Stammtisch-Geflüster

Ein Erfolg! Der Stammtisch des Landesschachbundes war lustig, für das erste Mal gut besucht und in geselliger Runde entstand sogar manches Ergebnis oder wurde, stammtischgemäß, doch zumindest schon mal angedacht.

Thema Olympia: Die Vereine wissen noch wenig über die Schacholympiade in Dresden. Hier zumindest einmal die Seite im Internet, die diesen Mangel einschränken können. So manche »harte« Information findet sich eben doch schon dort: ... http://www.schacholympiade.org/

Hübsch wäre es, mit einem gecharteten Bus aus Bremen einen Tag / ein Wochenende als Zuschauer zur Olympiade zu fahren. Ob hier in Bremen flankierende schachliche Veranstaltungen (warum denn nicht an 100 Brettern gegen Hamburg? Warum nicht auch auf dem Marktplatz?) mit Olympia als Anlass durchgeführt werden, wird man überlegen.

Ein Olympia-Rahmenturnier für deutsche Amateuerspieler soll, unterteilt in sehr viele Wertungsgrupppen, in Dresden stattfinden. Über Bedenkzeit, Spielzeit, Kosten usw. ist noch nichts bekannt, das Thema ist eben auch für den (etwas überraschend disponierenden) Deutschen Schachbund noch neu. In Bremen könnte man die entspr. Qualifikationsturniere a) als Teil der Bremer Einzelmeisterschaft, b) in den Vereinen oder c) als eigene größere Veranstaltung bespielen.

Thema Turniere: Eigentlich finden in Bremen ohnehin nicht genug Turniere statt. Man könnte also dieses Dresdner »Olympia-Open« (mein Arbeitstitel) zum Vorbild nehmen, in Bremen öfters so ein ähnliches Turnier durchzuführen.

Auch könnte man an Wochentagen ein 4er-Mannschafts-Turnier spielen, vielleicht im Verbund mit dem Betriebsschach-Verband, selbstredend nur mit drei bis vier Stunden Gesamt-Spielzeit. Das alles sind Angebote, die ausprobiert sein wollen und ohne großen Aufwand zu realisieren sind. Werden die Angebote nicht angenommen, macht man eben etwas Neues.

In diesem Sinne ist auch die Idee zu verstehen, die Mannschaftskämpfe nicht mehr starr und unbedingt am Sonntagmorgen zu spielen, sondern den Vereinen zumindest die Möglichkeit (!!) zu eröffnen, diese Runde auch z. B. am Sonnabend-Nachmittag (meinetwegen auch Dienstag-Morgen ...) zu spielen, wenn ihre Mitglieder das so wünschen. Meine Voraussage ist: zu 90% wird's beim gewohnten Sonntag bleiben. Aber es ist eben ein neues Angebot und wer weiß: vielleicht können wir so jene Mitglieder neu aktivieren und motiveren, die augenblicklich sehr wenig oder gar nicht spielen.

Zu überlegen ist auch, ob die Bedenkzeit nicht drastisch verkürzt werden sollte. Augenblicklich überarbeitet Peter Schwenteck die Turnierordnung sowieso und die Bedenkzeit mit einer Gesamt-Spielzeit von 7 Stunden kann sicher auch auf 6 Stunden (vielleicht noch mehr?) verkürzt werden. In der Bundesliga ist das ja schon längst so: zwei Stunden für 40 Züge und eine Stunde für den Rest der Partie. Warum sollte die Bremer C-Klasse mehr Zeit als die Bundesliga benötigen? Irgendwann, in einer vielleicht doch gar nicht so fernen Zukunft, könnte vielleicht sogar auch Niedersachsen oder genauer: die Spielgemeinschaft Niedersachsen / Bremen (die eigentlich eine eigene Turnierordnung hat!) ihre Bedenkzeit auf »Bundesliga-Standard« bringen.

Außerdem sollte erwogen werden, ob wir denn nicht mit dieser oder jener Firma eine Kooperation eingehen könnten. Die Schachspieler würden z. B. Geld erhalten, einen Raum zur Verfügung gestellt bekommen, würden ein größeres (wiederkehrendes) Turnier namens »Firma-xy-Open« anbieten und bewerben, im Gegenzug würde man sich den Werbemaßnahmen der entspr. Firma öffnen. Wie genau, wo, mit wem ... nun, am Stammmtisch werden keine Verträge gemacht.

Wie nebenbei wurde bekannt, dass der Landesschachbund weiterhin in den Vereinen nach einem Nachfolger des laut eigener Ankündigung ausscheidenden Präsidenten Hans-Joachim Steingräber suche und sich über Vorschläge freuen wird. Erfolgen diese Vorschläge nicht, besteht die Möglichkeit, dass der jetzige Protokollführer, Ralf Mulde, für das Präsidenten-Amt kandidiert, vielleicht (!!) sogar der jetzige Präsident seine Erfahrung nicht verloren gehen lassen würde und deshalb für das Amt des Vize-Präsidenten kandidiert und so unter dem Strich nurmehr ein neuer Protokollchef gesucht werden würde. Mulde sagte zu, dafür bereit zu sein.

Über all das also wurde in froher Runde sinniert und gelacht, gesprochen und gedacht. Nach dem zweiten, dritten Getränk war's bald schon knapp elf geworden und so verabredeten wir, diesen netten Stammtisch ungefähr alle zwei Monate am jeweils zweiten Mittwoch um acht Uhr stattfinden zu lassen; sollte dann gerade Fußball oder etwas anderes Herausragendes stattfinden, hindert uns nichts, das Ganze um eine Woche zu verschieben.

Ralf Mulde

Der Kommentar

Na also, es geht doch! Schon auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung zum Thema Finanzen hat mich die ungewohnt sachliche Diskussion positiv überrascht. Dem vorliegenden Bericht entnehme ich, dass tatsächlich mehr Leuten als dem Vorstand plus zwei, drei anderer Schachfreunde daran gelegen ist, das Schach in Bremen insgesamt voran zu bringen.

Die Schacholympiade 2008 liegt näher, als manch einer glauben möchte. Veranstaltungen wie die hier vorgestellte Idee eines Massenevents auf dem Marktplatz benötigen einen gewissen planerischen Vorlauf. Unabhängig davon, ob dieser Gedanke realisiert werden kann, muss Bremen in dieser Hinsicht nachziehen. Die Simultantournee der Nationalteams hat unser Verband vollständig ignoriert, die restlichen Termine sind komplett ausgebucht. Vielleicht lässt sich aber mit den Ausländern des SV Werder etwas organisieren? Spieler wie Pelletier, Nybäck, Schandorff oder auch Skripchenko werden voraussichtlich für ihr jeweiliges Land in Dresden antreten. – Nur ein weiterer kleiner Denkanstoß ggf. für den nächsten LSB-Stammtisch.

In jedem Fall tut sich in Bremen einiges – endlich, möchte man fast sagen. Wenn alle Vertreter einsehen, dass in dieser Hinsicht alle Vereine an einem Strang ziehen, profitiert der Verband garantiert von dieser Initiative. Auf ein gutes und aktives 2007!

Raimund Klein

2006-12-15