Konzept zur Erkennung und Förderung von Spitzenspielern

Auf der letzten Vorstandssitzung hat die Bremer Schachjugend das vorliegende Konzept zur Spitzenförderung überarbeitet. Ihr findet hier die neue Fassung, wichtige Änderungen sind hervorgehoben. Solche Änderungen finden sich vornehmlich in zwei Punkten:

  1. Kadertrainer: Nachdem die BSJ in den letzten Jahren mit einem Trainer aus Niedersachsen zusammengearbeitet hat, haben wir nun entschlossen, wieder einen Trainer aus einem Bremer Verein zu verpflichten und das Kaderkonzept so geändert, dass dies auch möglich war. Diese Maßnahme begründet sich darin, dass es in der Vergangenheit aufgrund der weiten räumlichen Entfernung zwischen Trainer und Kaderspielern häufig schwierig war, gemeinsame Termine für Trainingslehrgänge oder andere Maßnahmen zu finden.
  2. Motivationsbereich: Aufgrund des recht schwachen Abschneidens Bremer Spieler bei den letzten DEM´s haben wir sowohl die Kriterien für eine Nominierung als auch die Anforderungen an Kaderspieler erhöht.

Für den Vorstand der BSJ: Ulrike Schlüter

Konzept zur Erkennung und Förderung von Spitzenspielern in der Bremer Schachjugend

1. Einleitung

Dieses Konzept stützt sich auf die Konzepte der Deutschen Schachjugend (DSJ) und versteht sich für diese als flankierende Maßnahme. In Übereinstimmung mit den Konzepten der DSJ wird das Hauptaugenmerk auf die Spitzenförderung gelegt.

2. Ziele

Das Ziel dieser Konzeption ist es, jugendliche Talente bestmöglich zu erkennen sowie die Spitzenspieler der BSJ bestmöglich zu fördern und eine optimale Spielstärkeförderung zu erreichen.

3. Kaderstruktur

In der BSJ gibt es drei Kader: den Sichtungskader, den Beobachtungskader und den Förderkader. Der Förderkader ist zuständig für die spielstärksten sowie die talentiertesten Bremer Jugendspieler. Der Beobachtungskader ist für die jüngeren Spieler gedacht, deren Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist und denen der Sprung in den Förderkader zugetraut wird. Die Hauptaufgabe des Sichtungskaders besteht darin, unter den jüngsten Spielern in Bereich U12 die Talentiertesten herauszufinden und eine Grundlagenausbildung zu vermitteln.

SichtungskaderBeobachtungskaderFörderkader
Max. Kaderumfang14108
HöchsteintrittsalterU12U14U16
HöchstalterU12U16U18

Die Kader werden vom Vorstand der BSJ gemeinsam mit dem Kadertrainer nominiert.

4. Nominierungskriterien

Die Nominierungskriterien gliedern sich in den schachlichen Bereich und in den Motivationsbereich.

1. Schachlicher Bereich

Die Bewertung im schachlichen Bereich beruht auf vier Säulen:

  1. DWZ
  2. DWZ-Entwicklung der letzten 2 Jahre
  3. Platzierung bei der BJEM der letzten 3 Jahre (mit stärkerer Gewichtung der kürzer zurückliegenden)
  4. Platzierung bei der DEM

Bei der Einteilung des Förderkaders werden die ersten beiden Punkte stärker bewertet, während bei der Einteilung des Beobachtungskaders und des Sichtungskaders aufgrund des geringeren Aussagegehalts von DWZ bei jüngeren Jahrgängen eher Punkt 3 stärker berücksichtigt wird. Voraussetzung für die Aufnahme in den Kader ist der Besitz einer Mindest-DWZ von

Förderkader: 1800 / 1600w
Beobachtungskader 1400 / 1200w

2. Motivationsbereich

Die BSJ fördert in ihren Kadern nur solche Spieler, bei denen die persönliche Einstellung und der Wille eine Weiterentwicklung erwarten lassen. Bei der Nominierung wird daher besonderer Wert auf folgende Kriterien gelegt:

  1. regelmäßige Teilnahme am Vereinstraining
  2. regelmäßige Teilnahme an Kaderlehrgängen
  3. Anlegen eines individuellen Wettkampfbuches
  4. Spielen einer Mindestanzahl von Wettkampfpartien mit Notationspflicht sowie darüber hinaus von Schnellschachturnieren
    • im Förderkader: 40 Partien + 3 Schnellschachturniere
    • im Beobachtunskader: 30 Partien + 3 Schnellschachturniere
    • im Sichtungskader: 20 Partien + 5 (Jugend-) Schnellschachturniere

Der Kadertrainer erarbeitet gemeinsam mit dem jeweiligen Spieler einen individuellen jährlichen Trainings- und Wettkampfplan iVm einem Kontrollsystem.

Für den Verbleib im Kader oder die Aufnahme in den höheren Kader sollten folgende Mindest-DWZ erreicht werden:

Förderkader 1900 / 1700w
Beobachtungskader 1600 / 1400w
Sichtungskader 1100 / 900w

5. Fördermaßnahmen

Da die Kaderspieler die Spitze des Bremer Jugendschachs repräsentieren, müssen sie bestmöglich gefördert werden. Aufgrund der Möglichkeiten der BSJ bieten sich folgende Förderungsmaßnahmen an:

1. Kadertraining

Das Wochenendkadertraining findet ca. 4-6mal im Jahr statt. Die Trainingszeit beträgt ca. 12 Stunden. Zum Wochenendkadertraining werden die Mitglieder des Förderkaders eingeladen. Falls einer dieser Spieler ausfällt, wird der Platz an Mitglieder des Beobachtungskaders vergeben oder an andere Jugendliche des LSB, die in die jeweilige Trainingsgruppe passen. Beim Kadertraining vor der Neunominierung werden zum Wochenendkadertraining alle Mitglieder des Beobachtungskaders eingeladen, denen der Sprung in den Förderkader zugetraut wird.

Das Kadertraining für Beobachtungs- und Sichtungskader sollte ebenfalls 4-6 mal im Jahr stattfinden.

2. DLM

Für die DLM werden, wenn möglich, alle Mitglieder des Förderkaders nominiert. Es sollte versucht werden, als Betreuer den Kadertrainer zu gewinnen.

3. Turnierbesuche

Soweit möglich wird den Kaderspielern mindestens einmal jährlich der Besuch eines ausgewählten Turniers angeboten, wobei die BSJ einen Betreuer, möglichst den Kadertrainer, stellt.

6. Kadertrainer

Da der Kadertrainer für die Spitzensportförderung eminent wichtig ist, sollte er folgende Voraussetzungen erfüllen:

  1. hohe schachliche Spielstärke
  2. Trainingserfahrung- und Qualifikation
  3. Bereitschaft das BSJ-Konzept mitzutragen

Stand: Juni 2005

Ulrike Schlüter