Markus Lammers Bremer Schnellschach-Jugendmeister

Bremen war am zweiten Juli-Sonntag das norddeutsche Schach-Mekka für Jugendliche!

Sogar aus Wilhelmshaven und aus Stade kamen die Nachwuchs-Hoffnungen in das Bürgerhaus Oslebshausen zum SK Bremen-West gereist, um dort in verschiedenen Altersklassen ihre Kräfte zu messen. In den Offenen Bremer Schellschach-Jugendmeisterschaften 2005 waren Kinder der Altersklasse „U10“, also unter zehn Jahren, ebenso am Start wie die schon Fast-Erwachsenen der „U20“.

Alle 52 Jugendliche betrugen sich seltsamerweise überaus diszipliniert (mal ehrlich: waren Sie in dem Alter auch so...?), so dass die Turnierleiter Gerold Menze, Ulrike Schlüter und Jago Mattick über keinen Streitfall befinden mussten.

Gespielt wurden sieben Runden mit 20 Minuten pro Spieler und gewonnen hat dann mit 6,5 aus 7 auch tatsächlich der Favorit Markus Lammers, Delmenhorster SK, dessen beeindruckende DWZ von 2203 eben auch eine gewisse Verpflichtung mit sich brachte. Einen Punkt hinter dem großen Meister liefen Frithjof Fehsenfeld (natürlich Delmenhorst) Benjamin Kaufmann und Matthias Junge (beide Bremen-West) über die Ziellinie. Die jungen Herrschaften aber spürten den heißen Atem einer sehr jungen Dame hinter sich: die erst 14-jährige Germaine Kickert aus Wilhelmshaven, zuvor Jever, erzielte großartige 5 Punkte und lag nach Feinwertung noch vor Matthias Carmesin (Stade) und Maik Schlawin (Bremen-West).

Nun ist es aber nicht sehr fair, 9-jährige mit 19-jährigen zu vergleichen. Ein Blick auf die unterschiedlichen Altersklassen zeigt uns: Matthias Carmesin, Stade, ist noch nicht einmal 10 Jahre alt! Natürlich siegte er mit besagten 5 Punkten in seiner Altersklasse, verfolgt von Fabius Sasse mit 4,5 Punkten von Werder Bremen. In dieser „Zwergen-Klasse“ dominierten ansonsten die Kinder aus Stade, so dass die hervorragende Arbeit im Athenaeum wieder einmal neue Früchte getragen hat.

Und bei den „U12“ gelang es einem Bremer, sogar die weit gereiste Konkurrenz hinter sich zu lassen: Cedric Tantzen von den SF Achim erzielte 4,5 Punkte und wurde damit König der unter 12-jährigen, ein paar Buchholzkrümel vor Alexej Rabinovitch vom SKJE, Hamburg.

„1991 geboren, 2011 deutsche Damen-Meisterin, zwischendrin mal Bremer Jugend-Schnellschach-Königin“ – so könnte es dereinst im Lebenslauf von Germaine Kickert stehen. Warum auch nicht? In Gröpelingen jedenfalls trat sie mit einer DWZ von 1650 an und erzielte 5,0 Punkte, womit sie einen halben Punkt vor Thai Nguyen aus, natürlich, Delmenhorst landete.

Eine echte Überraschung stellte für mich der Sieg von Maik Schlawin, SK Bremen-West, mit 5 Punkten in der Spielklasse „U16“ dar, denn der junge Mann täuschte zuvor mit einer DWZ von nur 1048 über seine wahre Klasse hinweg. Mit 4,5 Punkten und damit immer noch einem überdurchschnittlichen Ergebnis kam der Favorit in dieser Altersgruppe, Kai-Uwe Steingräber, Kattenesch, DWZ 1505, hinter Maik Schlawin ein.

Wir haben hier keine Zufalls-Siege gesehen, denn schon die Bremer Schnellschach-Einzelmeisterschaft für die Erwachsenen hat viele der oben Erwähnten ganz weit vorne gesehen, so dass wir hier von reifen, zu jeder Hoffnung berechtigenden Talenten sprechen dürfen, die unser aller Aufmerksamkeit und Förderung verdienen.

Ralf Mulde