13. Deutsche Senioren-Mannschaftsmeisterschaft 2004 der Landesverbände in Dresden

(oder wie eine Mannschaft auszog, die anderen das Fürchten zu lehren)

Vorweg, für die ausgezeichnete Organisation und das interessante Rahmenprogramm (u. a. kostenlose Schiffahrt auf der Elbe, Schloßbesichtigung) zeichnete das Ehepaar Schmidt aus Dresden verantwortlich.

Wir, d. h. die Mannschaft in der Aufstellung Prof. Dr. Dornieden, Prof. Dr. Schöne, Korn und Bauer samt Unterstützung durch die Damen Korn und Schöne, reisten bereits einen Tag vor Beginn an, um ausgeruht am 01.08.04 in die Schachkämpfe zu gehen. Unsere Erwartungen waren nicht übermäßig hoch, zumal gegenüber dem Vorjahr unser »Topscorer« Tchetchelnitski fehlte. Auch nach der Rangliste waren wir nur 26. von 32 Mannschaften. Also hatten wir nichts zu verlieren.

Und der Auftakt schien das zu bestätigen: wir verloren gegen die 1. Mannschaft von Sachsen-Anhalt klar mit 1:3. Die Hoffnung, zum Ausgleich in der 2. Runde einen leichteren Gegner zugeteilt zu bekommen, wurde enttäuscht. Der Gegner, der in der ersten Runde gepatzt hatte, war NRW I. Aber nach nicht unbedingt zu erwartenden Siegen unserer Professoren gewannen wir mit 2,5:1,5 und hatten damit »Blut geleckt«.

In schöner Regelmäßigkeit folgte nun Sieg auf Sieg (gegen Rheinland-Pfalz II, Baden I und Württemberg I) und nach der 5. Runde hatten wir plötzlich 8:2 Punkte und damit genau soviel, nämlich 8 Punkte, wie in der vorjährigen Senioren-Mannschaftsmeisterschaft der LV am Ende des Turniers.

In der Runde 6 wurde uns dann unser »Nachbar«, Niedersachsen I, zugelost. Aus dem Vorjahr in schlechter Erinnerung, hatten wir doch damals lediglich ein halbes Pünktchen erzielt. Aber wie immer, wenn einer von uns verlor, gewann für ihn ein anderer. In dieser Runde war es Korn, der die Niederlage von Dornieden am ersten Brett ausglich, bei Remisen von Schöne und Bauer. Nun, danach war es schon keine Überraschung mehr, daß wir in der letzten Runde gegen die lange führenden Brandenburger I nach einem Sieg unseres Spitzenbrettes Dornieden gegen den »bärenstarken« Reichenbach ebenfalls ein 2 : 2 erzielten und den größten Erfolg einer Bremer Seniorenmannschaft bei einer Länder-Mannschaftsmeisterschaft erreichten: nämlich mit 10 : 4 Punkte bei 15,5 Brettpunkten (Dornieden 4,5, Schöne 3,5, Korn 3,5 und Bauer 4,0) den 5. Platz. Und das bei 6 Gegnern aus den »Top 10« ! (Und ein kleines Brettpünktchen mehr hätte uns nach Buchholzwertung den 2. Platz gebracht. Aber man will ja nicht unverschämt sein.)

Was waren die Gründe für diesen unerwarteten Erfolg?

Zum einen sicher das außerordentlich freundschaftliche Verhältnis untereinander, auch die mitgereisten »guten Geister«, Frau Korn und Frau Schöne, die das ihre dazu beitrugen und schließlich das wachsende Selbstvertrauen sowie – natürlich – das notwendige Quentchen Glück.

Ach ja. Gewonnen haben die Hessen I mit 11:3 Punkten vor Rheinland-Pfalz I, Berlin I, Brandenburg I und uns mit jeweils 10:4. Sechster wurden unsere Nachbarn, Niedersachsen I, mit 9:5 Punkten.

Die nächste Deutsche Senioren-Mannschaftsmeisterschaft 2005 der Landesverbände wird im September nächsten Jahres (fast) vor Bremens Haustür, in Sottrum, stattfinden. Vielleicht gelingt es uns ja wieder, wie 1999 in Verden, zwei Mannschaften zu stellen! Interessierte Senioren bitte ich schon jetzt, sich bei mir zu melden.

Abschließend noch der Hinweis, dass im Rahmen dieser Meisterschaft, wie üblich, ein inoffizielles Treffen der Referenten für Seniorenschach im Beisein des Präsidenten des Deutschen Schachbundes, Herrn Alfred Schlya, stattfand, an dem die Referenten aller Landesschachverbände teilnahmen. Leider nahm die Diskussion um den Text einer neuen Satzung – zum Teil recht heftig geführt – einen so großen Raum ein, dass der Berichterstatter, da er am nächsten Morgen wieder Bremens Farben vertreten mußte, bei der Besprechung der restlichen Punkte nicht mehr anwesend sein konnte.

Bremen, 13. August 2004

Wolfgang Bauer
Referent für Seniorenschach