Bundesliga: SV Werder Bremen glänzt gegen Berliner Vereine

von Ulrich Giese

Hervorragend gestaltete sich für die Bremer Schachspieler der Vergleich mit den Berliner Vereinen Schachfreunde Neukölln und König Tegel. Am Ende verbuchten die Hanseaten 4 Mannschafts- und 10 Brettpunkte für sich. Weniger erfreulich war dagegen das Ergebnis im vorgezogenen Vergleich mit Reisepartner Magdeburg. Hier gingen die Hanseaten sang- und klanglos mit 2,5:5,5 unter.

Gegen die etwa gleichstarken Neuköllner, die ohne ihren Spitzenspieler Mowsesian antraten, gelang den Bremern ein 4,5:3,5 Sieg. Siegreich waren Schandorff gegen Bunzmann (2484) und der diese Saison wesentlich stärker agierende McShane, der Brynell (2484) bezwang. Die einzige Niederlage fing sich Knaak ein, der Borriss (2439) unterlag. Am Sonntag folgte ein deutlicher 5,5:2,5 Sieg gegen Abstiegskandidat König Tegel. Seinen zweiten Sieg an diesem Wochenende stellte Schandorff gegen Paulsen (2431) sicher. Siegreich waren auch Knaak gegen von Herman (2357), Pelletier gegen Fette (2346) und Heissler über Giemsa (2299). Die übrigen Partien endeten Remis.

In der Gesamttabelle konnte sich Werder Bremen mit 6:2 Punkten in einem breiten Verfolgerfeld hinter den Titelanwärtern Lübeck (8:0 Punkte), Köln Porz und Solingen (jeweils 7:1 Punkte) platzieren. Insofern war das vorgezogene Spiel gegen Reisepartner Magdeburg von großer Bedeutung, entschied es doch über die weitere Richtung der Werderaner. Äußerlich sprach auch alles für die Hanseaten, die in Bestbesetzung antraten. Magdeburg trat ohne Nisipeanu und mit den eher schwächer einzuschätzenden Ersatzspielern Stolz (2318) und Meier (2288) an. Doch an den unteren drei Brettern erlitten die Hanseaten ein kleines Fiasko. Trotz einem Elo-Vorsprung von durchschnittlich über 100 Punkte sprang am Ende lediglich ein Punkt heraus. Pelletier gegen Pröhl (2386) und Neuzugang Joachim gegen Stolz spielten Unentschieden, während Meins, sicherlich überraschend, an Brett 8 Meyer unterlag. Weitere Niederlagen mussten Knaak gegen Georgiev (2564) und Hracek am Spitzenbrett gegen Onischuk (2627) hinnehmen. Am Ende kamen die Hanseaten ohne Sieg zu einer deutlichen 2,5:5,5 Niederlage.

Trotz der deutlichen Niederlage gegen Magdeburg zeigen die Bremer in dieser Saison bisher eine gute Leistung. Von 9 eingesetzten Spielern weisen 7 ein Score von 50 oder mehr Prozent auf. Erfreulich insbesondere die Leistung von McShane, der jetzt schon 3,5 Punkte auf seinem Konto hat. Noch nicht so richtig in Form gekommen sind die Bremer Spitzenspieler. Babula hielt sich mit 5 Remis bisher schadlos, ohne zu glänzen und Hracek weist ohne Sieg 2 Niederlagen auf. Die meisten Niederlagen musste Meins mit 3 hinnehmen. Ihm gelang es nicht seinen nominellen Leistungsvorsprung an Brett 8 in entsprechende Punkte umzusetzen.