Jugendfahrt Falkenberg 2002

Nachdem schon im Vorjahr die beiden Bremer Vereine Bremen-West und Werder Bremen eine gemeinsame Jugendfahrt zum Verein ESV Lok Falkenberg in Falkenberg/Elster erfolgreich durchgeführt hatten, stand auch 2002 ein Besuch der beiden Klubs bei dem Brandenburger Verein auf dem Programm. Start der Tour war am Morgen des 27. Juni mit zwei Fahrzeugen (West-Bus und Werder-Bus).

Im Gegensatz zu 2001, als die beiden Vereine in Bezug auf die Teilnehmerzahl recht ungleich auf der Fahrt vertreten waren, wurden diesmal die beiden Kleinbusse paritätisch besetzt. Die insgesamt 16-Köpfige Bremer Delegation (vier Teilnehmer mehr als im Jahr zuvor) bestand aus jeweils sechs Spielern von Bremen-West (Melissa Domel, Daniel Jantzen, Benjamin Kaufmann, Florian Kunstmann, Jörn Nannen, Oliver Stasch) und Werder (Maike Janiesch, Dimitrij Jebtchouk, Andreas Reichert, Simon Schäfer, Frederik Stelter, Arthur Szczap) sowie aus jeweils zwei Betreuern und Fahrern (Gerold Menze und Mariusz Schröder für West und Oliver Höpfner und Hans Wild für Werder). Lediglich bei den Vierbeinern hatten die »Westler« mit Gerolds Hund »Attila« zu Beginn der Reise noch leichte numerische Vorteile, die von den Werderanern aber zum Schluß des ganzen Unternehmens noch ausgeglichen werden konnten (hierzu später mehr).

Nach etwa sieben Stunden Fahrt erreichten wir unser Ziel in Falkenberg, allerdings unterbrochen durch einen kleinen Abstecher, zu dem Grenzmuseum bei Hettstedt. Schon ab dort wurde von fast allen jugendlichen Mitgliedern der Gruppe immer wieder der Wunsch geäußert, unbedingt ein Restaurant einer uns allen bekannten Imbißkette aufzusuchen. Dieses Ansinnen wurde aber von den »Erwachsenen« trotz ständiger Quengelei abschlägig beschieden, so daß die Jugendlichen ohne »Burger-Genuß« am Ende der Reise auf die Falkenberger Gast-Familien aufgeteilt wurden. Oliver Höpfner sowie Gerold Menze waren dabei wieder Gäste des Ehepaars Bordihn, während Hans Wild in einem Falkenberger Hotel nächtigte.

Da am Freitag die Falkenberger Kinder noch zur Schule mußten, hatten wir Betreuer einen Ausflug in die weitere Umgebung von Falkenberg angesetzt. Die Kahnfahrt im wunderschönen Spreewald sowie der Besuch einer gigantischen ehemaligen Braunkohlen-Förderanlage löste allerdings wenig Begeisterung bei unseren jugendlichen Schützlingen aus. Am meisten wurde immer wieder die Frage gestellt »Wann fahren wir endlich zu McDonalds?«.

Photo: Kahnfahrt im Spreewald

Die Bremer Gruppe bei ihrer gemeinsamen Kahnfahrt im Spreewald. Foto: ef

Da war es nur allzu gut, daß am Sonnabend endlich der Schach-Freundschaftskampf zwischen Bremen und Falkenberg startete. Während im Vorjahr noch die Bremer Erwachsenen mitspielen mussten um unsere Auswahl zu komplettieren, war es diesmal genau umgekehrt: Die Gastgeber konnten nur neun Akteure aufbieten, so dass drei unserer Spieler jeweils beschäftigungslos waren. Schachlich konnten wir diesmal gut mithalten, so daß sich insgesamt nach drei Durchgängen ein leistungsgerechtes Gesamt-Unentschieden ergab. Die Einzel-Ergebnisse, sowie die Resultate des anschließenden Blitzturnieres, kann man den beigefügten Tabellen entnehmen.

