Turniergericht weist Einsprüche zurück

(ug). Das niedersächsisch-bremische Turniergericht hat die Einsprüche mehrerer Mannschaften gegen die Aufstellung von 11 Mannschaften in der Landesliga Nord zurückgewiesen. Laut Auskunft des Bremer Vertreters Thomas Becker erfolgten die Einsprüche nicht fristgerecht.

»Wir haben natürlich auch den Inhalt der Eingaben geprüft, die vorgetragenen Argumente waren uns jedoch nicht stichhaltig«, so Becker. Ein Handlungsbedarf ergab sich nicht, erläuterte der Bremer Turnierleiter gegenüber der Rochade Bremen die Entscheidung des Turniergerichts.

Bezüglich der von Werder Bremen eingeforderten Abstiegsregelung traf derweil Spielleiter Martin Willmann die Entscheidung, dass die aufgrund der noch ausstehenden Gerichtsentscheidung zu Unrecht in der Landesliga Nord spielende Mannschaft erster Absteiger sein wird. D.h. Bramsche oder Melle werden unabhängig von ihrer Endplazierung in die Verbandsliga West absteigen. Seitens der beteiligten Mannschaften wurde kein Einspruch erhoben. Thomas Becker räumte ein, dass, sofern die Gerichtsentscheidung in der laufenden Saison erfolgt, nochmals darüber nachgedacht werden muss, wie die bis dahin erzielten Ergebnisse der zu Unrecht spielenden Mannschaft zu bewerten sind.

Der aktuelle Kommentar

11 Mannschaften werden diese Saison in der Landesliga Nord spielen. An dieser Entscheidung wird wohl nicht mehr gerüttelt. Fest steht auch, dass eine Mannschaft ihren Startplatz zu Unrecht erhalten hat. Unglückliche Umstände haben zu dieser Ausgangslage geführt, wozu auch das Bemühen des niedersächsischen Turniergerichts zu zählen ist, eine »sportliche Entscheidung« zu finden, statt selbst eine Entscheidung zu treffen. Die Neuansetzung der Partie Melle - Papenburg hat sich im Nachhinein als Fehler erwiesen.

Unzureichend ist die jetzige Entscheidung des Spielleiters. Der erste Schritt, den unberechtigten Starter als ersten Absteiger zu werten, wurde getan, der zweite, sämtliche Ergebnisse dieser Mannschaft zu nullen, wurde nicht gegangen. Damit wurde die Chance versäumt, von Vornherein klare Verhältnisse zu schaffen. Eine Mannschaft, die zu Unrecht einen Startplatz erhalten hat, darf keinen Einfluss auf die Endtabelle nehmen.

Unabhängig davon, ob das Gerichtsurteil während der laufenden oder nach Abschluss der Saison erfolgt, Spielleiter und Turniergericht könnten erneut gezwungen sein, einen weiteren Beschluss zur Landesliga Nord zu treffen.

Im Gegensatz zu einer präventiven Entscheidung werden bei einem »verspäteten« Beschluss Gewinner und Verlierer klar erkennbar sein. So macht man sich keine Freunde.

Es bleibt zu hoffen, dass die Gerichtsentscheidung erst am Ende der laufenden Saison erfolgt, der Zwangsabsteiger nicht auf einem Aufstiegsplatz steht, sein Los akzeptiert und keinen Einfluss auf die Abstiegs- und Aufstiegsentscheidung genommen hat. Andernfalls wird dies nicht der letzte Artikel in der Rochade Bremen sein, der sich mit den 11 Mannschaften in der Landesliga Nord beschäftigt.

Ulrich Giese