Schachvereine erzeugten Menschauflauf - Gelungene Werbung am Weserufer

Unter der Regie der Bremer Schachgesellschaft gelang es am 31. August während eines Straßenfestes, dutzende von Passanten für das Schachspielen zu interessieren und mit Informationen über die Bremer Vereine zu versorgen.

Photo Kinder beim Schachspielen

Jugendliche Nachwuchsspieler beim Schachspiel. Foto: Mulde

Eigentlich war der Anlass das 125-jährige Bestehen des Deutschen Schachbundes. Oder gleichfalls das 125. der Bremer Schachgesellschaft (BSG). Oder das 25. des Bürgerhauses Weserterrassen. Oder die Hilfe für Opfer der Flut von Elbe und Mulde. Oder tatsächlich die Veranstaltung »Alt gegen Jung«, gekoppelt mit Demobrett, Gartenschach, Info-Stand und Simultanvorstellung?

Wie auch immer, es war ein sonniges Wochenende und unter dem Strich durchaus ein Erfolg. Besonders die Simultanvorstellungen der charmanten Olga Kozlova und die von Martin Breutigam und Florian Mossakowski zogen Neugierige an und ließen Noch-Nicht-Vereinsspieler an den Brettern Platz nehmen. Pro Partie wurde ein kleiner Obolus erbeten, der von der BSG großzügig aufgerundet und den Flutopfern gespendet wurde.

An gleich zwei Standorten hatte sich der Landesschachbund LSB aufgemacht, sich der Bremer und Bremerhavener Bevölkerung zu präsentieren: Im Fischereihafen und - offenbar hat Schach auch mit Wassernähe zu tun - am Weserufer in Bremen. An beiden Stellen gelang es den Schachspielern, sich an eine größere Veranstaltung anzuhängen und den Menschenauflauf für sich zu nutzen. »In ähnlicher Weise sollten wir auch zukünftig verfahren«, resümierte Wolfgang Jackwerth, Präsident des LSB. »Dort, wo sich Menschen aufhalten, also in Einkaufszentren, auf öffentlichen Plätzen oder bei solchen Festen wie hier sollte sich das Schachspiel präsentieren.«

So trat der sogar bundesweit ausgerufene Vergleichskampf »Alt gegen Jung« weit in den Hintergrund. Zum Mitmachen animieren, mit den Passanten sprechen, über die einzelnen Vereine informieren - Spaß haben mit Schach! Das stand im Zentrum dieser gelungenen Aktion. Manches ist für die Zukunft noch zu verbessern, aber die Richtung stimmt.

»Der LSB steht zukünftig vor der Herausforderung, verstärkt junge Spielerinnen und Spieler für den Schachsport zu begeistern und den Vereinen zuzuführen. Schach hat ja gerade für Jugendliche viele Vorteile, denn es schult die Konzentration, die Phantasie, die Kreativität, aber auch die Logik«, sagte LSB-Präsident Jackwerth. »Es fördert die Entschlusskraft und zugleich die Geduld - und ist bei alledem doch die wohl preisgünstigste Sportart, was Ausrüstung und Mitgliedsbeiträge angeht.«

»Dennoch sind heute in den Vereinen deutlich mehr ältere Schachspieler als Jugendliche aktiv«, so der LSB-Chef. Es sei eben schwer für die Vereine, hier etwas aufzubauen. »Wenn noch gar keine Jugendlichen da sind, ist das Angebot für Neuankömmlinge natürlich nicht so verlockend - schließlich wollen die ja gerne mit Leuten ihre eigenen Alters umgehen.« Immerhin vier Vereine im LSB böten aber auch Jugendtraining an. »Hier ist es gelungen, mit einigen Schulen zu kooperieren. Außerdem sind in diesen Vereinen Spieler aktiv, die am Nachmittag frei sind und sich um den Nachwuchs kümmern können.«

Zudem erwägt der LSB, ein großes Damenturnier durchzuführen. »Es gibt keinen Grund dafür, dass im gesamten Schachleben die Damen völlig unterrepräsentiert sind. Aber die Weltrangliste spiegelt ein ähnliches Bild wie die des LSB: Mädchen und Frauen sind hier kaum vertreten. Das wollen wir ändern«, ließ sich Jackwerth eine kleine Vision entlocken. Als Ausrichter für ein solches zumindest norddeutsches Turnier wurden schon erste Kontakte mit den Findorffer Schachfreunden aufgenommen. »Zunächst danke ich aber vor allem Manfred Breutigam und Thomas Jonnek, die den Großteil der Organisation unserer Werbeveranstaltung in den Weserterrassen übernommen hatten und in gleichem Maße Dr. Uwe Jäger und Gerold Menze, die das Gelingen in Bremerhaven sicherstellten«, schloss der Präsident des LSB.

Ralf Mulde