Gennadij Fish dank besserer Feinwertung Sieger vor Ewgeni Gisbrecht

(ug). Spannend bis zur Schlussrunde blieb die Bremer Einzelmeisterschaft 2002. Nach 9 Runden hatte nur dank einer besseren Feinwertung Gennadij Fish vor seinem Vereinskollegen Ewgeni Gisbrecht (beide Bremer SG) die Nase vorn. Beide Spieler verbuchten am Ende 8 Punkte für sich. Platz 3 ging mit 7 Punkten an Gerlef Meins.

Ein durch die Bremer SG im Rahmen ihres 125jährigen Jubiläums aufgestockter Preisfond und neue attraktive Räumlichkeiten im Bürgerhaus Mahndorf, da musste die Bremer Einzelmeisterschaft 2002 ein Erfolg werden. Über 130 Teilnehmer nahmen am 23. März den Kampf im Bürgerhaus Mahndorf auf. Neben den Bremer Teilnehmern fanden sich auch einige Mitglieder des Niedersächsischen Schachbundes ein.

Geboten wurde ein attraktives Teilnehmerfeld, das neben 35 Spielern mit einer DWZ über 2000 auch ein breites Feld mit Spielern um eine DWZ von 1700 aufwies. So konnten sowohl Leistungsspielern als auch Vereinsspielern attraktive Paarungen geboten werden. Zahlreiche Ratingpreise bot vielen Spielern noch bis kurz vor Ende des Turniers die Chance mit einer Prämie nach Hause zu gehen.

Das Bürgerhaus stellte durch seine Infrastruktur eine ausreichende und gute Versorgung mit Getränken und Speisen sicher, dass Turnier selber fand sich bei Thomas Becker in sicheren Händen. Dieser machte konsequent von den neuen Medien Gebrauch. Zirka 30 bis 60 Minuten nach der jeweiligen Runde wurden die Ergebnisse, die aktuelle Tabelle und die Auslosung für den nächsten Tag per Email an die Teilnehmer versendet.

Runde 1

Ohne Überraschung blieb für die Spitzenspieler die 1. Runde. Die Spieler im erweiterten Spitzenfeld mussten dagegen erste Federn lassen. Oliver Müller (DWZ 2189) gegen Manfred Wardenberg (1724) und Rolf Hundack (2120) gegen Gudrun Kohl (1710) kamen jeweils über ein Remis nicht hinaus. Mit Niederlagen starteten Kai-Uwe Wittfoth (2144) gegen Bernd Röhl (1696) und Dirk Fuhrmann (2072) gegen Schelz-Brandenburg (1693).

Runde 2

Nicht über ein Remis hinaus kam Titelverteidiger Tobias Jugelt (2447) gegen die spielstarke Olga Kozlova (2063). Gleiches galt für Joachim Asendorf (2250), der mit Axel Buhrdorf (1946) den Punkt teilte. Bei den Nachwuchsspielern wusste Frithjof Fehsenfeld (1880) zu überzeugen, der Davor Krajina (2162) schlug.

Runde 3

Ab der dritten Runde wurde es so langsam ernst. Angeführt von Ewgeni Gisbrecht (Bremer SG) und Peter Gellrich (Delmenhorster SK) konnten noch acht Spieler nach dieser Runde eine weiße Weste aufweisen. Ein deutliches Ausrufezeichen setzte Jugendspieler Markus Lammers (Jahrgang 1986), der Fred Hedke ein Remis abtrotzte und sich mit 2,5 Punkten im Verfolgerfeld festsetzte.

Runde 4

Am Spitzenbrett teilte die Nr. 1 der Setzliste, Gennadij Fish (Bremer SG), mit Peter Issing (SV Werder Bremen) den Punkt. Die Tabellenspitze übernahm Olaf Steffens (Bremer SG), der wie Bernd Korsus (Delmenhorster SK) und Ewgeni Gisbrecht verlustpunktfrei blieb.

Runde 5

Im Spitzenduell schlägt Ewgeni Gisbrecht Olaf Steffens und da Bernd Korsus von Gerlef Meins geschlagen wurde, übernahm Gisbrecht mit einem halben Punkt Vorsprung die Tabellenspitze. Diese Position beabsichtigte der Bundesligaspieler erst mal nicht so schnell wieder herzugeben. In Lauerposition mit 4,5 Punkten legten sich Gennadij Fish und Gerlef Meins.

Tabelle nach der 5. Rd.:
1.Gisbrecht,E.BSG5.016.0
2.Fish,G.BSG4.517.5
3.Meins,G.Werder4.516.5
4.Steffens,O.BSG4.018.0
5.Jugelt,T.DSK4.016.5
...

Runde 6

Im Spitzenduell Gisbrecht - Fish teilten sich die Vereinskollegen die Punkte, so dass Meins durch seinen Sieg über Jugelt nach Punkten zum Tabellenführer Gisbrecht aufschließen konnte. Für Jugelt waren dagegen die Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung auf ein Minimum gesunken. Mit 4 Punkten aus 6 Partien fehlte insbesondere die Chance in direkten Vergleichen potentielle Konkurrenten zu schlagen.

