Der deutsche Meister Adolf Anderssen

Anderssen, Adolf, deutscher Meister aus Breslau, geb. 1818. gest. 1879. Mathematikprofessor; galt von 1851 bis 1857 und von 1860 bis 1866 als stärkster Spieler der Welt.

Seine Partien enthalten Kombinationen, die an Genialität und Schönheit kaum zu übertreffen sind. Anderssens Unsterbliche und die Immergrüne: Beide gingen in die Schachgeschichte ein. Mit Anderssen erreichte die romantische Schachepoche ihren Höhepunkt; seine bekanntesten Schüler waren Zukertort, Dufresne, G.R. Neumann und Schallopp. Jedoch profitierten alle nachfolgenden Generationen von seiner virtuosen Kombinationskunst. Anderssen ging zunächst als Problemkomponist (»Aufgaben für Schachspieler«, 1842) an die Öffentlichkeit und bahnte dem neuzeitlichen Problem den Weg, bevor er im Turnierschach bekannt wurde.

Wegen seiner beruflichen Verpflichtungen spielte er nur wenige Turniere mit. Seine wichtigsten Turniererfolge:

In anderen Wettkämpfen war er weniger erfolgreich. Neben seinen berühmten Auseinandersetzungen, Paris 1858 gegen Morphy +2, -7, =2; London 1866 gegen Steinitz +6, -8, =0, trug er gegen Harrwitz, Kolisch, Zukertort und Paulsen Wettkämpfe aus.

»Immergrüne Schachpartie«

Name einer freien Partie, Anderssen - Dufresne, gespielt in Berlin 1853; er ging aus einer Bemerkung von Steinitz hervor, der sie einmal als »Immergrün im Lorbeerkranze Anderssens« bezeichnete.

Partie im PGN-Format

(aus: »Das große SCHACHLEXIKON«)

Heino Wittenberg