Schach-Bundesliga: Werder behauptet Rang 5

von C. D. Meyer

Die Tripelrunde 5-7 vom 01. bis 03. Februar am Bremer Flughafen (im Flughafenrestaurant und im Atlantic Hotel Airport) ließ Werder nicht abheben und brachte die erwarteten Resultate: Mit zwei deutlichen Siegen gegen die Aufsteiger Königsspringer Hamburg und SG Heiligenhaus (6,5:1,5 bzw. 6:2) sowie einer ebenso undramatischen Niederlage gegen den Favoriten aus Solingen (3:5) konnten die Bremer in der Bilanz zwar ihr Brettpunkte-Konto aufpolieren, aber mehr als die Behauptung des fünften Tabellenplatzes war nicht drin. Das Fehlen der beiden Jung-Großmeister McShane und Pelletier machte sich im zentralen Duell gegen die Klingenstädter dann doch bemerkbar. Die Einzelresultate:

Runde 5

Königsspringer 
Hamburg   1,5:6,5 SV Werder
Lamprecht   0:1      Hracek
Pajeken     0:1      Babula
Hochgräfe   1/2  Schandorff
Trisic      0:1       Knaak
Voigt       0:1     Joachim
Von Bülow   1/2       Meins
Berger      1/2    Heissler
Wendt       1/2       Meyer

Runde 6

SV Werder   3:5 Solinger SG
Hracek      0:1       Piket
Babula      1/2     Nikolic
Schandorff  1/2      Lobron
Knaak       1/2        Emms
Joachim     1/2    Chandler
Meins       1:0      Rowson
Heissler    0:1     Naumann
Asendorf    0:1    Schaefer

Runde 7

Heiligenh.  6:0   SV Werder
Van Mil     1/2      Hracek
Solleveld   0:1      Babula
Dutreeuw    1/2  Schandorff
Berkvens    1:0       Knaak
Schmitz     0:1     Joachim
Lindner     0:1       Meins
Heller      0:1    Heissler
Kesseler    -:+    Asendorf

1. Bundesliga (Stand nach 7 Runden)

 1. Lübecker SV     13  36,0
 2. SG Porz         12  36,5
 3. TV Tegernsee    10  34,0
 4. SF Neukölln      9  28,5
 5. Werder Bremen    9  34,5
 6. SG Solingen      8  28,5
 7. Godesberger SK   7  29,0
 8. Castrop Rauxel   6  23,5
 9. Hamburger SK     6  27,0
10. Stuttgarter SF   5  27,5
11. SV Wattenscheid  4  22,5
12. Erfurter SK      4  20,5
13. König Plauen     3  20,0
14. SG Heiligenhaus  2  12,5
15. Königsspr. HH    0  11,5

Scorertabelle

Hracek      4,0  7  57%
Babula      6,0  7  86%
Schandorff  4,5  7  64%
McShane     1,0  2  50%
Pelletier   2,0  4  50%
Knaak       3,5  7  50%
Joachim     4,5  7  64%
Meins       4,5  7  64%
Heissler    2,5  5  50%
Meyer       0,5  1  50%
Asendorf    1,0k 2  50%

Absoluter Topscorer der Werderaner ist zur Zeit der tschechische Großmeister Vlastimil Babula mit 6 Punkten aus 7 Partien. Bezeichnend für sein besonders kämpferisches und riskantes Spiel gegen nominell Schwächere ist die folgende »Partie des Wochenendes« gegen den holländischen IM Maarten Solleveld, ein Scharmützel voller Irrungen und Wirrungen. Das genau kalkulierte Finale ist jedenfalls brillant.

Solleveld (Heiligenhaus) — Babula (Werder)
Sizilianisch (B 82), Brett 2

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.f4 e6 7.Ld3 b5?! (Diese Einladung zu einem wilden Tanz wird dankend angenommen.) 8.e5!? dxe5 9.fxe5 Sd5 10.Dg4 h5 11.Dg3 h4? 12.Dg4! h3 13.g3? (Ab hier spielt der Anziehende zu zaghaft; stark war 13.Lg5!.) 13…Sxc3 14.bxc3 Lb7? (14…Dd5) 15.Tf1? (15.Sxe6! fxe6 16.Lg5!) 15…Ld5? (15…Dc7) 16.a4? (16.Lg6!!) 16…Dc7 17.Kd1?! (17.Df4) 17…Sd7! 18.axb5 Sxe5 19.De2 Sxd3 20.Dxd3 Lc4?! (21…Tc8) 21.Df3? (21.Txf7) 21…Td8 (Nachdem der Weiße mehrere durchschlagende Opferwendungen ausgelassenen hat, geht seine Stellung nun mit Getöse den Bach hinunter.) 22.b6 Dd7 23.Tf2 (23.Te1 Lc5) 23...e5 24.De3 De6 25.b7 exd4 26.Dxe6+ fxe6 27.Lf4 dxc3+ 28.Ke1 (28.Kc1 Lc5 Plan 0-0) 28...Lc5 29.Tb1 (Gravierend ist das tödliche Fesselungsmotiv nach der Alternative 29.b8D Txb8 30.Lxb8 Lxf2+ 31.Kxf2 0-0+! 32.Lf4 e5 -+.) 29…Lb5! 30.Tf3 (30.Td1 Txd1+ 31.Kxd1 Kd7 32.Tf3 Ld6) 30…0-0 31.Txc3 Ld4 32.Tc7 e5 - 0:1