ergibt dies einen Stundenlohn von 25 Mark brutto. Die Schulen selber dürfen allerdings keine Kräfte einstellen. Stattdessen müssen freie Träger (Elternvereine, ASB, etc.) mit den betroffenen Schulen handelseinig werden, entsprechende Lehr-/Betreuungskräfte finden, um dann einen Antrag auf Zuwendung beim Bildungssenator zu stellen.

Sollte sich dieses Vorgehen, bei dem teure beamtete Pädagogen durch Hilfskräfte, bei gleichzeitiger Verlagerung des Arbeitgeberrisikos auf den freien Träger (Outsourcing!), ersetzt werden, bewähren, ist eine Ausweitung des Programms geplant. Damit ist die Zukunft des Schulschach gefährdet. Es bietet sich jedoch schon jetzt die Chance, z.B. auf Basis einer geringfügigen Beschäftigung, die AGs selber zu leiten. Auch die personelle Betreuung einer Schulschachfahrt könnte über diese Mittel finanziert werden. Als freie Träger könnten die Vereine oder der Landesschachbund agieren.

Liebe Vereinsvorsitzende, knüpfen Sie Kontakt zu »Ihren Schulen«, bevor andere die Mittel beanspruchen. Leider habe ich bis Redaktionsschluß erfolglos auf ein zugesagtes Fax des Bildungssenators, mit Aufzählung der betroffenen Schulen, gewartet; sobald es mich erreicht, werde ich die Infos an Sie weiterleiten.

Ulrich Giese