Jugendbundesliga Nord

Anlaufschwierigkeiten in einer neuen Zeitrechnung I

Vor einem Jahr schrieb ich an dieser Stelle, dass in der Jugend des Delmenhorster Schachklub eine Ära zu Ende gehe. Viele Spieler fielen altersbedingt aus der ersten Mannschaft in der Jugendbundesliga Nord und einige Neuzugänge mussten versuchen, die Lücken zu schließen.

Um es vorwegzunehmen, die erste Saison der neuen Zeitrechnung verlief alles andere als einfach. Wir wussten vorher, dass unsere Mannschaft - bestehend aus erfahrenen JBL-Spielern wie Tobias Sturm und mir und einigen sehr viel jüngeren Leuten-, gegen den Abstieg spielen würde, und so kam es auch. Kurios außerdem, dass wir uns mitten in der Saison auf der DVM (wie berichtet) mit der alten (einer ganz anderen) Mannschaft erfolgreich mit den Besten Deutschlands messen konnten.

Von Anfang an lief es nicht so recht rund. Schon gegen Varrel hatten wir beim 4:2 leichte Probleme, fuhren aber immerhin die zwei Mannschaftspunkte ein. Dieser Sieg sollte allerdings die gesamte Saison über der einzige bleiben.

Nach einem 3:3-Unentschieden gegen Norderstedt durften wir vielleicht ein wenig mit dem Schicksal hadern, dass die Zwischenrunde des Dähne-Pokals, für die ich mich im Herbst 2001 qualifiziert hatte, gerade auf ein JBL-Wochenende fiel. Unsere Gegner aus Nordhorn waren nicht bereit, den Kampf zu verlegen (der Termin war allerdings auch sehr kurzfristig bekannt geworden), und so musste die Mannschaft ohne mich spielen und verlor 2:4.

Auch gegen den SK Rinteln spielten wir 3:3, was definitiv zu wenig war. Die beiden folgenden hohen Niederlagen gegen den Hamburger SK und Kiel waren in ihrem Zustandekommen grundverschieden: Während wir dem HSK zwei Bretter vorgaben und ohne Chance waren, kämpften Hoang und ich in Kiel beim Stand von 1:3 noch lange, ehe wir schließlich doch beide verloren.

Aus den beiden letzten Matches mussten also noch zwei Punkte her. Gegen SKJE standen die Vorzeichen erst einmal ganz gut, da unsere Gegner am Spitzenbrett freiließen. Wie mir vorher auch nicht bekannt war, ist es möglich, in der Jugendbundesliga kampflos zu verlieren und nicht nur gleichzeitig, sondern sogar im gleichen Raum (!) in der Damenmannschaft zu spielen. Dann gelang aber nur Markus noch ein Sieg, Andrea und Henning remisierten und wir holten nur einen Mannschaftspunkt.

Zum Abschluss gegen Königsspringer konnten wir uns nicht viel ausrechnen. Auch unsere Hoffnung, dass die Hamburger, die jenseits von Gut und Böse standen, es etwas lockerer angehen würden, erfüllten sich nicht. Letztlich setzte sich ihre überlegene Spielstärke durch und uns fehlte ein Punkt, um den Abstieg zu vermeiden. So mussten wir in den Relegationskampf gegen den SK Bremen-West. Hätten wir uns gerettet, hätten auch im nächsten Jahr zwei Mannschaften die BSJ in der JBLN vertreten können.

In der Einzelstatistik fällt auf, dass wir an den oberen Brettern ganz gut punkteten (allen voran Markus), hinten jedoch Probleme hatten. Charakteristisch sind die Unentschieden gegen Norderstedt und Rinteln.

»Kampflos« steigerte noch seine Einsatzquote aus der letzten Saison und spielte gegen den HSK und Königsspringer sogar simultan.

Tobias, Eike und ich werden altersbedingt aus der Mannschaft fallen, Andrea kann noch ein Jahr spielen, Hoang zwei. Der Kern der neuen Mannschaft aber wird noch vier Jahre zusammenspielen können und hoffentlich ein wenig an die Erfolge der 1981er/1982er anknüpfen können.

