Rechtsradikalismus darf im Sport keinen Platz haben

(DSB). Der Vorstand der Deutschen Sportjugend hat in seiner Sitzung am 11. und 12. August 2000 in Frankfurt am Main eine Erklärung zum Rechtsextremismus und zur Fremdenfeindlichkeit verabschiedet

Die Erklärung hat folgenden Wortlaut:

»Angesichts der wachsenden Bedrohung unserer Gesellschaft durch Gewalt, Rassismus, Intoleranz und Rechtsextremismus appelliert der Vorstand der Deutschen Sportjugend an die 87000 Turn- und Sportvereine und ihre mehr als zwei Millionen Jugendbetreuer, Übungsleiter und Trainer, nicht in ihrem Engagement für ein freundschaftliches, tolerantes, faires und vorurteilsfreies Miteinander im alltäglichen Sportbetrieb nachzulassen. Rechtsradikales Gedankengut darf auch im Sport keinen Platz haben! Es gilt jetzt, die in unzähligen Initiativen und Aktionen des Sports in der Vergangenheit geleistete Aufbauarbeit zur Prävention, Integration und Resozialisierung junger Menschen nicht durch eine gewalttätige Minderheit demontieren zu lassen, sondern vielmehr mit neuen Ideen, Inhalten und Strategien auszubauen, Alternativen aufzuzeigen und dadurch eine Gegenbewegung einzuleiten. Der Vorstand der Deutschen Sportjugend ist zutiefst besorgt über die Zunahme der Gewaltbereitschaft und Menschenhatz rechtsextremer Gruppen vor allem in den neuen Ländern, deren Folgen gravierende Einschnitte für das Sozial- und Gemeinschaftsgefüge und negative Auswirkungen für die Kultur- und Wirtschaftsstandorte sein werden.

Der DSJ-Vorstand begrüßt ausdrücklich die durch die aktuelle Beunruhigung über rechtsextreme oder ausländerfeindlich motivierte Gewalttaten gegründeten Bündnisse und Zusammenschlüsse mit dem Ziel, aufzuklären, wachzurütteln und Gesicht zeigen! Er fordert die in Bund und Ländern politisch Verantwortlichen dazu auf, die notwendigen Voraussetzungen für wirksamere ordnungspolitische Maßnahmen und auch für sozialpädagogische, sportorientierte Projekte zu schaffen. Er bekräftigt seine Entschlossenheit, weiterhin das Medium Sport für besondere Programme mit jungen Menschen aus anderen Kulturkreisen als Beitrag zu deren Integration zu nutzen und damit der Ausgrenzung auf Grund ausländischer Herkunft, fremder Sprache oder ihrer Religion entgegen zu wirken.«