50 Jahre Achim – Spaß beim königlichen Spiel

(ger). Eine Auswahl der Schachfreunde Achim trat aus Anlass des 50-jährigen Vereinsjubiläums im Rahmen eines Jubiläumsturniers im Haus Clüver gegen mehrere Gäste an, die aus Sport und Politik vor Ort der Einladung gefolgt waren, darunter die Stadtratsmitglieder Emil Gitz und Karlheinz Gerhold sowie der Präsident des Landesschachbundes Bremen Wolfgang Jackwerth, der Syker Schachtrainer Thomas Runde und der frühere Turnierleiter Wolfgang Krappe.

Nur Bürgermeister Christoph Rippich, der zum Vereinsjubiläum neben besten Wünschen der Stadt Achim auch ein Geldgeschenk für die Jugendabteilung überbrachte, traute sich wegen mangelnder Regelkenntnisse nicht ans Brett. Rippich würdigte während seiner Ansprache die Leistungen des kleinen 50 Mitglieder zählenden Vereins, der sich um die Förderung des Denksports und vor allem der Jugendarbeit verdient gemacht habe. Der 2. Vorsitzende der Schachfreunde Achim Kurt Fehsenfeld, der anstelle des erkrankten seit 25 Jahren amtierenden Vereinsvorsitzenden Hubert Sturm die Festansprache hielt, hob die beachtlichen sportlichen Erfolge hervor, auf die der Verein stolz sein kann. So spielte die erste Mannschaft lange Jahre in der Landesliga, immerhin der vierthöchsten deutschen Liga, und jetzt nach dem Erringen der Vizemeisterschaft 2001 wieder in der Bremer Stadtliga. Besonders erfolgreich sei aber die Jugendabteilung, die mehrere Bremer Landesmeistertitel erspielte und in der Jugendbundesliga Nord/West um Sieg oder Niederlage kämpft.

Der für einen so kleinen Verein beachtliche sportliche Erfolg sei – so Fehsenfeld – sicherlich auf die Kontinuität der Vorstandsarbeit zurückzuführen. In seiner 50jährigen Vereinsgeschichte hatte der Verein bisher mit Adolf Küchler (1951 – 1976), Holger Wöltje (1976 – 1977) und Hubert Sturm (seit 1977) lediglich drei Vorsitzende.

Der Präsident des Landesschachbundes Bremen, Wolfgang Jackwerth, wies auf die Bedeutung des uralten Schachspiels hin, das die Konzentrations-, Kombinations- und Denkfähigkeit wie keine andere Denksportart fördere und dabei noch Spaß und Freude bereite. Stadtarchivar Karlheinz Gerhold kündigte an, dass zum großen Vereinsfest im Herbst eine Vereinschronik fertiggestellt werde. Einige Pretiosen aus der Frühgeschichte des Vereins hatte er aber bereits mitgebracht, darunter liebevoll mit Skryptol handgemalte Siegerurkunden aus dem Gründungsjahre 1951 sowie der Pokal des ersten Vereinsmeisters der Jahre 1951 bis 1956 Helmut Bosenius, der von der Tochter des damaligen Schachmeisters, der gleichzeitig Stadtratsmitglied und Achimer SPD-Vorsitzender war, zur Verfügung gestellt wurde.

Die Gründung des Schachvereins selbst erfolgte am 18. Juli 1951 im Hotel zur Post am Achimer Bahnhof. 15 Schachfreunde hatten sich aufgrund eines von Johann Butt und Georg Theiss im Fenster des Gasthauses angebrachten Hinweisschildes zur Gründungsversammlung eingefunden, die Adolf Küchler jun. zum 1. Vorsitzenden, Werner Schubert zum Spielleiter und Schachfreund Gutzeit zum Kassierer und Schriftführer bestimmte. Erster Höhepunkt der aufblühenden Vereinsarbeit war 1953 ein Turnier mit 128 Teilnehmern in der Paulsbergschule. Als einziger der damaligen Mitspieler nahm Karl Baumann, der seit vielen Jahren als Materialwart fungiert, als seit nunmehr 50 Jahren aktives Vereinsmitglied an dem Jubiläumsturnier teil. Mit Anekdoten aus alter Zeit klang die Veranstaltung schließlich aus, so wurde zum Beispiel erinnert an die langjährigen, inzwischen leider verstorbenen, Mitglieder Hans Thometzki und Heinz Vogelsang, die beide so sehr schachbegeistert waren, dass sie sich regelmäßig beim Spiel in die Wolle kriegten, weil sie so konzentriert waren, dass sie nicht mehr wussten, wer am Zug war. Trotz der gegenseitigen Beteuerung, nie wieder miteinander spielen zu wollen, saßen sie sich eine Woche später erneut am Brett gegenüber.