Allgemeine Nachrichten

Dr. Robert Hübner gewinnt erstmals nach 20 Jahren gegen Anatoly Karpow

(eb). Beim WDR-Fernsehpreis spielten wie vor 20 Jahren Dr. Robert Hübner und Anatoly Karpow gegeneinander. 1983 war Anatoly noch Weltmeister und Robert die deutsche Nr. 1. Die Partie endete remis. Claus Spaan - der Produzent der Sendung - wurde vor Beginn vom Geschäftsführer des DSB für sein 20jähriges Fernsehengagement mit der höchsten Ehrung der Europäischen Schachförderation ausgezeichnet. Danach ging es los.

Erstmals wurden 2 Partien gespielt. In beiden Partien war Herr Hübner besser präpariert, was sein geringerer Zeitverbrauch und seine sehr gute Stellung in der zweiten Weißpartie zeigten. Leider konnte er seine Vorteile nicht für einen Sieg nutzen, genau wie in den 26 Vergleichen in den zwanzig Jahren davor (Score =18 -8). Um die neue Trophäe, eine Statue aus dem antiken Griechenland, wurde danach wegen des unentschiedenen Standes geblitzt. Hier setzte sich Hübner mit Schwarz in einer Slawischen Verteidigung sicher und mit sehr gutem Spiel durch.

(1) Huebner - Karpov [E15]
Schach der Grossmeister 2002


1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 b6 4.g3 La6 5.Da4 Lb7 6.Lg2 c5 7.dxc5 Lxc5 8.0-0 0-0 9.Sc3 Le7 10.Lf4 Sa6 11.Tfd1 Dc8 12.Tac1 Sc5 13.Dc2 Sce4 14.Sd4 Sxc3 15.Dxc3 a6 16.Lf3 Td8 17.Db3 Lxf3 18.Dxf3 Ta7 19.e4 Db7 20.e5 Dxf3 21.Sxf3 Se8 22.Td3 Tc8 23.Le3 Tb7 24.Tcd1 Tcc7 25.h4 Kf8 26.b3 b5 27.cxb5 axb5 28.a4 bxa4 29.bxa4 h6 30.a5 Lc5 31.a6 Ta7 1/2-1/2

Partie im PGN-Format

(2) Karpov - Huebner [D10]
Schach der Grossmeister 2002


1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sc3 Sf6 4.e3 Lf5 5.cxd5 Sxd5 6.f3 Sxc3 7.bxc3 e5 8.Se2 Sd7 9.Sg3 Le6 10.Ld3 exd4 11.cxd4 Lb4+ 12.Ld2 Da5 13.Se4 0-0 14.a3 Lxd2+ 15.Dxd2 Dh5 16.Tc1 Ld5 17.Sg3 Dh4 18.0-0 Le6 19.Db4 Sb6 20.e4 Tad8 21.f4 Lc8 22.a4 Sa8 23.f5 Dh6 24.Tfe1 a5 25.Dxa5 Txd4 26.Lc4 Ld7 27.e5 b5 28.Lxf7+ Kxf7 29.e6+ Kg8 30.Da7 Dd2 31.Sf1 Txa4 32.Dxd7 Dxd7 33.exd7 Td4 34.Te7 Sb6 35.Txc6 Txd7 36.Txd7 Sxd7 37.Tc7 Sb6 1/2-1/2

Partie im PGN-Format

(3) Karpov - Huebner [D12]
Schach der Grossmeister 2002
[Blitzpartie]


1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.e3 Lf5 5.Sc3 e6 6.Sh4 Le4 7.f3 Lg6 8.g3 Le7 9.Sxg6 hxg6 10.Ld3 Sbd7 11.Kf2 e5 12.cxd5 cxd5 13.dxe5 Sxe5 14.Lb5+ Sc6 15.La4 Dd7 16.Se2 a6 17.Ld2 b5 18.Lb3 d4 19.Kg2 Se5 20.Tc1 Dh3+ 21.Kf2 Sd3+ 22.Kg1 Sxc1 23.Dxc1 Tc8 24.De1 dxe3 25.Lxe3 0-0 26.Sf4 Dh7 27.Kg2 g5 28.Sh3 g4 29.Sg5 gxf3+ 30.Sxf3 De4 31.Ld4 Db7 32.De5 Tfe8 33.Df5 De4 34.Dxe4 Sxe4 35.Se5 Sd6 36.Sg4 Sc4 37.Tf1 Lc5 38.Lc3 Te2+ 39.Kf3 Tce8 40.Lxc4 bxc4 41.Kf4 Td8 42.Kf3 Te6 43.Se5 Ld4 44.Td1 Txe5 45.Txd4 Txd4 46.Lxd4 Te6 0-1

