Aufstellungswirrwarr bei Delmenhorst - Werder mit schlechtester Saisonleistung

von Ulrich Giese

Fast wäre den Delmenhorstern in der fünften Doppelrunde ein echtes Husarenstück gelungen. Nur mit 7 Spielern bezwang man den Tabellenvierten Godesberg mit 5,5:2,5 deutlich. Am Sonntag folgte jedoch eine knappe Niederlage gegen Castrop Rauxel. Werder sah dagegen kein Land. Ohne Brettsieg verlor man 6:2 und 5,5:2,5.

Hochmut war es nicht, was den Delmenhorster SK veranlasste, am Sonnabend gegen den ärgsten Konkurrenten um Platz 3, dem Godesberger SK, nur mit 7 Spielern anzutreten. Vielmehr konnte und wollte man (im Hinblick auf die Spielvorbereitung der Spieler) die kurzfristige Absage von Spitzenspieler Agdestein nicht kompensieren. Die Godesberger wiederum kamen den Delmenhorstern entgegen, indem sie ohne ihre beiden Spitzenbrettern antraten. Diese Schwäche wurde eiskalt genutzt. Rogers gewann am Spitzenbrett gegen Dautov (2602) und Hodgson bezwang den Weltranglistenzwölften Gurevich (2694). Auch die unteren Bretter wussten zu überzeugen. Breutigam besiegte an Brett 8 Schmidt und Borik bezwang an Brett 6 Heinbuch. Letztendlich blieb der kampflose Verlust an Brett 5 die einzige Niederlage. Baburin, Gisbrecht und Beckemeyer spielten Remis, am Ende ein deutlicher 5,5:2,5 Sieg.

Am Sonntag präsentierte sich Gastgeber Delmenhorst mit einem neuen Gesicht. Statt Baburin trat an Brett 3 Brenninkmeijer an, an Brett 4 Lauber für Gisbrecht und als achter Mann rutschte Dr. Dornieden von hinten nach. Leider lief es gegen Castrop Rauxel nur an den oberen Brettern ähnlich gut wie am Vortag. Rogers gewann erneut. Sicherlich eins seiner bester Wochenenden für den Delmenhorster SK. Hodgson spielte gegen Van der Sterren Remis und Brenningmeijer besiegte King. Die unteren fünf Bretter konnten jedoch nur noch zwei Remis, Borik gegen Seul und Beckemeyer gegen Bosch, zum Endresultat beitragen. Lauber, Breutigam und Dr. Dornieden gingen leer aus. Am Ende eine knappe 3,5:4,5 Niederlage.

Am Sonntag verpassten die Delmenhorster (13-5 Punkte), nach ihrem souveränen Sieg gegen den Tabellenvierten Godesberg am Vortag, gegen Castrop Rauxel eine kleine Vorentscheidung um Platz 3 zu fällen. Diese beiden Mannschaften liegen nun mit einem bzw. zwei Punkten Rückstand in Lauerstellung.

Geradezu katastrophal endete das Wochenende für die Schachspieler des SV Werder Bremen. Am Sonnabend kassierte man, trotz Bestbesetzung, gegen Castrop Rauxel mit 2:6 die bisher höchste Saisonniederlage. Der Sonntag lief kaum besser. Godesberg zeigte sich von seiner Vortagsniederlage gegen Delmenhorst gut erholt und schlug die Hanseaten deutlich mit 5,5:2,5 Punkten.

An diesem Wochenende gelang den Werderanern kein einziger Brettsieg. Dies ist symptomatisch für die Hanseaten. Läßt man das Spiel gegen Delmenhorst, wo es zu vier Siegen kam, außer Acht, gewinnt Werder Bremen je Mannschaftswettkampf im Durchschnitt 1,1 Spiele! Zu wenig, um langfristig einen Mittelfeldplatz in der Schachbundesliga zu halten. Niederlagen gab es dagegen reichlich. Knaak an Brett 5, McShane an Brett 3 und Werders bisher Bester, GM Babula an Brett 2, fuhren gleich eine Doppelklatsche ein. Heissler setzte seine Negativserie mit einer Niederlage und einem Unentschieden fort. Ins »Remis« retteten sich Hracek, der am Spitzenbrett gegen Rozentalis und Dautov antrat, Pelletier, Schandorff und Meins. Von Werders Stammspielern liegt jetzt lediglich noch der Däne Schandorff über 50 Prozent. Platz 12, 7-11 Mannschaftspunkte, nach seinem Zwischenhoch befindet sich der SV Werder Bremen wieder mitten im Abstiegskampf.