Nachmittags gab es dann einen Ausflug in das nahegelegene Erholungsgebiet »Kiebitz«. Leider spielte das Wetter nicht mit, da bei leichtem Nieselregen die Tretbootvermietung das Geschäft gleich ganz geschlossen hielt und Schwimmen bei diesen Witterungsbedingungen auch nicht so richtig Spaß machte. Daher besuchten wir dann alle die Minigolf-Anlage, wo auch der leichte Regen das Spiel-Vergnügen nur wenig trüben konnte. Tages-Abschluß bildete schließlich am Abend - der Regen hatte inzwischen aufgehört - eine große gemeinsame Grillparty.

Sonntags fand dann vor dem WM-Fußballfinale Deutschland - Brasilien die fast genauso wichtige Fußballrevanche Bremen vs. Falkenberg statt. Dabei wollten die Falkenberger Wiedergutmachung für ihre 1:9-Pleite aus dem Vorjahr und setzten zu diesem Zweck nahezu alle Hebel in Bewegung. Mit Hilfe eines Schiedsrichters, der zum Beispiel großzügig darüber hinwegsah, daß die Heimmannschaft zeitweilig drei Spieler mehr auf dem Platz hatte, gelang ihnen dieses Unterfangen mit einem hart umkämpften 3:2-Sieg.

Am Montag traten wir dann die Rückfahrt nach Bremen an. Allerdings hatten wir jetzt einen Passagier mehr an Bord: Eine Katze! Die Katze der Gasteltern von Simon hatte gerade Junge bekommen, die Simon so begeisterten, daß er gleich eines der Kätzchen mit nach Hause nehmen wollte, was ihm seine Eltern auf Rückfrage letztlich auch erlaubten. Mit der inzwischen auf den Namen »Finja« getauften jungen Katzendame konnten somit die Werderaner die »tierische« Überzahl der »Westler« bei der Gesamtzahl der Businsassen ausgleichen ... .

Photo: Schachspielen in Stöbeck

Endlich das richtige Museum! Die Bremer beim gemeinsamen Schachspiel im Schachmuseum in Ströbeck. Foto: Höpfner

Ebenso wie im Vorjahr machten wir auch 2002 bei der Heimreise einen kleinen Abstecher zu dem Schachdorf Ströbeck bei Halberstadt in Sachsen-Anhalt. In dem dortigen Schachmusem konnten wir aufgrund einer vorherigen Anmeldung diesmal etwas länger verweilen, was von einigen auch eifrig dazu genutzt wurde, um in dem Museum vor historischer Kulisse Schach zu spielen.

Außerdem hatten wir - oh Wunder - vorher auch das heißersehnte McDonalds-Lokal besucht, was die Stimmung erheblich verbesserte. Zu dem Dorf Ströbeck ist anzumerken, daß dort schon seit dem 11.Jahrhundert das Schachspiel gepflegt wird und daß im Gemeinderat sogar eine Schach-Partei sitzt. Das Schachmuseum ist einzigartig in Deutschland!

Den Jugendlichen hat die Tour nach Falkenberg auch diesmal einiges an Spaß beschert, so daß die meisten sicherlich auch 2003 Interesse an einer Wiederholung der Fahrt haben werden. Aus Sicht der Kids war wohl nur das zu »umfangreiche Kulturprogramm« sowie die zu geringe Zahl von McDonalds-Besuchen ein Manko auf dieser Reise. Es ist schon erstaunlich, wieviel Geduld und Einfühlungsvermögen heute von den Betreuern aufgebracht werden muß, um erfolgreich in der Jugendarbeit bestehen zu können.

Insgesamt betrachtet war die Fahrt dennoch ein Erfolg, der die Freundschaft zwischen Bremen und Falkenberg weiter festigte.

Dank gilt an dieser Stelle allen an diesem Ereignis organisatorisch Beteiligten, insbesondere den aufnehmenden Familien in Falkenberg sowie den »Bus-Fahrern« Gerold Menze und Hans Wild, die uns sicher und umsichtig durch die Lande kutschierten.

