Leserbrief: Neue Mitglieder!! Warum??

Schachfreund Kai Kröhnke von der SG Bremerhaven brachte seine Gedanken, in der Januarausgabe, Seite 3, zum Thema Mitglieder/Mannschaften-Schwund im LSB, zu Papier. Zusätzlich forderte Redakteur Ulrich Giese die Leser - nicht zum erstenmal - auf, sich weitere Gedanken zu machen, und Lösungsansätze zu erarbeiten, die diese Talfahrt stoppen könnte, und neue Mitglieder dem Schach und den Vereinen zuzuführen.

Ich frage mich, was soll dieser ganze Aufwand???

Wenn der Landesschachbund (mit seinen Vereinen) nicht einmal in der Lage ist, seine vorhandenen Mitglieder mit sportlichen Angeboten zufrieden zu stellen, was haben wir dann neuen Mitgliedern zu bieten??

Einige Mißstände möchte ich einmal aufzeigen, die vielleicht dazu geführt haben, den einen oder anderen gestandenen Schachspieler zu vergraulen. Durch Änderungen der TO bzw. Verständnis für den Hobbykollegen lassen sich m.E. viele Ärgernisse leicht abstellen:

Ich fange mit unserer Königsveranstaltung - den Mannschaftskämpfen - an:

  1. Ich meine, die Spielbedingungen in den Vereinen wie Spielräume (oftmals viel zu klein, weil zu viele Mannschaften), Verpflegung (Kaffee, Tee, Kaltgetränke) während der Veranstaltung (keine oder viel zu teuer) haben sich rapide verschlechtert. Letzterer Punkt läßt sich oftmals mit ein bisschen Eigeninitiative und ohne großen Aufwand verbessern.
  2. Die Unsitte des unpünktlichen Beginns des Mannschaftskampfes hat zugenommen. Nicht selten, daß Gastmannschaften oftmals vor verschlossenen Türen warten müssen, bis der erste Spieler der Heimmannschaft Minuten vor oder gar nach angesetztem Spielbeginn anfängt, das Material aufzubauen. Eine Verzögerung, bis zu einer halben Stunde, ist aus diesem Grunde keine Seltenheit.
  3. Wer hat nur die unsinnige Regelung geschaffen, daß ein Schachspieler, oder gar eine ganze Mannschaft, ungestraft und bei vollem Bewußtsein, eine ganze Stunde zu spät kommen darf? Dieses gibt es meines Wissens in keiner anderen Sportart.
  4. Der Spielbeginn in den Bremer Klassen ist (laut TO ?) auf 9:00 Uhr festgelegt. Auf Antrag kann ein Verein auf 10:00 Uhr verlegen, welches die Mehrzahl der Vereine auch wahrnehmen.
  5. Das bewußte Nichtantreten von Spielern bzw. das Freilassen von Brettern führt dazu, dass betroffene Gegner, die mehrmals solchen Situationen begegnen, das nächste Mal lieber Selbst etwas länger im Bett liegen bleiben und den Kaffee mit der Familie genießen. Mindestens eine Stunde - oftmals auch die ganze Wettkampfzeit, weil als Fahrgemeinschaft angereist - müssen untätig abgesessen werden.
  6. Das rechtzeitige Ausschreiben von Turnieren, eine ordnungsgemäße Vorbereitung mit Erstellung vollständiger und korrekter Unterlagen und eine öffentlich gemachte Durchführung (Ergebnisdienst) sollte selbstverständlich sein. Der Ergebnisdienst ist dank U.Giese (Rochade), Internet (Wetjen/Mossakowski) und den Staffelleitern (Rundschreiben) als fast vorbildlich zu nennen.

Verbesserungsvorschläge zu oben genannten Punkten:

Für die Einzelturniere des LSB gilt teilweise auch oben genanntes.

Die Königsklasse in den Einzelturnieren ist die Bremer Einzelmeisterschaft. Aber wer die unwürdigen Örtlichkeiten im letzten Jahr miterlebt hat (2 verschiedene Klassenräume und eine Bibliothek), dem kann ich nachfühlen, wenn er sich lieber anderen Sportarten zuwendet. Alle Vereine (auch die »Kleinen«) sollten sich bemühen, einmal eine Veranstaltung des LSB auszurichten. Dieses kann ein Turnier, eine Sitzung oder eine Mitgliederversammlung sein.

Ein weiterer großer Mißstand in dieser laufenden Saison war und ist der Dähnepokal auf Bremer Landesebene. Bereits im Sommer 2000 wurde der Landesturnierleiter Thomas Becker nach der Ausschreibung bzw. Durchführung des Dähnepokals befragt. Er versprach Monat für Monat dieses in der jeweiligen nächsten Ausgabe zu erledigen.

In der letzten Ausgabe (Januar 01, Seite 2) ist nun zu lesen, daß sich SF Pienski (SF Leherheide) für die Endrunde qualifiziert hat. War es nun Nachlässigkeit, oder wollte man die Spieler von Werder, der BSG und den anderen stadtbremischen Vereinen bewußt ausschließen?? Zum Verständnis: Der Sieger auf Landesebene qualifiziert sich direkt für die Deutsche Pokal-Einzelmeisterschaft. Ich erwarte von dem Vorstand des LSB, auf den TL einzuwirken, damit die bisher erzielten Ergebnisse annulliert werden, und eine entsprechende Ausschreibung für diese Veranstaltung veröffentlicht wird.

Bernhard Künitz (Leidenschaftlicher Schachspieler)