Partie im PGN-Format

Deutscher Schachbund: Nominierungskriterien im Nachwuchsleistungssport

Nominierungskriterien im Nachwuchsleistungssport für internationale Einsätze vor allem Europa- und Weltmeisterschaften (gem. DSB-Konzeption + Ergänzungen)

(eb). Die Kriterien zur Nominierung von Spielern zur Europa- bzw. Weltmeisterschaft wurden 1999 von der Kommission Leistungssport aufgestellt und haben sich in der Praxis bewährt. Sie wurden teilweise präzisiert und ergänzt durch Beschlüsse des Technischen Ausschusses. Die Kommission für Leistungssport einigt sich auf seiner Sitzung 2002 in Fulda auf eine Neufassung der Kriterien, wobei die Eckpunkte des Kriteriumskatalogs weiterhin Bestand haben. Bei den Nominierungen zur Europa- bzw. Weltmeisterschaft sind neben den allgemeinen Kriterien folgende spezielle Kriterien in festgelegter Reihenfolge zu beachten:

I. allgemeine Kriterien

II. spezielle Kriterien

1. Kaderzugehörigkeit

Es können grundsätzlich nur Spieler zu einer internationalen Meisterschaft nominiert werden, die dem Kader des Deutschen Schachbundes angehören.

Ausnahmen sind nur möglich in den untersten Altersgruppen, da im U10-Bereich nur ganz wenige Spieler aus den Landeskadern bisher den Weg in die D/C-Kader des Deutschen Schachbundes gefunden haben, man aber trotzdem diese Altersklassen international beschicken möchte. Sollten bei den Meisterschaften der älteren Jahrgänge (U14 bis U18) unter den ersten drei Platzierten Spieler sein, die nicht dem Kader des DSB angehören, so kann dieses Ergebnis als Ausnahme von den allgemeinen Nominierungsregeln vom Technischen Ausschuss betrachtet werden und diese Spieler können auf eigene Kosten an der Europa- oder Weltmeisterschaft teilnehmen.

2. Teilnahme Deutsche Einzelmeisterschaften

Nominiert werden kann zu den internationalen Meisterschaften nur, wer als Kaderspieler an den Deutschen Einzelmeisterschaften teilgenommen hat.

Ausnahmen von dieser Regel können nur vom Bundestrainer bzw. Bundesnachwuchstrainer genehmigt werden. Dies gilt vor allem für Spieler der Sonderförderung.

3. Platzierung 1 bis 10 bei den DEM U10, U12

Kaderspieler und Spieler aus den Landesverbänden, die sich auf den Plätzen 1 bis 10 bei den beiden jüngsten Einzelmeisterschaften platziert haben, können auf eigene Kosten an den Europa- bzw. Weltmeisterschaften teilnehmen.

4. Plätze 1 bis 5 bei den DEM U10 w und U12 w

Kaderspielerinnen und Spielerinnen aus den Landesverbänden, die sich auf den Plätzen 1 bis 5 der Mädchenwertung bei den DEM U10 und U12 platziert haben, können auf eigene Kosten an den Europa- bzw. Weltmeisterschaften teilnehmen.

Der Deutsche Schachbund erhält bei den Europa- und Weltmeisterschaften in jeder Altersklasse einen Startplatz, dessen Kosten zum Teil von den jeweiligen Veranstaltern getragen werden. Nach den ersten vier Kriterien wählt der Technische Ausschuss jeweils diesen einen Starter aus. In Ausnahmefällen kann der Technische Ausschuss auch einem zweiten Spieler den gleichen Status bei den Europa- und Weltmeisterschaften einräumen.

5. Nachnominierungen für die Europa- und Weltmeisterschaften

Sind jeweils bis zu zwei Wochen vor dem offiziellen Meldetermin zu diesen Internationalen Meisterschaften möglich. Die Kriterien hierfür sind erspielte DWZ-Leistungen zwischen den Deutschen Einzelmeisterschaften und den jeweiligen Meldeterminen zu den internationalen Meisterschaften. Die betreffenden Spieler müssen bestimmte DWZ-Leistungen erspielt haben, wobei die Leistungen nach Alterszugehörigkeit festgeschrieben werden:

Internetwettkampf Deutschland - Schweiz

(eb). Als Rahmenveranstaltung zum Wettkampf Deutschland (GM Christopher Lutz, GM Arkadij Naiditsch) gegen die Schweiz (GM Viktor Kortchnoj, GM Yannick Pelletier) am 14./15.09.02 in Berlin organisiert ChessBase auf seinem Server schach.de einen Internetwettkampf von 10 deutschen Spielern gegen 10 schweizer Spieler.

