Jugendkaderfahrt zum Ani-Cup nach Hamburg

Zwischen Weihnachten und Neujahr veranstaltete die Bremer Schachjugend wieder wie jedes Jahr eine Fahrt mit dem Jugendkader, um den Bremer Jugendlichen die Gelegenheit zu bieten, sich mit starker Gegnerschaft messen zu können. So machten sich Simon Bart, Benjamin Kaufmann, Tobias Kügel, Maike Janiesch, Marcel Richert, Fabius Sasse, Daniel Schlon, Kai-Uwe Steingräber und Cédric Tantzen sowie als Betreuer Florian Mossakowksi auf den Weg nach Hamburg, um beim 2. Ani-Cup Erfahrung und Punkte zu sammeln.

Das Turnier wurde in zwei Gruppen gespielt, wobei sich Spieler zwischen 1500 und 1800 DWZ die Gruppe aussuchen konnten, während die schwächer eingestuften in der B-Gruppe spielten und die stärkeren in der A-Gruppe um Elo-Punkte kämpften. Somit gingen Benjamin, Cédric und Simon in der A-Gruppe an den Start, während die anderen in der B-Gruppe spielten. Organisiert wurde das Turnier von dem sehr freundlichen IM Suren Petrosyan. Einziges Manko war, daß er bei der Anmeldung alleine etwas überfordert war, so daß wir unsere Zimmerschlüssel erst nach dem Start der ersten Runde erhielten. Gespielt wurden sieben Runden nach Schweizer System mit drei Doppelrunden, wobei die Partien im A-Open durch die neue FIDE-Bedenkzeit etwas verkürzt wurden, während im B-Open die meisten Partien sowieso schnell beendet waren.

Zum Turnierverlauf:

Im A-Open spielte Benjamin ein gutes Turnier, und konnte dabei sogar einen von der Elo-Zahl her deutlich stärkeren Spieler schlagen (siehe Partie). Leider verpasste er eine noch bessere Platzierung durch eine vermeidbare Theorieniederlage in der letzten Runde.

Cédric und Simon hatten es dagegen schwer, es fehlten in dem Turnier einfach die schwächeren Aufbaugegner. Simon erzielte dabei in einigen Partien sehr gute Stellungen, ließ aber zu häufig die nötige Konsequenz bei der Umsetzung eines Vorteils vermissen.
Cédric fehlten dagegen manchmal einfach die nötigen Eröffnungskenntnisse, um besser mithalten zu können, außerdem vermied er zweimal konsequent die Rochade, was dann darin resultierte, daß sein König in der Mitte unter Beschuß geriet.

In der B-Gruppe war Maike lange Zeit mit vorne dabei, verlor aber leider die letzte Runde, was aber immer noch zu einem sehr guten 10. Platz und dem Sieg in der Kategorie unter 1500 DWZ reichte. Sie spielte sehr sicher, manchmal fehlte aber noch ein bisschen der nötige Biß, um noch weiter vorne zu landen.

Ein hervorragendes Turnier spielte Tobias, der sich nur dem Turniersieger geschlagen geben musste, und gegen einen Gegnerschnitt, der fast 500 Punkte über seiner DWZ lag, ein positives Ergebnis holte. Dabei kam er fast nie in Verlustgefahr und darf sich über einen DWZ-Zuwachs von über 250 Punkten freuen!

Dem kaum nach stand Fabius, der nach einem misslungenen Start zum Schluss richtig aufdrehte und seine letzten drei Partien alle gewann. Ein Beispiel für sein umsichtiges und langfristig angelegtes Spiel zeigt die Partie aus der 6. Runde. Auch er holte damit vier Punkte und darf sich über eine Einstiegs-DWZ von 1357 freuen.

Kai-Uwe holte ebenfalls vier Punkte, hier wäre aber mit etwas mehr Kampfgeist sicher mehr drin gewesen, zu häufig wurde mit dem Remis die sichere Variante gewählt, obwohl eigentlich das Risiko beim Weiterspielen meistens nicht besnoders groß war.

Marcel spielte lange Zeit unter seinen Möglichkeiten, hätte aber durch einen Sieg in der letzten Runde noch ein ordentliches Ergebnis erzielen können. Leider verdarb er hier die Stellung mit glatter Mehrfigur noch, so daß am Ende nur zwei Punkte zu Buche standen.

Auch Daniel spielte nicht sein bestes Turnier und erzielte ebenfalls zwei Punkte.

Wegen der vielen Doppelrunden blieb nicht sehr viel Zeit für außerschachliche Aktivitäten, trotzdem wurden im verschneiten Hamburg natürlich einige Schneeballschlachten ausgetragen. Im Analyseraum standen zudem (leider) einige PCs mit Internetverbindung zur Verfügung. Wer nach Partie und Analyse noch nicht genug vom Schachspielen hatte, konnte zudem bei einem IM-Turnier kiebitzen, das zeitgleich ausgetragen wurde.

Die Atmosphäre während des Turniers war sehr angenehm, und bei der Siegerehrung wurden noch viele Sachpreise verteilt, so daß ungefähr die Hälfte unserer Jugenlichen noch einen Preis mit nach Hause nehmen konnte.

Ergebnisse 2. AniCup Hamburg 27.-30.12.2005