Nachrichten aus dem Deutschen Schachbund

Junioren gegen Senioren

(eb). Das Präsidium des Deutschen Schachbundes hat beschlossen, jährlich am letzten Sonnabend des August den Tag des Schachs in Deutschland zu begehen, jeweils mit einer großen öffentlichen Aktion. Im Jahr 2002, in dem bereits mit der 125-Jahr-Feier des Deutschen Schachbundes eine Großveranstaltung stattfindet, soll eine Aktion »Tradition und Zukunft« gestartet werden.

Es gilt, pro Landesverband an diesem Tag so viele Paarungen Senioren (über 60 Jahr) gegen Jugend (unter 20 Jahre) an die Bretter zu bekommen wie nur irgend möglich. Die genaue Ausschreibung dieser Veranstaltung lautet wie folgt:

125 Jahre Deutscher Schachbund
Tradition und Zukunft
Wettkampf Senioren gegen Jugend

Schirmherr:
Alfred Schlya, Präsident des DSB
Ausrichter:
Die Landesverbände des Deutschen Schachbundes
Termin:
Tag des Schachs am 31.08.2002 im Zeitraum von 11.00 - 16.00 Uhr
Orte:
An geeigneten Orten, die von den Landesverbänden bis zum 30.06.02 festgelegt werden
Modus:
Senioren (männlich vor dem 1.1.1943 geb., weiblich vor dem 1.1. 1948 geb.) gegen Jugendliche (nach dem 31.12.1981 geb.) spielen Partien mit 20 oder 30 Minuten gegeneinander. Die Senioren spielen in der Reihenfolge des Zustandekommens der Partien mit Weiß an den geraden Brettern. Eine Teilnahmebeschränkung auf Mitglieder des DSB besteht nicht.
Wertung:
Von den Landesverbänden sind für jeden festgelegten Veranstaltungsort 2 Schiedsrichter zu bestellen, die die Paarungslisten führen (Namen, Vornamen, Wohnort und Geburtstag des Teilnehmers) und die Ergebnisse erfassen sowie das Gesamtergebnis feststellen. Die Listen sind unterschrieben an die zentrale Meldestelle des Landesverbandes und an den DSB einzusenden. Das Gesamtergebnis (Zahl der Paarungen und Punkteergebnis) sind der Meldestelle des Landesverbandes bis 17.00 Uhr mitzuteilen. Die Meldestellen geben das Landesergebnis umgehend an die Geschäftstelle des DSB weiter. Ab 17.30 Uhr wird im Internet der jeweils aktualisierte bekannt gegeben. Das Endergebnis ist gegen 19.00 Uhr zu erwarten, Maßgebend für den Erfolg ist die Anzahl der beteiligten Spieler, nebenbei wird ermittelt, ob die Senioren oder die Jugend den Gesamtwettkampf gewonnen hat.
Umrahmung:
Der DSB stellt den Tag des Schachs »Tradition und Zukunft« unter ein soziales Motto. Mit jeder Partie soll der soziale Partner der DSJ terre des hommes unterstützt werden. Der DSB spendet aus seinem Etat 2.500.- EUR an terre des hommes und bittet alle Teilnehmer ebenfalls um eine Spende von 1.- EUR an terre des hommes. Zudem werden die Landesverbände gebeten, sich ebenfalls mit einem Betrag zu beteiligen. Jede Spende über 10.- EUR wird im Internet veröffentlicht.

Die verschiedenen Wettkämpfe Senioren gegen Jugend sollen möglichst öffentlich in den Stadtzentren mimt Unterstützung der Kommunen durchgeführt werden, um am Tag des Schachs eine Werbung für den Schachsport zu erreichen. Die Wettkämpfe können mit weiteren Schachaktivitäten umrahmt werden. Der DSB wird den Tag des Schachs mit Werbematerialien unterstützen.

125 Jahre Deutscher Schachbund

(eb). Auf 125 Jahre seines Bestehens blickt der Deutsche Schachbund in diesem Jahr zurück. Es waren 125 Jahre ereignisreiche Jahre mit Höhen und Tiefen, die er durchlebte. Es gab Jahre, in denen eines seiner Mitglieder - Dr. Emanuel Lasker - Weltmeister war, aber auch Jahre der Trennung der Schachspieler in Deutschland.