Malte Meyer

Einzelergebnisse der bisherigen Spiele (Delmenhorst)
Spieler VAR NOS NOH RIN KIE HSK SKJE KSHPkt.%
Meyer, Malte 1 1 0 = + 1 3,5/ 5 70%
Nguyen, Hoang 1 0 1,0/ 2 50%
Lammers, Markus 1 1 1 1 1 0 5,0/ 6 83%
Sturm, Tobias 0 1 1 1 1 = 4,5/ 6 75%
Schwede, Eike 0 0,0/ 1 0%
Wenke, Andrea 0 0 0 0 = 0,5/ 5 10%
Helms, Henning 1 0 0 0 = 1,5/ 5 30%
Cammann, Tim 0 0 0 0 0,0/ 4 0%
Sturm, Simon 1 0 0 0 0 0 1,0/ 6 17%
Grebener, Sören 0 0,0/ 1 0%
kampflos - - -
-
-
-
0,0/ 6 0%
Mannschaft 4,0 3,0 2,0 3,0 1,0 0,5 3,0 1,5 17,0/47 36%

VAR = Tus Varrel; NOS = SK Norderstedt; NOH = SK Nordhorn-Blanke; RIN = SK Rinteln; KIE = Meerbauer Kiel; HSK = Hamburger SK; SKJE = SK Johanneum Eppendorf; KSH = Königsspringer Hamburg

(Keine) Anlaufschwierigkeiten in einer neuen Zeitrechnung II - Junge Truppe sichert Verbleib in der Eliteliga durch Sieg gegen Bremen-West

(ug). Wie schon im vorherigen Artikel »Anlaufschwierigkeiten in einer neuen Zeitrechnung I« ausgeführt, musste die Jugend des Delmenhorster SK in einem Relegationsspiel gegen die Mannschaft von Bremen-West um einen Startplatz in der Jugendbundesliga Nord kämpfen.

Photo der Siegermannschaft Delmenhorst

Die siegreiche Mannschaft mit Markus, Henning, Tobias, Malte, Tim und Andrea auf der Treppe vor Gerolds Haus in der Grasberger Straße 37. Foto: Hurrle

Dieser Kampf wurde am Sonntag, 16. Juni, in Bremen-West mit 4,5:1,5 in der Aufstellung Malte Meyer, Markus Lammers, Tobias Sturm, Andrea Wenke, Henning Helms und Tim Cammann gewonnen. Damit kann der DSK für die kommende Saison seine neue hoffnungsvolle Jungtruppe ins Rennen schicken!

Das Entscheidungsspiel wurde in einer außerordentlich freundschaftlichen Atmosphäre durchgeführt. Dazu beigetragen haben die liebevoll hergerichteten Räume in Gerold Menzes Haus in der Grasberger Straße 37. Das eigens ausgeräumte Wohnzimmer hat Gerold mit 6 Tischen bestückt, prima Platz für die Schachpärchen, die sich in zwei Reihen gegenüber saßen. »Schiedsrichter« hätte Thomas Jonnek sein können, der sich das ganze Treiben und anschließend mit uns allen das Spiel Spanien gegen Irland ansah.

Der Sieg war zu keiner Zeit gefährdet. Den ersten Punkt fuhr Delmenhorsts Jüngster, Tim Cammann, ein. Am längsten musste sich Markus Lammers gegen Benjamin Kaufmann an Brett 2 mühen, ehe man sich gütlich auf Remis einigte. Remis endeten auch die Partien Kasim gegen Henning Helms, das bis zum Turmendspiel ging, und Oliver gegen Andrea Wenke. Andrea, die die Qualle erobert hatte, musste nach Dauerschach in die Punkteteilung einwilligen. Vielleicht machte sich da der vorangegangene Abiball (Gratulation!) bemerkbar. Malte Meyer und Tobias Sturm konnten ihre Partien gewinnen.