»Auf einem Bein hüpfen können«

(ug). »Auf einem Bein hüpfen können, muss das Minimalziel des Grundschulsports sein«, so Willi Lemke auf dem Jugendtag der Bremer Sportjugend. Der Bildungssenator stellte sich am 1. Dezember gegen 19 Uhr im Haus des Sports den kritischen Fragen der Vereins- und Verbandsvertreter. Wegen einer Veranstaltung im Weserstadion (Europapokal) verließ er die Veranstaltung schon nach einer knappen Stunde, ohne näher auf das zweite Thema des Abends, »Was kann der Sportverein für die Schule leisten«, einzugehen.

Unter dem Motto, »Was kann die Schule für den Sportverein und was kann der Sportverein für die Schule leisten«, stand der Jugendtag der Bremer Sportjugend (BSJ).

Im ersten Teil der Veranstaltung ab 18 Uhr versuchten sich die Teilnehmer auf den Besuch des Bildungssenators vorzubereiten. Neben den von der BSJ vorbereiteten Fragen an Willi Lemke ergab sich wenig Produktives. Die Anwesenden beklagten den schlechten Sportunterricht, die dritte Sportstunde wäre kaum gewährleistet und besonders im Grundschulbereich würden inkompetente und überalterte Lehrer den Sportunterricht leiten. Schnell wurde die Forderung nach Lehrerneueinstellungen laut. Der Hinweis des Vertreters des Landesschachbundes (Ihr Autor), dass aufgrund des Abzugs der Lehrer aus dem Arbeitsgemeinschaftsbereich die Lehrerversorgung bei über 100% läge und bei einem Landesschuldenstand von 17 Milliarden Mark Neueinstellungen nicht zu realisieren seien, wurde ignoriert.

Zum zweiten Teil der Veranstaltung traf dann Willi Lemke ein. Nach einer Rede der Präsidentin des Landessportbundes, Ingelore Rosenkötter, stellte er sich dem kritischen Plenum.

»Wir haben den Schulen Geld für eine Lehrerversorgung von über 100% zur Verfügung gestellt«, so Lemke auf den Vorwurf einer unzureichenden Lehrerversorgung. Über den Mitteleinsatz würden die Schulen eigenständig verfügen, führte der Bildungssenator weiter aus und verwies darauf, dass diese Ansprechpartner seien, wenn Unzufriedenheit über die Verwendung der Mittel bestehe. Eine Änderung bzw. Aufstockung der vorhandenen Mittel im Bildungsbereich schloss Lemke aus.

Positiv reagierte der Bildungssenator auf die von der BSJ vorbereiteten Fragen. Der Vorschlag eines Pflichtpraktikums im Verein/Verband für SportstudentInnen sei eine interessante Sache, die näher geprüft werden sollte, so Lemke. »Herzbluten« bekam Lemke bei dem Gedanken, dass Sporthallen während der Ferienzeit nicht genutzt werden. Natürlich ständen sie den Vereinen zur Realisierung eines Ferienprogramms zur Verfügung. Bezüglich der dritten Sportstunde erklärte der Bildungssenator, dass sie sichergestellt sei.

Danach drängte es Willi Lemke an seine alte Wirkungsstätte, das Weserstadion, so dass er nicht mehr auf die Frage einging, was der Sportverein für die Schule leisten kann.

Abschließend wurde auf der Tagung ein Dringlichkeitsantrag des Vorstandes der BSJ verabschiedet. Der Senator für Sport, der Senat und die Vertreter der politischen Parteien in der Bremischen Bürgerschaft werden aufgefordert, die Zuschüsse für die ÜbungsleiterInnen nicht zu kürzen bzw. die vorgesehene Kürzung von 2,5 auf 1,5 Millionen zurückzunehmen.