Hilfe!! Wo sind die Spieler?

von Gerold Menze

Schon am Donnerstag, den 9.12. war erkennbar, dass wir keinesfalls unsere vier gemeldeten Mannschaften »voll« kriegen würden. In der ersten Mannschaft waren Manfred und Wolfgang Kallienke und Jörg Weber beruflich verhindert und Joachim Kropp wollte nur im Notfall spielen.

Von den Nachrückern aus der zweiten Mannschaft standen weder Oliver Janecke (will nur noch in Jugendmannschaften spielen) noch Marco Müller zur Verfügung (der etwas anderes vorhatte). Einzig Alexander Becht sagte sofort seine Teilnahme zu.

Nachdem sowohl Katja Fahrenholz wie auch Alpay Bendfeldt abgesagt hatten und Werner Kadagies aus Krankheitsgründen nicht spielen wollte, gab es in der zweiten Mannschaft nur noch zwei Stammspieler, nämlich Horst Grün und Mannschaftsführer Alex Maschmeyer. Der auf Platz 9 gesetzte Kai Reimers wollte (wie Joachim Kropp) nur im Notfall spielen. Der gesamte Ersatzbedarf mußte daher aus der dritten und vierten Mannschaft abgezogen werden, die beide in der D-Klasse spielen.

So tagte dann um 21 Uhr der große Mannschaftsführerrat, bestehend aus Peter Schwenteck, Alex Maschmeyer, Heino Wittenberg und Gerold Menze (der den verhinderten Markus Kallienke vertrat).

Um es kurz zu machen: Markus Kallienke, Christian Schröder, Dennis Müller, Christian Schumacher, Simon Diestelmeier, Christine Winkelmann und Florian Kunstmann aus der vierten und Markus Schorsch und Sascha Friedrich aus der dritten Mannschaft konnten auch nicht spielen (der Rest von Platz 12-14 waren Karteileichen).

Es war ernsthaft im Gespräch eine Mannschaft vollständig aufzulösen, nämlich die »Vierte«, weil die Zusage von Alexander Wichmann und Daniel Pruss noch nicht vorhanden war und Gerold Menze und Henning Günther in der »Zweiten« gebraucht wurden. Nur mit drei Leuten (Ralf Fasmers, Benjamin Kaufmann und Mariusz Schröder) konnte man nicht einmal legal antreten.

Ab Freitagabend wurde dann fieberhaft telefoniert. Sonnabendnachmittag erfuhr Peter Schwenteck, dass Joachim Kropp spielen würde. So stand Alexander Becht wieder für die zweite Mannschaft zur Verfügung, was sofort Alex Maschmeyer erfuhr. Kai Reimers, der von Horst Grün erreicht wurde, war ebenfalls bereit zu spielen. Da jetzt auch noch Marco Müller seine Sonntagsplanung änderte und Werner Kadagies (aber ohne Auto) mitfahren wollte, war zumindest ein Silberstreifen am Horizont erkennbar.

So wurde die »Zweite« jetzt mit Reiner Guse und Erich Geide aus der »Dritten« und mit Henning Günther aus der »Vierten« aufgefüllt. Die »Dritte« plante nun mit sieben Spielern anzutreten, da auch Manfred Czaster noch nicht auf seinen Anrufbeantworter reagiert hatte. Die »Vierte« hatte zwar nur sechs Zusagen, konnte aber spielen. Nun kam der Sonntag. MF Alex Maschmeyer hatte Werner Kadagies doch noch überreden können, sein Auto einzusetzen. Aber Werner war nicht um 08.15 Uhr am Treffpunkt und Reiner Guse wußte noch gar nicht, daß er für die »Zweite« spielen sollte. Alles war aber noch reparabel.

Reiner wurde abgeholt und Werner erschien um 08.30 Uhr am Treffpunkt Grasberger Straße und die acht Spieler führen zu Eiche Horn. In der ganzen Aufregung wurde allerdings Alexander Becht vergessen, der bei leichtem Nieselregen irgendwo an der Waller Heerstraße vergeblich auf seine Mitnahme wartete und später traurig nach Hause ging. Statt seiner war Henning Günther dabei, der eigentlich sehr dringend in der »Vierten« benötigt wurde.

In der Grasberger Straße wartete die »Vierte« bis 09.25 Uhr auf Alexander Wichmann. Da auch Anrufe in die Neustadt, wo er wohnt, nichts halfen, wollten wir zumindest den Versuch machen ihn zu Hause abzuholen. Aber dort machte niemand die Tür auf. Später erfuhren wir von ihm, dass sich unsere Wege gekreuzt hatten. Er mit der »3« nach Gröpelingen und wir mit dem Schachmobil in Richtung Neustadt.

Währenddessen hatte sich die »Dritte« fast vollständig im Bürgerhaus eingefunden, um gegen Achims »Dritte« zu spielen. Das erste Brett ließ man frei, trug aber zunächst statt Markus Schorsch Reiner Guse ins Formblatt ein, der aber mit der »Zweiten« in Wilstedt spielte. Um 09.10 Uhr erschien unerwartet Manfred Czaster. Er konnte aber leider nicht mehr mitspielen, da der Kampf schon angefangen hatte.

Die »Vierte« fuhr derweil nach Delmenhorst. Am Brett zwei wurde ein Remis vereinbart und an den anderen besetzten Brettern kämpften wir um ein paar Brettpünktchen. Ein Mannschaftssieg war eigentlich völlig ausgeschlossen.

Während der unerfahrene Daniel Pruss sorgfältig auf einem Partieformular die Start- und Zielkoordinaten seiner eigenen Figuren notierte und dabei nach und nach den zeitweilig geopferten Turm seines Gegners wertmässig zurückgab, siegten Mariusz Schröder, Benjamin Kaufmann und Gerold Menze.

Der noch kränkelnde Ralf Fasmers quälte sich gegen die Delmenhorsterin Andrea Wenke und bot ihr wiederholt vergeblich ein Remis an. Inzwischen hatte Daniel seine Partie verloren. Zwischen den Mannschaften stand es wegen der beiden kampflos verlorenen Partien jetzt 3,5:3,5. Ralfs Erholungspausen wurden dann immer größer und eigentlich hatten wir die Partie auch schon abgeschrieben. Da stellte Andrea völlig unerwartet die Qualität ein (Dame und Bauer gegen Turm und Läufer) und Ralf erhielt die Oberhand. »Wenn Du gewinnst, so gehen wir beide gleich zum Chinesen essen«, versprach Gerold. Und es klappte. Die Vierte Mannschaft war an diesem Sonntag die Einzige des Klubs, die ihren Mannschaftskampf gewann. Sie hat damit auch ihre Aufstiegschance gewahrt.