2. Bundesliga-Nord: 3x Unentschieden

von Ulrich Giese

Auf drei Unentschieden kamen am dritten Spieltag die Bremer Vertreter in der 2. Bundesliga-Nord. Für die Bremer Schachgesellschaft sicherlich zu wenig, während die anderen beiden Teams auf den ersten Blick zufrieden sein konnten.

Nach der überraschenden Niederlage gegen Zehlendorf in der vorherigen Runde, musste die Bremer SG unbedingt voll Punkten, um weiterhin im Aufstiegsgeschäft mitreden zu können. Durch das 4:4 gegen Aufstiegsanwärter Königsspringer vergaben die Bremer jedoch die Chance den Aufstieg ohne Fremdhilfe erreichen zu können. Siegen von Borik über von Bülow und Vereinsmeister Steffens über Pajeken standen Niederlagen von Breutigam gegen Buhr und Hundack gegen Trisic gegenüber.

Im ersten Drittel der Saison zeigten die Spieler der Bremer SG eine durchschnittliche Leistung. Weder gab es negative noch positive Ausreißer. Für die weiteren Runden ist das Team gefordert, seine Spitzenrolle in der 2. Bundesliga-Nord unter Beweis zu stellen. Für den Aufstieg bedarf es mittlerweile eines Wunders. Dass dieses durchaus eintreten kann, davon können die Delmenhorster berichten, die mehr als unerwartet 1998 in die 1. Bundesliga aufstiegen.

3:3 Mannschaftspunkte und dank eines Brettpunktes mehr vor der Bremer SG platziert. Für die 2. Mannschaft des SV Werder Bremen gestaltete sich der Saisonauftakt recht erfolgreich. Bei genauerer Betrachtung muss man jedoch feststellen, dass die Werderaner bisher gegen relativ schwache Gegner gespielt haben. Isernhagen wird wohl ein reiner Punktelieferant sein und Leipzig Gohlis war ein durchaus schlagbarer Gegner. Unter diesen Gesichtspunkten ist das 4:4 im Lokalderby gegen Delmenhorst schon fast wieder zuwenig. Zumal die Delmestädter sich den Luxus leisteten nur mit 7 Spielern anzutreten. Ausschlaggebend für das Unentschieden waren starke erste vier Bretter bei Werder Bremen (3 Punkte) und starke untere vier Bretter bei Delmenhorst (3 Punkte). Siegreich bei Werder waren Trainerspieler Meyer über Heinsohn, Westphal über Homuth und Flögel kam zu einem kampflosen Punkt. Im Gegenzug besiegte auf Delmenhorster Seite Dornieden Issing, Ditt Franke und Schütte Wenzel.

Unterstellt man, dass Delmenhorst den Verbleib in der 2. Liga anstrebt, ist es ärgerlich, dass lediglich 7 Spieler zum Lokalderby antraten. Nach zwei knappen 3,5:4,5 Niederlagen wurde auch hier die Chance auf entscheidende Punkte gegen den Abstieg vergeben. Wichtig für den Verbleib der Delmestädter in der 2. Bundesliga werden am Ende die direkten Vergleiche mit den bisher punktlosen Mannschaften König Tegel II und Isernhagen sein. Mit Siegen über diese Teams könnte ein solides Fundament zum Erreichen des Saisonziels gelegt werden.

Erwähnenswert ist der Einsatz des Präsidenten des Deutschen Schachbundes, Egon Ditt, in der Mannschaft des Delmenhorster SK. Man darf gespannt sein, ob der Präsident, der nicht mehr zur Widerwahl antreten wird, nach der laufenden Amtsperiode wieder öfter am Schachbrett zu finden sein wird. Sein Sieg über Franke zeigt, dass er immer noch ein ernstzunehmender Gegner ist.

Tabelle: 2. Bundesliga-Nord

Rg Mannschaft           BP    MP
 1. Leipzig Gohlis      14,0  6
 2. BW-Neukloster       15,5  5
 3. Königsspringer      13,5  5
 4. SK Zehlendorf       15,5  4
 5. Werder Bremen 2     13,0  3
 6. Bremer SG           12,0  3
 7. Preetzer TSV        11,5  3
 8. Delmenhorster SK    11,0  5
 9. SK König Tegel II    7,5  0
10. SG Isernhagen        6,0  0

2001-01-11