Aktive Mitgliederwerbung tut Not

Liebe SchachfreudInnen, Liebe Mitgliedsvereine,

in der Rochade Bremen 12/99 stellte ich Euch Argumente für den Schachsport vor und in der Ausgabe 1/00 behandelte ich Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Schule und Verein in Bremen und Niedersachsen. Hieran anknüpfend möchte ich heute allen Vereinen, insbesondere denen, deren Einzugsgebiet in studentischen Wohngebieten liegt, eine Marketingmaßnahme an der Universität Bremen vorschlagen.

Bei den vorliegenden Ausführungen handelt es sich um einen ersten Orientierungsentwurf. Das konkrete Vorgehen soll von den Teilnehmern der Maßnahme selbst erarbeitet werden. Der Landesschachbund Bremen (LSB) will die ganze Aktion lediglich als Moderator und Berater begleiten. Finanziell wird der LSB die Aktion auf jeden Fall mit 300 Mark unterstützen.

Ich möchte die Vorstände der Vereine und Vereinssparten und alle engagierten Mitglieder bitten, die folgenden Ausführungen zu begutachten, um (a) Kritik und Anregungen zu äußern und (b) zu prüfen, ob eine Teilnahme möglich ist.

Ich bitte die Vereine und alle interessierten Mitglieder um Antwort bis zum 23. März 2000. Bitte wartet nicht bis zur Jahreshauptversammlung!

Ulrich Giese
Referent für Breiten- und Freizeitschach


Zielpersonen: StudentInnen jeden Semesters und jeden Alters, die schon einmal Kontakt zum Schachspiel hatten bzw. Mitglied in einem Verein waren. Besonders interessant sind zugezogene Erstsemester, da diese erst beginnen ihr soziales Umfeld aufzubauen (Je früher Schachspiel in Bremen eine feste Größe in ihrer Privatgestaltung wird, um so nachhaltiger wirkt die Werbemaßnahme).

Kontaktaufnahme: Zu Beginn des Wintersemesters (Oktober 2000) in Form eines Infostandes (z.B. im Gebäude GW 2) an insgesamt drei Tagen.

Marketingmittel: Der Infostand beinhaltet Informationen über die an der Aktion beteiligten Vereine und aktuellen Schachveranstaltungen in Bremen (z.B. in Form eines Faltblattes). Der Stand wird ergänzt um zwei bis drei Schachbretter und einer Verlosung mit Schachaufgaben (Mitglieder des LSB sind davon ausgeschlossen, es erfolgt eine volle Adressenangabe, die Teilnehmer können später nochmals von den Vereinen angeschrieben werden). Seitens der Vereine könnte ein verbilligter (kostenloser) Vereinsbeitrag für die ersten 3(6) Monate angeboten werden. Alternativ könnten die Vereine Interessenten direkt / persönlich zu sich einladen.

Personalbedarf: Die Aktion wird von den beteiligten Vereinen getragen, der Landesschachbund fungiert als Moderator (und Berater). Beim Landesschachbund ist mit der Aktion eine Person beschäftigt. Unterstellt man drei Vereine, die sich an dem Projekt beteiligen, sind je Verein mit der Aktion 2-4 Personen beschäftigt. Einen groben Überblick über den Zeitaufwand geben die weiteren Ausführungen (vgl. Arbeitspakete).

