Alle bleiben in der 2. Bundesliga?!

von Ulrich Giese

Zwei Siege und eine Niederlage erzielten die Bremer Teilnehmer in der 2. Bundesliga Nord. Lässt man die Saison Revue passieren, gibt es auch insgesamt zwei Sieger und einen Verlierer. Verlierer ist jedoch der beste Bremer Teilnehmer, die Bremer Schachgesellschaft, während sich Delmenhorst und voraussichtlich auch Werder Bremen über den Klassenerhalt freuen dürfen.

Mit einem 4,5:3,5 Sieg ohne Brettniederlage beendeten die Schachspieler der Bremer SG die Saison 2000/01. Damit belegen sie in der Endtabelle mit 15:3 Punkten und 48,5 Brettpunkten den 2. Platz. Verspielt hatten sie den Aufstieg schon nach drei Runden, nachdem in der 2. Runde überraschend gegen Zehlendorf verloren und in der 3. Runde nur ein 4:4 gegen Aufsteiger Königsspringer Hamburg erzielt wurde. Trotzdem war es für den Aufsteiger eine erfolgreiche Saison. Sämtliche Stammspieler erzielten über 60 Prozent, wobei insbesondere die ersten vier Bretter durch gute Ergebnisse zu überzeugen wussten. Mit Spannung darf erwartet werden, welche Ziele der Bremer Traditionsverein sich für die kommende Saison setzt.

Dreimal verlor der Delmenhorster SK in den ersten vier Runden äußerst knapp mit 3,5:4,5 Punkten. Damit befanden sich die Delmenhorster, nach ihrem freiwilligen Abstieg letzte Saison aus der 1. Bundesliga, im freien Fall Richtung Oberliga. Später, mit drei Mannschaftspunkten aus 7 Partien, schien aus dieser Ahnung Gewissheit zu werden. Gegen König Tegel II kam aber die Wende. Die Delmenhorster starteten einen kleinen Endspurt, schlugen Absteiger König Tegel II knapp mit 4,5:3,5 und am letzten Spieltag Zehlendorf mit 5,5:2,5. Damit zog Delmenhorst noch an der 2. Mannschaft des SV Werder Bremen vorbei auf einen Nichtabstiegsplatz. Beim Sieg in der letzten Runde sorgten Plump, Korsus und Jugelt für ganze Punkte, während die übrigen Partien unentschieden endeten. Die Einzelbilanz der Spieler ist alles andere als homogen, von 100 bis 17 Prozent findet sich alles. Gleiches lässt sich von der sicherlich interessanten Mannschaftszusammensetzung der Delmenhorster sagen. Mit dem Deutschen Schachpräsidenten Ditt (3 Punkte aus 3 Partien) und Dr. Dornieden (4,5 Punkte aus 6 Partien) zeigte die »ältere« Generation, dass sie längst noch nicht zum alten Eisen gehört. Die Jugend wurde durch Korsus (4 Punkte aus 6 Partien) erfolgreich vertreten, der damit in die Fußstapfen von Lauber (4,5 Punkte aus 9 Partien an Brett 1) und Jugelt (2,5 Punkte aus 3 Partien als Ersatzspieler) tritt. Es bleibt abzuwarten, ob die Delmenhorster auch in der kommenden Saison derartig inhomogen agieren werden.

Leittragender des Sieges der Delmenhorster war die 2. Mannschaft des SV Werder Bremen. Nach der erwarteten Niederlage gegen Aufsteiger Königsspringer in der 8. Runde kassierten die Hanseaten auch in der Schlussrunde eine anscheinend üble Niederlage gegen Neukloster. Dadurch tauschte Werder mit Delmenhorst die Plätze und befand sich aufeinmal auf einem Abstiegsplatz. Doch die Schachbundesliga wäre zur Zeit nicht Schachbundesliga, wenn nicht die eine oder andere Mannschaft zurücktreten würde. Es sieht ganz so aus, als ob Werder diese Saison von einer solchen Entwicklung profitieren würden (vgl. Interview mit Dr. Schelz-Brandenburg). Relativ ausgeglichen stellen sich die Einzelleistungen der Spieler dar. An den ersten zwei Bretten fallen Hedke und Meyer mit ihre Punktausbeute etwas ab, was der Tatsache geschuldet ist, dass es sich hier um die zweite Mannschaft des SV Werder Bremen handelt und somit die Spitzenbretter nicht so stark besetzt sind, wie bei den »ersten« Teams in der 2. Liga.

Endtabelle nach 9 Runden

 1. Königsspringer   42,5 16
 2. Bremer SG        48,5 15
 3. BW-Neukloster    38,5 12
 4. Leipzig Gohlis   38,5 10
 5. SK Zehlendorf    37,0  9
 6. Preetzer TSV     35,5  9
 7. Delmenhorst      33,5  7
 8. Werder Bremen 2  32,5  6
 9. SG Isernhagen    24,5  4
10. König Tegel II   29,0  2