Gigantisch ... Werder hält Platz 4

von Ulrich Giese

Wahrlich ein finales Finalwochenende absolvierten die Schachspieler des SV Werder Bremen in Lübeck. Als wollten sie für Spannung sorgen, vermasselten die Hanseaten am Sonnabend die Vorentscheidung um den 4. Platz. Sonntag musste dann mindestens ein Punkt gegen Lübeck her und das gelang.

Die Entscheidung um die ersten zwei Plätze war schon in der Doppelrunde zuvor gefallen und es war auch nicht mehr davon auszugehen, dass Solingen den 3. Platz vergibt. So ging es in der letzten Doppelrunde noch um den 4. Platz, der, da der zweitplazierte Porz sein Startrecht nicht wahrnehmen wird (vgl. hierzu Interview mit Dr. Schelz-Brandenburg), zur Teilnahme am internationalen Wettbewerb berechtigt. Hierzu kam es in Lübeck zu einem heißen Tanz. Es trafen der viertplazierte Werder Bremen, der fünftplazierte Magdeburg, der sechstplazierte Hamburger SK und, zur besonderen Würze, der verlustpunktfreie Tabellenführer Lübeck aufeinander. Beste Aussichten auf den vierten Platz besaß Werder Bremen mit 3 Punkten Vorsprung gegenüber Magdeburg und Hamburg. So war die Marschroute für die Hanseaten klar. Am Sonnabend ein Unentschieden gegen Hamburg, um dann am Sonntag beim übermächtigen neuen deutschen Meister Lübeck bei einer Niederlage zumindest gut auszusehen.

Der Druck war anscheinend zu groß. Gegen den Hamburger SK konnten die Spieler keinen einzigen Sieg landen und verloren bei Niederlagen von Babula, McShane und Heissler sang und klanglos mit 2,5:5,5. Zwar waren die Magdeburger durch eine Niederlage gegen Lübeck aus dem Rennen um Platz 4, doch Hamburg, mit dem deutlich besseren Brettpunktverhältnis als Werder, lag mit nur noch einem Punkt Rückstand in Lauerstellung.

Sonntag musste Werder das Unmöglich möglich machen. 14 Spieltage war die Bundesligasaison 2000/01 zu diesem Zeitpunkt alt und 14 mal hatten die Lübecker Schachspieler den Spielsaal als Sieger verlassen. Sollte diese Serie ausgerechnet am letzten Spieltag enden? Sie tat es. Für den goldenen Punkt sorgte der jüngste im Team des SV Werder Bremen, Mc Shane, der die Niederlage von Knaak ausglich. Die restlichen Spieler der Hanseaten, die an diesem Wochenende ohne ihrem punktbesten Pelletier antraten, hielten ihre Partien Remis. Das Unentschieden war notwendig, um den 4. Platz zu halten, denn gleichzeitig besiegte Hamburg Magdeburg. Die Hanseaten von der Elbe besitzen damit alle Chancen mit den Hanseaten von der Weser nach Kreta zum Europapokal zu fahren, da vermutlich auch Lübeck sein Startrecht nicht wahrnehmen wird. So werden die Träume von Christian Zickelbein wahr, der schon in der letzten Rochadeausgabe von einer Teilnahme seines HSKs träumte!

Endtabelle nach 15 Runden

1. Lübecker SV        79,5  29- 1
2. SG Köln Porz       82,5  27- 3
3. Solinger SG        84,0  23- 7
4. Werder Bremen      64,5  20-10
5. Hamburger SK       67,0  19-11
6. TV Tegernsee       64,5  18-12
7. USC Magdeburg      65,0  17-13...