Schulschachpatent Bremen 2005

Am 15. Januar 2005 wurde in den Räumen des Torhauses Nord in Bremen-Gröpelingen zum ersten Mal in Bremen ein Seminar zur Erlangung des Schulschachpatents durchgeführt. Das Schulschachpatent ist ein von der Deutschen Schulschachstiftung herausgegebenes Zertifikat, das ambitionierten Schachspielern den Zugang zu den Schulen zwecks Einrichtung einer Schach-AG erleichtern soll. In einigen Bundesländern werden so zertifizierte Schachlehrer finanziell von der Behörde unterstützt. Durchgeführt wurde das Seminar von Kurt Lellinger, dem Mitbegründer der Deutschen Schulschachstiftung.

Gegen 9.00 Uhr fanden sich 20 Teilnehmer aus zahlreichen Bremer Vereinen und sogar zwei Auswärtige (ein Lehrer aus Gifhorn, ein Referendar aus Minden, der sein zweites Staatsexamen über Schach schreiben möchte) am Veranstaltungsort ein.

Nach einer Vorstellungsrunde ging es ans Inhaltliche. Es wurden von Herrn Lellinger verschiedene Schwerpunkte gesetzt, zu denen es reichlich Material für die Teilnehmer gab. Ein Schwerpunkt betraf die Hintergründe von Schach und Schule. Herr Lellinger ging auf die Umstellung der Schulen auf Ganztagsschulen und die daraus entstehenden Möglichkeiten zur Gründung neuer Schulschachgruppen sowie auf PISA und die daraus folgenden Konsequenzen ein. In diesem Zusammenhang erläuterte er, welchen Beitrag Schach zur Bildung und zur Schulung spezieller Fähigkeiten und Fertigkeiten leisten kann. Neben der Entwicklung von Problemlösestrategien und strukturiertem Denken sei hier auch die soziale und persönlichkeitsbildende Komponente genannt.

Einen zweiten Schwerpunkt bildeten der Anfängerunterricht und das Leiten einer Schulschachgruppe. Es wurde ein Einblick in Methodik und Didaktik des Anfängerunterrichts gegeben. Außerdem wurden Möglichkeiten zur Gründung und Führung einer Schulschach-AG besprochen (Gewinnung von Teilnehmern, materielle und räumliche Voraussetzungen, Motivation, Turniere, Diploma, rechtliche Fragen wie z.B. Aufsichtspflicht etc.).

Dank Gerold Menzes Beziehungen gab es eine leckere Mittagspause bei einem Griechen, der extra für uns geöffnet hat.

Nach der Pause wurden uns Bücher und Unterrichtsmaterialien ausführlich vorgestellt. (Bei Interesse ist eine Liste inklusive Preise bei mir erhältlich.)

Den Abschluss des Seminars bildete ein Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmern.

Insgesamt war dies eine interessante und informationsreiche Veranstaltung. Alle Teilnehmer sind reich beladen ins Restwochenende entlassen worden (Es gab eine Mappe gefüllt mit reichlich Begleitmaterial zum Seminar, das Bauern- und Springer-Diplom der Brackeler Schachschule und den Schach-Grundkurs »Regeln« von H. Bastian). Ich habe durchweg positive Resonanz, nicht nur von den Bremern, sondern auch von den auswärtigen Teilnehmern, erhalten. Ich würde mich freuen, wenn wir in absehbarer Zukunft ein ähnliches Seminar durchführen könnten. Bei Interesse stehe ich für Anfragen gerne zur Verfügung.

J. Matticzk, Schulschachreferent Bremen
(Kornstr. 129, 28201 Bremen, Tel. (04 21) 5 57 67 20, E-Mail: jago@nwn.de)