Arbeitspakete ausführende Personen Aufwand
AP 1.1 Ansprechen der Vereine, die ihr Einzugsgebiet in studentischen Wohngegenden haben. Ausschreibung der Aktion in der Rochade Bremen. Mindestens 3 Vereine sind für die Durchführung der Aktion notwendig. Vereinbarung eines Arbeitstermins. 1 Vertreter des LSB Bremen. 4 Stunden Zeitaufwand. Es fallen Porto- und Telefonkosten (T./P.kosten) an.
AP 1.2 Treffen der Vereinsvertreter und Mitglieder des LSB. Ausarbeitung der hier nachfolgend skizzierten Arbeitspakete mit anschließender Aufgabenverteilung und Terminfestlegung. 1-2 Vertreter des LSB Bremen (als Moderatoren) und 1-2 Vertreter je Verein. 4 Stunden Arbeitsaufwand je Person. Räumlichkeiten notwendig. Es fallen Fahrtkosten an.
AP 1.3 Kontaktaufnahme mit der Universität Bremen. Aushandeln der Bedingungen (Standort, Kosten, Abstellraum, ...) 1-2 während des Arbeitstreffens mit dieser Aufgabe beauftragte Vereinsmitglieder. Insgesamt 6 Stunden Zeitaufwand. T./P. und Besichtigungsfahrtkosten. Vermutlich erhebt die Universität Standgebühren.
AP 1.4 Erstellen des Informationsblattes am PC. Die Grundinformationen müssen die beteiligten Vereine und der LSB Bremen zur Verfügung stellen. Sofern eine Verlosung geplant ist, müssen Losscheine erstellt werden. Organisation des Drucks. 1-2 während des Arbeitstreffens mit dieser Aufgabe beauftragte Vereinsmitglieder. Insgesamt 12 Stunden Arbeitsaufwand. T./P.kosten. Bei Vorlage eines spiegelverkehrten Laserausdrucks auf matter Folie liegen die Druckkosten für ein zweiseitiges DinA4 Faltblatt (500 Stück), bei 139.70 Mark Brutto. Kosten Losscheine.
AP 1.5 Besorgen der Spielmaterialien und Preise. Für die Preise sollten Sponsoren gewonnen werden, die im Gegenzug auf dem Infoblatt werben dürfen. Organisation der Standbetreuung. 1-2 während des Arbeitstreffens mit dieser Aufgabe beauftragte Vereinsmitglieder. Insgesamt 8 Stunden Zeitaufwand. Es fallen T./P. und Fahrtkosten an. Ohne Sponsoren kosten die Preise 150 bis 200.-.
AP 1.6 Abschließendes Treffen der einzelnen Arbeitsgruppen. Endplanung und Endbesprechung. Entsprechend AP 1.2. Zirka 2 Stunden Arbeitsaufwand je Person. Räumlichkeiten notwendig.
AP 2 Einweisung der Standbetreuer durch einen Projektbetreuer, der während der gesamten Aktionszeit kontaktiert werden kann. Betreuung des Standes an 3 Tagen von 9 bis 14 Uhr. 1 Generalorganisator und (nach Möglichkeit) jeweils zwei Standbetreuer. Insgesamt liegt der Arbeitsaufwand bei zirka 40 Stunden. Es fallen Fahrtkosten an.
AP 3 Erstellen einer Adressenkartei auf Basis der Losscheine. Mindestens ein Anschreiben an diese Personen, mit Infos über Bremer Schachvereine und Schachaktivitäten. 1 Vertreter des LSB Bremen. Bei Adressenaufteilung erfolgt das Anschreiben durch die Vereine. Insgesamt ein Zeitaufwand von zirka 4 Stunden. Porto- und Druckkosten.

Nachbereitung: In der Nähe des Informationsstandes sollte an den in der Universität vorhandenen »Schwarzen Brettern« das Informationsblatt ausgehängt werden. Die erfolgreich angeworbenen Schachspieler sollten problemlos in den Vereinen integriert werden können, da die angesprochene Zielgruppe über Schacherfahrungen verfügt. Die Teilnehmer an der Verlosung sollten in den folgenden Wochen ein oder zweimal angeschrieben werden, um sie über Schachaktionen in Bremen und über die Vereine auf dem Laufenden zu halten.

Fazit: Insgesamt liegt der Zeitaufwand des Gesamtprojektes bei etwa 100 Stunden, die sich auf 8 bis 14 Personen verteilen. Die durchschnittliche Arbeitsbelastung liegt bei 7 bis 12,5 Stunden. Die zu verteilenden Aufgaben sind durch die Arbeitspakete genau beschrieben, Zeitaufwand und Ergebnis sind bekannt. Schwieriger sind die Kosten zu schätzen. 600 Mark sollten nach Möglichkeit nicht überschritten werden (100 Mark Standmiete, 200 Mark Druckkosten, 150 Mark Preise, 100 Mark Porto- und Telefonkosten und 50 Mark Nebenkosten). Die beteiligten Vereine sollten hiervon jeweils 100 Mark aufbringen (3 beteiligte Vereine unterstellt) und Sachleistungen in Form von Fahrtkosten etc. tragen. Der LSB Bremen stellt 300 Mark zur Verfügung. Für weitere Aktionen wäre eine Projektdokumentation mit abschließender Ergebnisbewertung/Fehleranalyse wünschenswert. Die Projektakteure könnten als Anerkennung eine »Projektteilnahmeurkunde« erhalten.

2000-02-10