Neu im Verfolgerfeld platzieren konnten sich Massoud Sawadkuhi, der Olaf Pienski schlug, und Oliver Müller, der gegen Bernd Korsus die Oberhand behielt.

Tabelle nach der 6. Rd.:
1.Gisbrecht,E.BSG5.525.0
2.Meins,G.Werder 5.524.0
3.Fish,G.BSG5.025.5
4.Sawadkuhi,M.BSG5.021.5
5.Mueller,O.Werder 5.020.0
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Runde 7

Erneut musste Gisbrecht seine Tabellenführung gegen den Tabellenzweiten am Spitzenbrett verteidigen. Mit schwarzen Steinen spielte er gegen Gerlef Meins Remis. Die Chance nutzte Fish, um mit einem Sieg über Sawadkuhi aus dem Spitzenduo ein Spitzentrio zu machen.

Den drei Spielern mit 6 Punkten folgten 5 Spieler mit 5,5 Punkten. Damit kam noch eine Vielzahl von Spielern für den Turniersieg in Frage. In den beiden Schlussrunden sollte sich aber die Spreu vom Weizen trennen und am Ende das jetzige Spitzentrio den Sieg unter sich ausmachen.

Seine Titelchancen vergab endgültig Tobias Jugelt durch ein Remis gegen Michael Erlich. Mit zwei Siegen in den Schlussrunden konnte er den »Schaden« aber noch begrenzen und belegte am Ende mit 6,5 Punkten den 6. Platz.

Runde 8

Fish schlägt Meins, Gisbrecht kommt zu einem kampflosen Sieg über Krajina, der trotz guter Ausgangslage in der 8. und 9. Runde nicht mehr antrat. Und die Verfolger? Jugendspieler Lammers hält mit einem Sieg über Marc Schütte mit einem halben Punkt Rückstand den Anschluss, gleiches gilt für Michael Bruns (TuS Syke), der Oliver Müller schlägt. Die Spieler mit nun 6 Punkten kommen dagegen nicht mehr für den Turniersieg in Frage.

Tabelle nach der 8. Rd.:
1.Fish,G.BSG7.043.5
2.Gisbrecht,E.BSG7.043.5
3.Lammers,M.DSK6.540.0
4.Bruns,M.Syke6.536.0
5.Meins,G.Werder 6.045.5
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Runde 9

Die Spitzenpaarungen in der Schlussrunde lauten Gisbrecht - Lammers und Fish - Bruns. Bis auf Bruns, der über die deutlich schlechteste Buchholzzahl verfügte, hatten die Spieler alle noch die Chance auf den Turniersieg. Am Ende hatten die Vertreter der Bremer SG, Gisbrecht und Fish, die Nase vorn. Dramatisch aber auch die Entscheidung um Platz 1 zwischen diesen beiden Spielern, den Gisbrecht lange Zeit inne hatte. Am Ende gab lediglich die Feinwertung den Ausschlag. Hier wies Fish einen Punkt mehr auf als Gisbrecht. Ewgeni Gisbrecht konnte sich aber immerhin damit trösten, Bremen bei der diesjährigen Deutschen Meisterschaft zu vertreten dürfen. Bremer Frauenmeisterin wurde Gisbrechts Ehefrau Olga Kozlova, die mit 5,5 Punkten Platz 34 belegte.

Die Chance auf eine Tabellenverbesserung in der Schlussrunde nutzten Meins (Werder Bremen), der Sawadkuhi schlug, und Peter Issing (Werder Bremen), der Harald Ambelang das Nachsehen gab. Die Plätze 5 bis 9 gingen, angeführt von Lammers, an Spieler des Delmenhorster SK.

DWZ 1900 bis 2100

Die stärkste Ratinggruppe gewann verdient Michael Bruns mit 6,5 Punkten und damit einem halben Punkt Vorsprung. Mit Platz 11 in der Gesamtendtabelle hatte der Syker nur knapp die Gesamtpreisränge verpasst. Mit 6 Punkten folgten Pienski (Leherheide), Giel (Findorffer SF) und Breutigam (Bremer SG), die allesamt in den beiden Schlussrunden eine gute Performance aufwiesen.

Rangliste DWZ 1900 bis 2100
1.Bruns,M.Syke6.544.0
2.Pienski,OlafLeherh.6.046.0
3.Giel,OlafFindorff6.043.5
4.Breutigam,M.BSG6.042.5
5.Ambelang,H.Werder 5.543.5
6.Stieglitz,D.BSG5.542.0
7.Matticzk,J.Schwanewede5.542.0
8.Kozlova,O.BSG5.540.0
9.Giese,U.Kreuzberg5.540.0
10.Fuhrmann,D.Syke5.538.5
11.Benecke,T.BSG5.041.5
12.Meyer,T.DSK5.041.0
13.Margraf,D.DSK5.040.5
14.Wilkens,L.Arbergen5.040.5
15.Wemßen,L.Werder 5.039.5
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DWZ 1700 bis 1899

Hier hatte am Ende M. Lammers mit 6,5 Punkten deutlich die Nase vorn. Der Delmenhorster, der gegenüber seiner DWZ (1852) eine deutlich höhere ELO aufwies, nahm durch seinen 5. Platz im Gesamtfeld aber lieber mit dem Hauptpreis vorlieb. Dem Delmenhorster folgten, angeführt von N. Gaier (SC Vahr), 5 Spieler mit 5,5 Punkten.

