Stotel/Loxstedt: Verein im Umbruch

Die SSG Stotel-Loxstedt hat sich mit Beginn der neuen Saison in ihrer Struktur stark verändert: Zur bestehenden Spielgemeinschaft des TSV Stotel und des TV Loxstedt stieß jetzt mit drei Spielern und logistischer Beteiligung auch der benachbarte TSV Heerstedt, der zwar noch über keine Schachspieltradition verfügt, aber dafür allerhand andere Vorzüge anbieten kann, wie z.B. günstige Mitgliedsbeiträge und hervorragende Räumlichkeiten.

Der stetig andauernde Mitgliederschwund der SSG Stotel-Loxstedt machte diesen neuen organisatorischen Schritt dringend erforderlich – die Zahl der Mannschaften sank seit dem Jahre 1996 von 3 auf 1 Team – eben entsprechend der Abnahme der aktiven Schachspielerzahl. Man braucht nicht zu betonen, dass es Mannschaftsführer Uwe Bernd unter diesen Bedingungen nicht leicht hat, das Team für die A-Klasse immer vollständig aufzustellen.

Erfreulicherweise zeichnen sich jetzt erste positive Folgen der organisatorischen Neuerungen ab, denn inzwischen treffen sich in Heerstedt wieder regelmäßig zwischen 4 bis 8 Spieler zum Trainieren, Analysieren und natürlich zum geselligen Beisammensein.

Die neuen Schachspielabende des Vereins finden seit Anfang 2003 in der »Alten Schule« in Heerstedt statt, wo der ambitionierte Clubspieler alles findet, was sein Herz begehrt: Zentrale Lage (die »Alte Schule Heerstedt« liegt direkt an der B71 neben dem Sportplatz in Heerstedt), gute geräumige Räumlichkeiten, sehr gute Beleuchtung (eine Selbstverständlichkeit in einer ehemalige Schule) und absolute Ruhe vor Ort. Ein komplett neuer Satz Spielmaterial motiviert die Spieler in Heerstedt zusätzlich und so gewöhnte man sich sehr schnell an die anheimelnde Atmosphäre in der »Alten Schule«, die in Heerstedt ansonsten als Dorfgemeinschaftsraum genutzt wird. Alle internen Vereinsabende finden daher seit Anfang 2003 in Heerstedt statt, die Heimspiele der A-Klasse finden allerdings bis auf weiteres wie gehabt in Stotel statt. Auswärtige Mannschaften brauchen sich bei der Routenplanung vorerst nicht umzustellen, obwohl Heerstedt extrem einfach zu finden ist, da der Ort direkt an der B71 gelegen ist. Ebenso bleibt es vorläufig noch beim offiziellen Mannschafts-Namen »SSG Stotel-Loxstedt« – sollte die Anzahl der Heerstedter Spieler einmal das halbe Dutzend überschreiten und sich in Heerstedt eine eigene Schachabteilung formieren, wird dies dann sicherlich auch im Mannschaftsnamen Entsprechung finden, doch so weit ist man in Heerstedt zur Zeit noch nicht.

Ein vollständiger neuer Spielbetrieb muss erst einmal wieder neu aufgebaut werden, obwohl die 14-tägigen Spielabende bereits jetzt wieder wesentlich besser besucht werden, als noch vor einem Jahr in Stotel. Dennoch braucht es viel Geduld und Ausdauer, um nach den letzten Jahren der Stagnation wieder neue Mitglieder zu werben und für das Turnierschach zu begeistern. Gespielt wird übrigens jeweils am Mittwoch, alle 14 Tage ab 19.30 Uhr. Fest geplant ist, für die Mitglieder im Jahre 2004 wieder eine reguläre Vereinsmeisterschaft auszuspielen. (Letzter offizieller Vereinmeister im Jahre 2002 war Peter Bindrim, der damit seinen Titel von 2001 verteidigen konnte.) Ein Vereinspokal 2003 wird bereits jetzt wieder ausgespielt.

Sportlich will die SSG Stotel-Loxstedt aber vor allem in der A-Klasse Bremens bestehen und den zuletzt arg geschrumpften Kader wieder vergrößern. Es geht für den Verein schlicht darum, neue Interessierte für das Turnierschach in der SSG zu gewinnen und wieder den regelmäßigen Spielbetrieb früherer glanzvoller Jahre aufzubauen. In Stotel ist man trotz aller Schwierigkeiten zuversichtlich, dass auch in den nächsten Jahren ein schlagkräftiges Team für den Spielbetrieb in den Bremen Ligen angemeldet werden kann, denn wie die letzten Monate gezeigt haben, spielen die Nordlichter aus der Nähe Bremerhavens viel zu gerne Schach, als dass sie leichten Herzens auf ihren Verein verzichten würden. Und sicherlich würde man auch in Bremen – trotz der langen Anfahrt – eine SSG Stotel-Loxstedt vermissen, denn die Attraktivität der Bremer Ligen lebt doch ganz erheblich von der bunten Vielfalt der Vereine, wozu gerade die vielen kleinen Clubs beitragen.

Lutz Breden