Kommentar zur Selbstdarstellung des LSB im WK vom 1.9.2006

Freitag beim Frühstück schlug ich den Sportteil der örtlichen Lokalpresse auf und sah ich in der (durchaus interessanten) Reihe »Sportverbände unter der Lupe« einen Artikel über die Schachabteilung von Werder äh den Landesschachbund Bremen (weiterhin als LSB bezeichnet).

Verwundert war ich wie alt der Präsident des LSB auf dem Bild geworden ist (es ist wahrscheinlich doch anstrengender als ich ich denke den LSB nach innen und aussen zu vertreten). Dann hat er auch noch seinen Namen gewechselt und heisst nicht mehr Steingräber sondern Schelz-Brandenburg (war das nötig?).

Anstatt aber dann die (wohl einmalige) Chance zu nutzen den LSB und seine Leistungen/Vereine positiv darzustellen und auf sich aufmerksam zu machen erscheint eine mehrspaltige Beweihräucherung des SV Werder mit Einsatz von dumpfen Klischees »Vielen fehlt ein halbwegs ordentliches Spiellokal ...« und »auch da ist Werder die rühmliche Ausnahme«. Die 1. Mannschaft meines Schachvereins kennt die »rühmliche Ausnahme« aus eigener Erfahrung: Da gibt es Sonntags bei einem Mannschaftskampf schon mal frenetische Anfeurungsrufe und lautes Getrommel von Fans. Dieses Ambiente hat Sonntags in der Tat wohl kein anderer Schachverein zu bieten. Leider gilt die Anforderung nicht den Schachspielern sondern in der Regel irgendwelchen Handballmannschaften. Trotz dieses kleinen Schönheitsfehler ist für mich die Quintessenz dieser Aussage, dass alle anderen Schachvereine in finsteren Kohlenkellern spielen.

Auch sehr gelungen finde ich die chauvinistischen Platitüden wie z.B. »Ohnehin passt Schach und Weiblichkeit offenbar nur sehr mühsam zusammen: Männer spielen weitaus häufiger und auch besser Schach.« Aber liebe Frauen, seid nicht betrübt, ihr könnt immer noch »als attraktives Covergirl auf einem Werbeplakat Werders ... für Furore sorgen«.

Was sind das nur für Typen in den finsteren Kohlenkellern? Falls irgendeine Person nach dem Lesen dieses Artikel noch Interesse hat, einen Schachverein in Bremen aufzusuchen: Hut ab! Wirkliche beeindruckend wie eine solche Gelegenheit zur positiven Darstellung des LSB in den Sand gesetzt wurde und (wie soll ich es nennen? Profilneurose?) der mangelnden Kooperationsfähigkeit einzelner zum Opfer fällt.

Thorsten Ahlers