Landesschachbund streicht »Kinderfreibetrag«

Vereine akzeptieren Mehrbelastung, drängen aber auf Einsparungen beim DSB

13 von 20 stimmberechtigten Vereinen hatten wenigstens einen Vertreter zur außerordentlichen Mitgliederversammlung am 19.09. entsandt, die eifrig und ungewohnt sachlich über die notwendige Haushaltssanierung diskutierten. Mit 65% herrschte hier also eine höhere Wahlbeteiligung als bei den meisten Landtagswahlen.

Zu zwei Strategien lagen Anträge vor: Dem LSB-Vorstand schwebte eine Beitragserhöhung vor (s. Ausgabe 09/06), während der SK Schwanewede hauptsächlich bei BSJ und Verbandsorgan einiges Einsparpotenzial sah und entsprechende Anträge fristgerecht eingereicht hatte.

In seinem einleitenden Vortrag bat der Schatzmeister um eine sich an den satzungsmäßigen Aufgaben des Landesschachbunds orientierende Diskussion, bevor er den vorgelegten Haushaltsplan noch detaillierter als gewohnt erläuterte. Bei den Turnieren sah der Vorstand nur geringes Einsparpotenzial: Startgelderhöhungen wirkten der erfolgreichen Durchführung des Spielbetriebs entgegen und würden daher vom Vorstand abgelehnt. Denkbar sei allerdings eine weitere Kürzung des Preisfonds bei der Bremer Einzelmeisterschaft. Die BSJ schlage zwar als zweithöchster Einzelposten auf der Ausgabenseite zu Buche, allerdings verberge sich dahinter eine Menge Arbeit; zudem habe die BSJ stets sehr umsichtig mit ihren Finanzen agiert, u. a. zahlten inzwischen die Teilnehmer der Deutschen Jugendmeisterschaften etwa zwei Drittel der Kosten selbst – anders als beispielsweise der Bremer Teilnehmer der Deutschen Einzelmeisterschaft der Erwachsenen. Der einzige noch höhere Ausgabeposten seien die Abgaben an den DSB, die inzwischen ca. 50% der Mitgliedsbeiträge repräsentierten; früher seien ungefähr zwei Drittel beim LSB verblieben.

Der Vertreter des SK Schwanewede akzeptierte zwar die satzungsgemäßen Aufgaben, die der LSB auch zu erfüllen habe, begründete die Anträge seines Vereins jedoch damit, dass man dabei stets die finanzielle Leistungsfähigkeit berücksichtigen müsse. Selbige sei offenbar augenblicklich nicht gegeben. Die BSJ erhalte einen im Vergleich zum zahlenmäßigen Mitgliederverhältnis im Vergleich zum Gesamtverband unangemessen hohen Betrag, der innerhalb des LSB-Haushaltsplans den Charakter einer »Black Box«-Ausgabe trüge. Zudem war er der Auffassung, das Verbandsorgan könne genauso gut per E-Mail verschickt werden.

In der weiteren Diskussion kristallisierte sich vor allem heraus, dass die Vereine sich mehr Transparenz bei den Haushaltsplänen wünschten, insbesondere bei den Planungen der BSJ, die jedoch weiterhin satzungsgemäß Haushaltsautonomie besitzt.

Letztendlich wurden folgende Beschlüsse gefasst:

Zudem soll künftig mehrmals im Jahr ein »protokollfreier Vorstandsstammtisch« stattfinden, um die Kommunikation innerhalb des Verbands zu verbessern. So könnten z.B. viele Fragen, die oft innerhalb einer Mitgliederversammlung auftauchen, bereits im Vorfeld wesentlich entspannter geklärt werden. Die anwesenden Vertreter wünschten sich einen ersten solchen Termin noch in diesem Jahr. Schließlich wurde mehrfach der Wunsch an den Vorstand gerichtet, sich auf Bundesebene stärker gegen die Kostenexplosion der vergangenen Jahre zu engagieren, um nicht bald wieder solche Beschlüsse fassen zu müssen.

Raimund Klein