Liebe Damen, ...

HALLO, LIEBE DAMEN

Nachdem nun schon seit mehreren Jahren die Damenwertung des Kandidatenturniers nur gering besetzt ist, und auch die Teilnahme einer Bremer Mannschaft bei der Ländermeisterschaft der Damen aus verschiedene Gründen mehrmals nicht zustande gekommen ist, stellt sich immer mehr die Frage, warum das so ist.

Ich bin schon von unterschiedlichen Seiten gefragt worden, ob ich als Frau nicht wüßte, was die Vereine oder der Landesverband zur Förderung der Damen in Bremen tun könnten, aber so genau weiß es eigentlich auch nicht. Aber ich denke, daß es schade wäre, wenn wir in dem Moment, da die Verantwortlichen uns fragen, nicht in der Lage sind, unsere Probleme zu formulieren. Wenn ich richtig informiert bin, spielen in des Vereinen des Landesschachbundes Bremen über 30 Damen Schach, aber trotz des Umstandes, daß wir den Vorteil räumlicher Nähe genießen, ist mir leider nur ein Teil dieser Gruppe persönlich bekannt.

WO SEID IHR?

Auf den Treffen mit den Damen, die bisher stattfanden, haben eigentlich immer die selben Personen teilgenommen, und es haben sich immer die selben Punkte als Gründe für die geringe Beteiligung an der Landesmeisterschaft herausgestellt. Aber wer kann wissen, ob diese von den wenigen anwesenden Frauen genannten Probleme die Gründe sind, die die größere Gruppe der Abwesenden fernhält? Wie hoch ist eigentlich der Anteil, dem es beim bisherigen Austragungsmodus nicht möglich war, zu kommen, weil die Frage der Kinderbetreuung nicht berücksichtigt wurde? Wie viele von uns sind vielleicht auf eine Austragung in räumlicher und zeitlicher Nähe zu den Herren angewiesen, weil so durch Bildung von Fahrgemeinschaften auch am späten Abend eine sichere Heimfahrt möglich ist? Oder wird die Nähe zu den Herren auch bei einem eigenen Turnier in den selben Räumen eher als störend empfunden?

Die Liste der Fragen könnte noch weiter gehen, aber die Zahl der Antworten ist leider so gering, wie die Zahl der Teilnehmerinnen an der Landaesmeisterschaft es schon viel zu lange ist.

WAS WOLLEN WIR?

Mit der Frage, was die Frau eigentlich will, hat sich schon Sigmund Freud lange erfolglos beschäftigt, also können wir auch nicht erwarten, daß Vorstände oder Turnierleiter die bestehenden Probleme ohne eine gewisse Mithilfe von unserer Seite lösen. Die Kommunikation untereinander und mit den Verantwortlichen ist unbedingt notwendig. Außer meinen bisherigen Erfahrungen mit den abgehaltenen Sitzungen und den wenigen Einzelgesprächen, die ich mit Damen aber auch mit Herren geführt habe, kann ich wenig darüber sagen, wie es um die Verbreitung von Nachrichten und Meinungen besonders unter den Damen bestellt ist. Erreichen Mitteilungen im Verbandsorgan einen ausreichend großen Anteil der Spielerinnen und Spieler, um erfolgreich zu sein? Ist der Informationsfluß von der Spielerin über die Vertreter ihres Vereins bis in den Landesvorstand und umgekehrt gewährleistet, oder brauchen wir vielleicht doch weitere Kontaktpersonen, um dafür zu sorgen, daß jede informiert und gut vertreten ist?

Ich möchte mit diesem Brief vorschlagen, in einer einmaligen Sitzung möglichst aller Damen, mindestens aber mit einer Vertreterin für jeden Verein, in dem mehrere Mädchen und Frauen spielen, die Klärung der wichtigsten Fragen vor allem der Kommunikation zu klären. Dies stellt nur einen kleinen Ausschnitt davon dar, welche Probleme ich sehe und wie ich denke, daß wir die Lösung angehen sollten. Jede Form einer Antwort, sei es zur offenen Diskussion in der Rochade oder in einem Brief, ist mir persönlich willkommen und erwünscht.

Bis dann,
Eure Natascha Fahrenholz

»Der Vorstand des Landesschachbunds Bremen (LSB) unterstützt die von Frau Fahrenholz vorgetragene Initiative und wird bei entsprechendem Interesse das Anliegen auch weiter fördern. Der Vorstand bittet deshalb alle Vorsitzenden der dem LSB angehörenden Vereine, ihren weiblichen Mitgliedern Kenntnis von dem Diskussionsvorschlag von Frau Fahrenholz zu geben.

Stellungnahmen und Diskussionsbeiträge entweder an

gez. Vorstand des
Landesschachbunds Bremen«