Rangliste DWZ 1700 bis 1899
1.Lammers,M.DSK6.548.0
2.Gaier,N.Vahr5.541.5
3.Jung,G.Werder5.540.5
4.Körner,H.Berlin5.540.0
5.Hochhuth,A.BSG5.536.5
6.Mull,G.BSG5.533.0
7.Künitz,B.Werder5.041.5
8.Hedke,M.Varrel5.041.5
9.Lubbe,N.Wilhelmshaven5.040.5
10.SchwenteckVahr5.040.5
11.Holle,E.Syke5.040.5
12.Jürgens,B.Leherheide5.038.5
13.Menner,A.BSG5.038.0
14.Quass,M.Werder5.037.5
15.Bauer,W.Werder5.037.0
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DWZ 1500 bis 1699

Mit Manuel Harrje (Jahrgang 1983) verfügt die SG Bremerhaven anscheinend über einen starken Nachwuchsspieler. Als 94. der Setzliste erreichte der Bremerhavener mit 6 Punkten in der Gesamttabelle den 23. Platz und führte die Tabelle seiner Leistungsklasse mit 1,5 Punkten Vorsprung an. Ihm folgten, angeführt von Leonhard Munk (SV Vahr), acht Spieler mit 4,5 Punkten.

Rangliste DWZ 1500 bis 1699
1.Harrje,M.Bremerhaven6.040.0
2.Munk,L.Vahr4.541.0
3.Schelz-B.Werder4.539.0
4.Roehl,B.HB-Nord4.538.5
5.Ernst,H.BSG4.537.5
6.Schnorfeil,R.DSK4.535.5
7.Segelken,P.DSK4.532.5
8.Kaemena,J.Nidderau4.530.5
9.Ungar,B.,DrDSK4.529.5
10.Wellmann,E.Achim4.040.0
11.Kügler,M.Mühlheim4.036.5
12.Kassner,R.HB-Nord4.032.5
13.Reeh,A.BSG4.030.0
14.Bergmann,R.Brinkum3.537.0
15.Gerken,J.,Dr.Sottrum3.536.0
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DWZ < 1500

Eng zu ging es in der untersten Wertungsklasse. Die Ränge 1 bis 4 unterschieden sich bei 4 Punkten nur durch die Buchholzwertung bzw. die Feinwertung.

Rangliste DWZ < 1500
1.Jordan,R.BSG4.036.0
2.Koch,P.Varrel4.032.5
3.Koch,C.HB-Nord4.032.5
4.Klein,A.Bremen4.030.0
5.Kaufmann,BHB-West3.538.0
6.Gebur,T.BSG3.536.0
7.Cammann,TDSK3.534.5
8.Mook,W.Varrel3.533.0
9.Schröder,M.HB-West3.033.0
10.Pleuß,T.Vahr3.025.5
11.Hintze,U.Kattenesch3.021.5
12.Schlüter,U.DSK2.534.5
13.Jung,A.Achim2.533.5
14.Pohla,C.BSG2.532.5
15.Cinar,K.HB-West2.531.0
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Senioren

Bester Senior wurde der nach der Rangliste favorisierte Tschetschelnizki (2254) mit 6 Punkten. Eine starke Leistung zeigte Manfred Breutigam (1901), der ebenfalls auf 6 Punkte kam. Einen halben Punkt Rückstand wies Günter Mull (1863) auf, gefolgt von mehreren Spielern mit 5 Punkten.

Rangliste Senioren
1.TschetschelnizkiBSG6.047.5
2.Breutigam,M.BSG6.042.5
3.Mull,G.BSG5.533.0
4.Hedke,M.Varrel5.041.5
5.Bauer,W.Werder5.037.0
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Jugend

Die Zahl der teilnehmenden Jugendlichen war relativ gering, was jedoch nicht überraschen konnte. Die Bremer Jugendeinzelmeisterschaft startete nur eine Woche später in Delmenhorst. Die beiden Erstplatzierten Lammers und Harrje wussten schon in ihren DWZ-Ratinggruppen zu überzeugen. Bei den beiden Lubbe's auf Platz 3 und 5 aus Wilhelmshaven handelt es sich in Anbetracht ihres Alters (Nikolas Jahrgang 1990 und Alexander 1989) um große Nachwuchstalente, von denen auch in Zukunft zu hören sein wird. Frithjof Fehsenfeld, der in Runde 2 D. Krajina schlug, blieb mit 4,5 Punkten im Rahmen seiner Möglichkeiten.

Rangliste Jugend
1.Lammers,M.DSK6.548.0
2.Harrje,M. Bremerhaven6.040.0
3.Lubbe,N.Wilhelmshaven5.040.5
4.Fehsenfeld,FAchim4.540.0
5.Lubbe,A.Wilhelmshaven4.534.5
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2. Offene Bremer Einzelmeisterschaft - Tabellen