Die Stadt Leipzig, dort, wo unser Verband einst im Jahre 1877 gegründet wurde, wird Gastgeber der Jubiläumsfeierlichkeiten im Mai 2002 sein. Eingeläutet wurde das Jubiläumsjahr bereits im Herbst 2001, als die 1. Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft RAMADA-TREFF Cup 53 aus der Taufe gehoben wurde. Weist doch ein Teil des Namens - 5 hoch 3 - direkt auf das Jubiläum und seine Zahl 125 hin. Das Finale dieses Turniers findet, wie könnte es anders sein, ebenfalls im Mai in Leipzig statt. Die Teilnehmer werden aber nicht die einzigen Schachfreunde sein, die dort aktiv am Brett sind. Der Mitropacup wird ebenfalls im RAMADA-TREFF-Hotel Leipzig durchgeführt. Auch der Kongress des Deutschen Schachbundes findet in diesen Räumlichkeiten statt. Ein schachlicher Leckerbissen wird die Begegnung Alt-Internationale gegen Jugend-Nationalmannschaft im Leipziger Hauptbahnhof sein. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist der Festakt im Neuen Rathaus Leipzig.

3. - 11. Mai 2002 MitropacupRAMADA-TREFF-Hotel, Schongauer Str. 39, 04329 Leipzig
9. - 11. Mai 20021. Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft RAMADA-TREFF Cup 53RAMADA-TREFF-Hotel, Schongauer Str. 39, 04329 Leipzig
9. Mai 2002Kongress des Deutschen SchachbundesRAMADA-TREFF-Hotel, Schongauer Str. 39, 04329 Leipzig
10. Mai 2002Wettkampf »Alt-Internationale gegen Jugend-Nationalmannschaft«Promenaden Hauptbahnhof Leipzig, Willy-Brandt-Platz 7, 04109 Leipzig
11. Mai 2002Festakt des Deutschen SchachbundesNeues Rathaus der Stadt Leipzig, Martin-Luther-Ring 4-6, 04109 Leipzig
11. Mai 2002Gala-Abend mit den Siegerehrungen des Mitropacups und der 1. Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft RAMADA-TREFF Cup 53RAMADA-TREFF-Hotel, Schongauer Str. 39, 04329 Leipzig.

Geschichte des deutschen Arbeiterschachs

(eb). Wenn heute in allen Kreisen der Bevölkerung Schach gespielt wird, so hat die Entwicklung und Ausbreitung des Arbeiterschachs dazu einen ganz wesentlichen Beitrag geleistet. Durch die industrielle Revolution hatte sich im 18. und 19. Jahrhundert der Arbeiterstand entwickelt, der immer breitere Schichten der Bevölkerung umfasste. Die besten Kräfte unter den Arbeitern erkannten, dass sie nur durch Bildung ihre Situation verbessern konnten. Aus diesem Grund gründeten im Jahre 1902 einige Arbeiter in Brandenburg den ersten Arbeiter-Schachverein. Das erklärte Ziel aller Arbeiter-Schachvereine war nicht nur das Schachspiel, sondern immer auch Bildung, geistige Freiheit und Klassenkampf. So wurden sie innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer Massenbewegung, die mit ihren Mitgliederzahlen schon bald den »Deutschen Schachbund« deutlich übertraf.

Gerhard Willeke wurde 1929 als Arbeitersohn im »roten« Hannover-Linden geboren. Er hat sich Zeit seines Lebens für das Schachspiel und seine »bildende« Kraft eingesetzt. Er starb im Oktober 2001, kurz vor der Fertigstellung dieses Buches.

Paperback EUR 13,-; Preis zuzüglich Versandkosten. 343 Seiten. Die Lieferung erfolgt gegen Vorauskasse. Ihre Bestellung wird umgehend bestätigt und enthält eine genaue Aufstellung des Gesamtpreises (Nettopreis + Porto / Verpackung). Verlag Nightrider-Unlimited, Friedensstr. 22, 37083 Göttingen, ISBN 3-935586-00-0.

WM-Kandidaten-Turnier in Dortmund

(eb). Vom 6. bis 21. Juli 2002 ist es für die vielen Anhänger des Schachsports endlich wieder soweit: Während dieses Zeitraums ist im Kalender der Fans das Dortmunder Sparkassen Chess-Meeting 2002 fest verbucht. Dortmund, eine der traditionsreichsten Schach-Hochburgen überhaupt – immerhin wird mit der 30. Wiederkehr der Internationalen Dortmunder Schachtage ein kleines Jubiläum gefeiert – wird einmal mehr die Welt des »königlichen Spiels« in ihren Bann ziehen. Schirmherr dieses Topereignisses ist Bundeskanzler Dr. Gerhard Schröder.