Die Teilnehmer werden durch ein Qualifikationsturnier ermittelt. Verstärkt werden die jeweiligen Mannschaften durch zwei »Spezialisten«. Die Schweizer »Spezialisten« wurden noch nicht benannt. Für Deutschland werden GM Uwe Bönsch und IM Florian Handke (der vor einer Woche in Amsterdam seine dritte GM-Norm erfüllte, es reicht aber noch nicht ganz zur Titelverleihung) antreten. Im Scheveninger System spielen am 12.09.02 ca. 20.00 Uhr jeder Spieler der einen Mannschaft gegen jeden Spieler der anderen Mannschaft eine Blitzpartie (5+0).

Olympia: Nominierung für Bled (Slowenien)

(eb). Die Mannschaften für Bled / Slowenien (25.10.-11.11.2002) wurden durch Bundestrainer GM Uwe Bönsch, der auch als Kapitän für die Männermannschaft fungiert, nominiert.

Die Männermannschaft wird es schwer haben, an die Silbermedaille von Istanbul anzuknüpfen. Die Frauen mit Kapitän GM Raj Tischbierek treten mit einer der stärksten deutschen Mannschaft an, die jemals an den Start ging. Männer:

(einige Elozahlen wurden durch die FIDE korrigiert);

Frauen:

Die deutschen Nationalmannschaften der Männer und Frauen werden sich auf Einladung des Casinò de la Vallée in Saint Vincent vom 7.-13.10.02 in Saint Vincent / Italien auf die Schacholympiade vorbereiten.

Seniorenmannschaftsmeisterschaften

(eb). Bei der Deutschen Senioren-Mannschaftsmeisterschaft der Landesverbände vom 6. bis 12. August im niedersächsischen Bad Segeberg siegte, angeführt von Willy Rosen, Nordrhein-Westfalen ungeschlagen mit 13:1 Mannschaftspunkten. Platz 2 ging an Hessen 1 (11:3 Mannschaftspunkte) vor Niedersachsen 1, das wie das viertplatzierte Sachsen-Anhalt 1 10:4 Mannschaftspunkte erreichte. In der niedersächsischen Mannschaft spielten Jurij Ljubarskij (Brett 1, 3,5 Punkte), Dieter Jentsch (Brett 2, 5,5 Punkte), Leonid Hilburt (Brett 3, 4,5 Punkte) und Uwe Durst (Brett 4, 4 Punkte). Insgesamt nahmen 30 Mannschaften an der Veranstaltung teil; eine Bremer Mannschaft war leider nicht anwesend.

16. Deutsche Fernschach-Pokalturnier

(eb). Derzeit laufen die Planungen für das 16. Deutsche Fernschach-Pokalturnier. Die wesentlichen Termine und Neuerungen:

  1. Geplanter Turnierstart: ab Januar 2003
  2. Meldeschluss: 30. November 2002
  3. Nenngeld: 6,00 EUR je Meldung
  4. Neu: Zwei Meldungen pro Spieler sind zulässig
  5. Austragung in 7-er Gruppen je eine Partie gegeneinander
  6. Separate Gruppen für Email-, Fax- und Postübermittlung
  7. Keine Mitgliedschaft im BdF erforderlich
  8. Neu: Punktwertung Sieg = 3 Punkte, Remis = 1 Punkt
  9. Modus: 1 Vorrunde, 2 Zwischenrunden, 1 Endrunde
  10. Qualifikation für den Gruppensieger zur nächsten Etappe
  11. Diverse Klassifikations- und Qualifikationsmöglichkeiten für Mitglieder
  12. Auswertung aller Gruppen für die nationale Wertungszahl (FWZ)
  13. Keine Klassenbegrenzungen
  14. Meldungen werden ab September 2002 angenommen
  15. Ausschreibung und Infos: Deutscher Fernschachbund, Postfach 2025, 37010 Göttingen, oder im Internet unter: www.fernschachbund.de