Neue Turnierordnung: zum Geleit

Was hat sich gegenüber der »alten« Turnierordnung geändert?

a) Der Aufbau ist anders geworden. Was zu Mannschaftskämpfen gehört, steht dort. Was aber zu Einzelwettkämpfen gehört, steht eben da. Dadurch sind einige Wiederholungen aufgetreten, die aber gewollt sind. Nicht mehr gewollt ist, dass der Leser dauernd von einem Kapitel zum anderen blättern muss, wenn er sich über einen bestimmten Zusammenhang informieren möchte.

b) Die Staffelleiter und der Koordinator für Mannschaftskämpfe sind in ihren Aufgaben und in dem, was sie eben nicht tun müssen, klar beschrieben und zwar in 2.1 und 30.2

c) Sämtliche Sanktionen und Strafen sind im »Bußgeldkatalog« in 38. zusammengefasst worden. Sie gehorchen dem drei-stufigen Schema: »schlim« = 60,– Euro, »ganz schlimm« = 120,– Euro, »nicht auszuhalten« = 180,– Euro. Hier ist jetzt Sicherheit über die einzelnen Möglichkeiten des Rückzuges bzw. Nichtantretens im laufenden Wettbewerb geschaffen worden.

Von besonderem Interesse könnte hier 38.2.2. sein, nach dem nämlich ein rechtzeitig abgesagter Mannschaftskampf selbstverständlich immer noch verloren ist, dass er aber nichts mehr kosten wird. Der Grund liegt im Gegenteil: Sagt keiner ab und lässt die Heimmannschaft frühmorgens durch Eis und Schnee tapsen und dann eine Stunde vergebens vor den Brettern warten, muss das bestraft werden.

d) Die Spielbedingungen haben Eingang in die Turnierordnung gefunden. Sie sind weich gefasste Bestimmungen, die sich so auch im Regelwerk des Deutschen Schachbundes bzw. der Schachbundesliga finden, wobei als übertrieben Empfundenes (blendfrei, Abstände der Tische, ...) weggelassen wurde. Hingegen wird man alles, was den nun geforderten Spielbedingungen nicht entspricht, als unzumutbar beschreiben können.

e) Die Bedenkzeit ist geändert worden. Es sind jetzt 6 Stunden Gesamtspielzeit (also 2 Std. / 40 Zg. + 1 Std. Rest), was inzwischen deutscher Standard ist.

Liebe Freunde! Über diesen Punkt wird sehr lange diskutiert werden, weil a) hier jeder mitreden kann und b) es sehr viel weiter gehende Vorstellungen einer radikalen Bedenkzeit-Verkürzung gibt.

f) Die »15-Min.-Regel«: Noch nicht entschließen konnten wir uns dazu, diese eigentlich sinnvolle Regelung aus Niedersachsen zu übernehmen, nach der 15 Minuten vor dem festgesetzten Beginn alle Spieler vollzählig angetreten sein und die Aufstellungen abgegeben sein müssen. Wir stellen das zur Diskussion. Dann bleibt Zeit, z. B. anzusagen, wo der Kaffee steht, wie viel er kostet, wo sich die Waschräume befinden und dass alle mitgebrachten Handys hiermit als angemeldet betrachtet werden und abzustellen sind und dennoch pünktlich um 10:00 h anzufangen. - - - Ich stelle anheim, die »15-Min.-vor-Regel« aufzunehmen.

g) Im Dähne-Pokal hat sich etwas verändert: Es soll schon nach dem ersten Remis geblitzt werden, die Wiederholungspartie gibt es nicht mehr. Weil es sich hier um einen Bundes-Wettbewerb handelt, fragen wir nach, ob wir diese Regel überhaupt ändern dürfen.

h) Beabsichtigt ist, die Vereine in ihrer Termingestaltung freier zu machen. Wenn einer am z.B. Sonntag, 19. Nov. nicht spielen mag, soll er frei sein, am Freitag, 17. Nov. oder am Sonnabend oder meinetwegen am Dienstag und zwar zu welcher Uhrzeit auch immer zu spielen. Die Turnierordnung lässt das schon jetzt zu, man muss das nur entsprechend klarstellen. Es wird vermutlich keinen wirklich massenhaften Gebrauch dieser Möglichkeit geben. Dennoch ist 19.2.2. in entsprechender Weise neu formuliert worden.

i) Der Fahrtkosten-Ausgleich ist gestrichen worden. Diese Fitzelbeträge haben nie im Spielbetrieb des kleinen Bremen etwas gebracht, machen aber unglaublich viel Arbeit beim Ausrechnen. Also weg damit. Ersatzweise wäre über einen Pauschalbetrag für die Vereine an der Peripherie nachzudenken.

j) »Höhere Gewalt« wurde abgeschafft und durch die in 37.2 aufzufindende Formulierung ersetzt.

k) Zu umständliche und kaum verständliche Formulierungen wie (alt) »Maßgeblich ist das Alter, das vor dem 1. Januar des der Austragung folgenden Kalenderjahres erreicht wird.« wurden leichter verständlich gemacht, wobei gerne Anleihen bei Turnierordnungen anderer Landesverbände genommen wurden.

l) Peter Schwenteck wird noch einen Turnierkalender des Deutschen Schachbundes zusammentragen, der auch die jeweiligen Meldetermine umfasst. Auf diese Weise können bei den einzelnen Bremer Turnieren die ungefähren Zeiträume oder gar Fixdaten festgeschrieben werden, wie das jetzt bei der Bremer Einzelmeisterschaft und der Schnellschach... gemacht worden ist. Es wäre gut, wenn mehr Turniere einen festen Termin erhielten, so wie es früher der Bußtag beim Blitzen war.

m) Abseits von dieser Turnierordnung: Das alte Bremer »Offene Kandidatenturnier« könnte unter einem anderen Namen auferstehen. Es soll eine Art Bremer Einzelmeisterschaft sein, die am Abend (mit entprechend verkürzter Bedenkzeit) in einem oder mehreren Vereinen ausgetragen wird. Hier sollte die Zusammenarbeit mit dem Betriebsschach gesucht werden.

n) Angehängt ist, wohl erstmals, die Spielordnung Niedersachsen/Bremen, damit das lästige Blättern endlich mal aufhört.

Ralf Mulde