2. Bundesliga: Prinzip Hoffnung

von Ulrich Giese

Die Bremer Schachgesellschaft kam in der vorletzten Runde erwartungsgemäß zu einem deutlichen 5,5:2,5 Heimsieg gegen den Preetzer TSV. Werder unterlag ebenfalls erwartungsgemäß Tabellenführer Königsspringer 2,5:5,5, während sich Delmenhorst gegen Absteiger König Tegel II mit 4,5:3,5 schwer tat.

Die Ergebnisse der 8. Runde in der 2 Bundesliga Nord helfen den Bremer Vertretern aber nicht weiter. Weiterhin regiert das Prinzip Hoffnung! Die Bremer SG rangiert mit dem besten Brettpunktverhältnis, aber weiterhin mit einem Punkt Rückstand, hinter Königsspringer. Und es ist kaum davon auszugehen, dass die Hamburger in der letzten Runde noch was anbrennen lassen. Aufgrund der Erfahrungen des letzten Jahres scheint es schon fast wahrscheinlicher, dass die Bremer SG eher durch den Rückzug diverser Mannschaften von der 1. Liga, als durch eine Schwäche Königsspringers, noch auf den Aufstiegsfahrstuhl springt.

Gegen den Preetzer TSV mussten die Spieler des Bremer Traditionsvereins nicht an ihre Grenzen gehen, da diese kampflos ihre ersten beiden Bretter abgaben. Dies erklärt wahrscheinlich auch die hohe Anzahl der Unentschieden (5) in den verbliebenden Partien. Einen Bremer Sieger hatte nur die Partie Borik gegen Willsch.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Bremer Vertreter aus der 2. Bundesliga absteigt, nimmt immer konkretere Formen an. Zwar konnte sich Delmenhorst durch ein knappes 4,5:3,5 vom Tabellenende trennen, sollten sie in der letzten Runde jedoch, durch einen Sieg gegen Zehlendorf, doch noch den dritten Abstiegsplatz verlassen, wäre vermutlich Werder Bremen der Leittragende.

Die Ersatzspieler der Delmenhorster stellten den Sieg gegen den vorzeitig feststehenden Absteiger König Tegel II sicher. Tobias Jugelt trat in dieser Saison erst zum zweiten Mal an und besiegte Jähnisch. Unter ihm behielt der Präsident des Deutschen Schachbundes, Egon Ditt, mit seinem dritten Sieg in seiner dritten Partie weiterhin seine weiße Weste. Siegreich war auch Nachwuchsspieler Korsus, während Lauber, Heinsohn und Dornieden Remis spielten. Katastrophal das bisherige Ergebnis von Homuth. Er kassierte gegen Heuer seine dritte Saisonniederlage bei drei Unentschieden.

»Wir brauchen noch einen Punkt, aber gegen Königsspringer werden wir ihn kaum holen«, sprach SF Müller (SV Werder Bremen) und unterlag prompt Pajeken. Letztendlich auf »Nummer Sicher« ging Königsspringer gegen Werder Bremen, indem es in Bestbesetzung antrat. Zwar siegten Flögel und Westphal, aber nur noch Forchert konnte ein Remis rausholen. Nun heißt es bei den Hanseaten, den 7. Platz vor Delmenhorst zu verteidigen.

Tabelle nach 8 Runden

 1. Königsspringer   37,0  14
 2. Bremer SG        44,0  13
 3. Leipzig Gohlis   35,0  10 
 4. BW-Neukloster    33,5  10 
 5. SK Zehlendorf    34,5  9 
 6. Preetzer TSV     30,5  7
 7. Werder II        29,5  6
 8. Delmenhorst      28,0  5
 9. Isernhagen       22,0  4
10. König Tegel II   26,0  2