Acht Super-Großmeister werden im Rahmen eines Kandidatenturniers um die klassische Schach-Weltmeisterschaft im edlen Goldsaal der Dortmunder Westfalenhallen die »Köpfe rauchen lassen«. Die Londoner Multi-Media Gruppe Einstein promoted alle Ereignisse rund um den Schach-Weltmeister und hat ein Preisgeld von 250.000 Euro ausgesetzt. Der Gewinner von Dortmund wird zum Duell gegen den klassischen Schach-Weltmeister Wladimir Kramnik in der ersten Hälfte des Jahres 2003 eingeladen. Kramnik, der beim Dortmunder Superturnier sechs Mal siegte, wird während der Veranstaltung ein Simultan für den Titelsponsor Stadtsparkasse (17. Juli) geben und seinen Herausforderer schon einmal so richtig in Augenschein nehmen.

Sieben der acht Großmeister zählen zur absoluten Weltspitze und kämpfen nicht nur um Weltranglistenpunkte und Preisgelder: Auf den Gewinner wartet ein lukratives Angebot als offizieller Herausforderer von Schach-Weltmeister Wladimir Kramnik. Gespielt wird in zwei Gruppen à vier Spieler, doppelrundig jeder gegen jeden. Nach sechs Spieltagen stehen die Halbfinalisten fest, die dann über vier klassische Partien die Endspielteilnehmer ermitteln. Im Finale geht es noch einmal über vier klassische Partien. Nach jeder Stufe werden bei Gleichstand Tie-Breaks im Schnellschach, bei erneutem Gleichstand in Blitzpartien gespielt. Weltmeister Kramnik: »Das wird ein knochenharter Wettkampf. Wer immer in Dortmund über 14 klassische Partien und möglichen Tie-Breaks triumphieren wird, ist ein würdiger Herausforderer«.

Den Ausrichtern ist es gelungen, mit Weselin Topalow (Bulgarien), Michael Adams (England), Alexander Morosewitsch (Russland), Boris Gelfand (Israel), Alexei Schirow (Spanien), Peter Leko (Ungarn) und Ewgeni Barejew (Russland) sieben TOP TEN Großmeister zu verpflichten. Nach der Absage von Garri Kasparow, der sich der Herausforderung nicht stellt und erfolglos ein sofortiges Re-Match gegen Kramnik forderte, hat Dortmund eine »wild card« in Anspruch genommen. Mit Christopher Lutz, Deutscher Meister, Nummer eins der Nationalmannschaft und der deutschen Rangliste, greift nach den unvergessenen Kandidatenturnieren von Dr. Robert Hübner vor 20 Jahren endlich wieder ein deutscher Spieler entscheidend in den Kampf um die Schach-Weltmeisterschaft ein. Der Deutscher Schachbund setzt darauf, dass Lutz von dem Heimvorteil profitieren kann. Viele deutsche Schachfans werden jedenfalls seinem Auftritt entgegenfiebern und dem Kölner fest die Daumen drücken. Lutz: »Es ist der Höhepunkt meiner Karriere als Schachprofi. Ich werde mich 100-prozentig vorbereiten und versuchen, die Chance zu nutzen«.

Wem es bei so viel Spitzenschach selbst in den Fingern juckt, dem bietet das große Sparkassen-Open mit 300 Teilnehmer in zwei Leistungskategorien die richtige Gelegenheit selbst aktiv zu werden. Insgesamt werden etwa 7.000 Euro an Preisgeldern an Teilnehmer aller Spielstärken ausgeschüttet. Wer sich anmelden möchte, zahlt ein angemessenes Startgeld (zwischen 60 und 100 Euro). In diesem Betrag ist die tägliche Eintrittskarte für das Kandidatenturnier während der Dauer der Open enthalten. Weitere Informationen zum Open gibt es bei den Schachfreunden Brackel unter der Rufnummer 0231-2009265 oder unter www.chessgate.de (Veranstalter-Homepage) sowie unter www.schachfreunde-brackel.de. Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm wird das Dortmunder Schachfestival abrunden. Alle diese Aktivitäten - dazu gehört neben den offenen Turnieren auch die Endrunde der Dortmunder Grundschulmeisterschaften, ein Turnier von »EuroChess« sowie eine Tagesveranstaltung der Dortmunder Schachgemeinschaft - finden an einem Veranstaltungsort statt: Dem Kongresszentrum der Dortmunder Westfalenhallen. Beim Stichwort »Westfalenhallen« bekommen die Schachfans aus aller Herren Länder noch heute eine Gänsehaut. Rund 10.000 Zuschauer waren 1992 vor genau 10 Jahren bei den 20. Internationalen Schachtagen dabei und machten das Dortmunder Chess-Meeting zu einem unvergessenen Erlebnis.