Vera Jürgens verliert im Stichkampf Deutsche Schnellschachmeisterschaft

(ug). Bei der Deutschen Schnellschacheinzelmeisterschaft der Frauen am 14. und 15. September 2002 in Barnstorf (Niedersachsen) musste sich die Sykerin Vera Jürgens in einem Blitzfinale Gisela Fischdick (Elberfelder SG) geschlagen geben. Zuvor hatten beide Frauen bei dem mit einer Bedenkzeit von 30 Minuten je Spielern und Partie ausgespielten Meisterschaft nach 11 Runden 9 Punkte erreicht.

Photo Vera Jürgens

Hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben? Eine unerwartete Niederlage in der vorletzten Runde kostete Vera Jürgens letztendlich den Meistertitel. Foto: Bößl

Die als Elostärkste ins Feld gegangene WGM Vera Jürgens (ELO 2276) wurde am ersten Spieltag mit 4,5 Punkten aus 5 Partien ihrer Favoritenrolle gerecht. In Runde 5 einigte sie sich gegen die spätere Meisterin WIM Fischdick (ELO 2213) auf ein schnelles Remis. Mit einem halben Punkt Vorsprung stand sie damit nach der Halbzeit auf Platz 1. Es folgten WIM Gisela Fischdick, Sonja Noll und WIM Anja Hegeler mit jeweils 4 Punkten.

Am zweiten Tag folgte ein Kopf-an-Kopf-Rennen. In Runde 6 spielte Vera Jürgens gegen WIM Hegeler Remis, so dass Gisela Fischdick durch ihren Sieg über Noll aufschließen konnte. Runde 7 das umgekehrte Bild: Fischdick spielt gegen Hegeler, die als einzige an der Spitze noch mithalten konnte, Remis, während Jürgens gewinnt. In Runde 8 gewinnen Jürgens und Fischdick während Hegeler durch ein Remis den Anschluss verliert. Es führt Jürgens mit 7 Punkten gefolgt von Fischdick (6,5 Punkte) und Hegeler (5,5 Punkte). In der neunten Runde gewinnt Jürgens und baut damit ihren Vorsprung gegenüber Fischdick, die nur ein Remis erreicht, auf einen Punkt aus. Eine Vorentscheidung? Nein, in der vorletzten Runde verliert Jürgens mit Weiß überraschend gegen Liebs (DWZ 1962). Fischdick schließt durch einen Sieg über Borries nach Punkten auf. In der Schlussrunde geben sich dann beide Damen keine Blöße und gewinnen ihre Partien.

Nach dem offiziellen Turnier standen damit Jürgens und Fischdick mit jeweils 9 Punkten an der Spitze. Ein Blitzstichkampf musste die Entscheidung um die Deutsche Meisterschaft bringen. Diesen konnte Fischdick souverän mit 2:0 Punkten für sich entscheiden.

Ausgerichtet wurde die Meisterschaft von der SG Diepholz, die während des gesamten Turniers über die Internetseite www.spittel.de/schach/damen/auswahl.htm [mittlerweile offline] aktuelle Informationen zur Verfügung stellte.

Deutsche Schnellschachmeisterschaft der Frauen - Stand nach der 11. Rd.
Pl. Teilnehmer Titel TWZ Verein/Ort Pkt. BH
1. Gisela Fischdick WIM 2213 Elberfelder SG 9.0 67.5
2. Vera Jürgens WGM 2276 SAbt TuS Syke 9.0 69.5
3. Anja Hegeler WIM 2220 Hamburger SK v. 1830 7.5 71.0
4. Verena Nagel 2038 BSC Rehberge 7.0 67.0
5. Anetta Günther 2125 Rodewischer Schachmiezen 6.5 68.0
6. Brigitte von Herman 2040 SG Lasker Steglitz 6.5 66.0
7. Hannelore Liebs 1962 SV Görlitz 1990 6.5 63.5
8. Sonja Noll 2070 SC Anderssen St. Ingbert 6.0 69.5
9. Verena Wegner 1693 SVg Saarbrücken 1970 5.5 68.0
10. Andrea Schmidt 2088 Krefelder SK Turm 5.5 60.5
11. Barbara Borries 1718 SC Taufkirchen 5.5 58.5
12. Heike Germann 2055 SV Marzahna 57 5.5 50.0
13. Diana Skibbe 2120 TSV Zeulenroda 5.5 49.0
14. Bergit Brendel WFM 2082 SC Frankfurt-West 5.0 61.0
15. Martina Flint 1783 SG Oesede-Georgsmarienhütte 5.0 55.5
16. Carolin Blodig 1793 TSV e.V.Dietfurt/Altm. 5.0 53.5
17. Hannelore Kube 2035 SV Medizin Erfurt 4.5 61.0
18. Petra von der Weth W 1739 SC Suhl 4.5 54.5
19. Mary Birkholz 1760 TS Bayreuth 4.0 56.5
20. Hilke Jessen 1824 SG Glückstadt 1920 3.5 53.5
21. Anne Higgelke 1729 SG Eintracht Neubrandenburg 2.5 53.0
22. Sylvia Jochens 1520 SG Einheit Staßfurt 1.5 54.5

Blitzstichkampf um den Sieg: 2:0 für Fischdick gegen Jürgens