Schulschach ruht für uns auf drei Säulen

Schach ist zunächst ein Sport. Unsere Schachkinder spielen in der Schulschach-AG, zuhause und im Verein bei Werder Bremen. Wettkämpfe zwischen Schulen und die Teilnahme an überregionalen Turnieren ergänzen und krönen die tägliche Schacharbeit.

Die zweite Säule zielt darauf ab, mit dem Schachspielen fachübergreifende Fähigkeiten zu entwickeln. So ist Schach angewandte Mathematik – die Schüler müssen lernen vorauszudenken und Zugfolgen zu berechnen, sich in einem Koordinatensystem zurechtzufinden. Die Schüler eignen sich dabei unbemerkt Fähigkeiten wie Fantasie, Genauigkeit, logisches Denken, Erinnerungsvermögen, Ordnungsbewußtsein, Durchhaltevermögen, etc. an.

Die dritte Säule umfaßt soziales Verhalten und soziale Integration. Schach ist ein Stück weit auch Persönlichkeitsbildung. Verlieren will besonders in diesem Spiel, genauso wie ein faires Verhalten nach dem Gewinn einer Partie, gelernt sein. Der dem Schachspielen vorgegebene Ordnungsrahmen hilft zudem lernschwachen bzw. verhaltensauffälligen Kindern, sich besser zu orientieren. Erfolg und Freude am Spiel zu haben, wobei die Gruppenzugehörigkeit auch die soziale Integration fördert.

Leider wird Schach wörtlich kaum in einem Lehrplan erwähnt und fristet deshalb vielerorts völlig unberechtigt ein Mauerblümchendasein, obwohl es Dank seiner einmaligen Vielseitigkeit inhaltlich den Anforderungen und Zielen verschiedenster Fächergruppen entgegenkommt. Als Pilotprojekt ließe sich Schach zunächst sinnvoll in den Lehrplan integrieren, denn der Schulunterricht darf nicht nur Wissensvermittlung sein, in erster Linie sollten Fähigkeiten entwickelt werden – und dazu ist Schach hervorragend geeignet!

Grundschule am Baumschulenweg Bremen, 18. Mai 2005

Helmut Geils, Dieter Stubbe, Ralf Pfeifferling