Oliver Höpfner

Freundschaftswettkampf Falkenberg-Bremen 29. Juni 2002, 30 min / Partie

1. Durchgang
Brett Bremen Ergebnis Lok Falkenberg
1. Benjamin Kaufmann 1:0 Jens Weidlich
2. Maike Janiesch 1/2 Daniel Jordan
3. Florian Kunstmann 0:1 Clemens Rietze
4. Arthur Szczap 0:1 Martin Göpel
5. Simon Schäfer +:- Robin Gander
6. Frederik Stelter 0:1 Maximilian Freund
7. Melissa Domel 1:0 Jörg Heinisch
8. Daniel Jantzen 0:1 Josef Brückner
9. Oliver Stasch 0:1 Ulrike Grosser
10. Andreas Reichert 1:0 Jörn Nannen
(außer Konkurrenz)
3,5:5,5
2. Durchgang
Brett Bremen Ergebnis ESV Lok Falkenberg
1. Maike Janiesch 0:1 Jens Weidlich
2. Benjamin Kaufmann 1:0 Daniel Jordan
3. Arthur Szczap 0:1 Clemens Rietze
4. Florian Kunstmann 0:1 Ulrike Grosser
5. Oliver Stasch 0:1 Martin Göpel
6. Simon Schäfer 1:0 Robin Gander
7. Andreas Reichert 1:0 Maximilian Freund
8. Frederik Stelter 1/2 Jörg Heinisch
9. Dimitrij Jebtchouk 1:0 Josef Brückner
4,5:4,5
3. Durchgang
Brett Bremen Ergebnis ESV Lok Falkenberg
1. Florian Kunstmann 1:0 Jens Weidlich
2. Arthur Szczap 1/2 Daniel Jordan
3. Benjamin Kaufmann 0:1 Clemens Rietze
4. Maike Janiesch 1:0 Ulrike Grosser
5. Simon Schäfer 1:0 Martin Göpel
6. Frederik Stelter 1:0 Robin Gander
7. Melissa Domel 0:1 Maximilian Freund
8. Daniel Jantzen 1:0 Jörg Heinisch
9. Jörn Nannen 0:1 Josef Brückner
5,5:3,5


Freundschaftsturnier Falkenberg - Bremen 29.06.2002, (5 min/Partie)

A-Gruppe
Nr. Name  1  2  3  4  5  6  7  8  9 10 Pkte Platz
1. Oliver Höpfner * 1 1 1 1 1 1 1 1 1 9 1.
2. Oliver Stasch 0 * 0 1 0 1 0 0 1 = 3,5 6.-7.
3. Maike Janiesch 0 1 * 1 1 1 1 1 1 0 7 2.
4. Mariusz Schröder 0 0 0 * 0 0 0 1 1 0 2 9.
5. Benjamin Kaufmann 0 1 0 1 * 1 0 1 1 0 5 5.
6. Florian Kunstmann 0 0 0 1 0 * 0 1 1 = 3,5 6.-7.
7. Daniel Jordan 0 1 0 1 1 1 * 1 = 0 5,5 4.
8. Arthur Szczap 0 1 0 0 0 0 0 * 1 1 3 8.
9. Andreas Reichert 0 0 0 0 0 0 = 0 * 0 0,5 10.
10. Clemens Rietze 0 = 1 1 1 = 1 0 1 * 6 3.
B-Gruppe
Nr. Name  1  2  3  4  5  6  7  8  9 10 Pkte Platz
1. Maximilian Freund * = = 1 0 0 = 1 1 0 4,5 5.
2. Jörg Heinisch = * 1 0 = 1 1 0 1 0 5 3./4.
3. Melissa Domel = 0 * 1 1 0 0 1 0 0 3,5 6.
4. Daniel Jantzen 0 1 0 * 0 0 1 1 0 0 3 7.-9.
5. Robin Gander 1 = 0 1 * 0 = 1 1 0 5 3./4.
6. Simon Schäfer 1 0 1 1 1 * 1 1 1 0 7 2.
7. Frederik Stelter = 0 1 0 = 0 * 1 0 0 3 7.-9.
8. Jörn Nannen 0 1 0 0 0 0 0 * 1 0 2 10.
9. Dimitrij Jebtchouk 0 0 1 1 0 0 1 0 * 0 3 7.-9.
10. Martin Göpel 1 1 1 1 1 1 1 1 1 * 9 1.

Finale der Gruppensieger: Martin Göpel - Oliver Höpfner: 0:1