Neuer Vorstand des Bremer Landesschachbundes gewählt

Der neue Präsident des Landesschachbundes ist der frisch promovierte Dr. Oliver Höpfner, SV Werder, der auf den aus privaten Gründen zurückgetretenen Hans-Joachim Steingräber folgt und seine als Schatzmeister und Zweiter Vorsitzender des Verbandes gewonnenen Erfahrungen bruchlos weiterführen kann. „Die Hauptaufgabe des Vorstandes wird in den nächsten Jahren sein, wieder mehr Mitglieder für die Vereine zu gewinnen, um den Verband mindestens wieder auf den Stand zu bringen, den er vor zehn und zwanzig Jahren hatte“, umschrieb er die Kernaufgabe. Ein noch größeres Turnierangebot, eine aktualisierte Homepage, die Stärkung der Aktivitäten in der Öffentlichkeit und im Freizeitschach sollen dabei helfen. „Selbstverständlich soll das bisher Erreichte, zum Beispiel der gut funktionierende Punktspielbetrieb dabei weiter gepflegt und ausgebaut werden.“

Zum Vizepräsidenten des Landesschachbundes wurde Ralf Mulde, Findorff, gewählt. Er wird im Vorstand für den direkten Kontakt mit den Bremer Vereinen zuständig sein, für die Übermittlung und Weiterleitung von Informationen und für schnelle Hilfen, falls sie nötig sein sollten, während dem Präsidenten die Repräsentation nach innen und außen und die Planung und Koordination der einzelnen Ressorts obliegen wird. „Wir werden unsere Aufgaben in enger Absprache lösen“, versprach Ralf Mulde.

Ein neuer Schriftführer wurde als Nachfolger des Findorffers gefunden und gewählt: Thorsten Ahlers, ebenfalls Findorff, tritt als des Schreibens Kundiger in den Landesvorstand ein.

Der vierte und vermutlich wichtigste Mann im Kernvorstand ist der Schatzmeister. Das Geld der Bremer Schachspieler wird künftig von Horst Rauer, SV Werder, verwaltet und zusammengehalten. Alle Wahlen erfolgten einstimmig.

Noch eine andere Personalie wurde zur Erleichterung aller geklärt. Die „Rochade“ wird einen neuen Redakteur bekommen, weil der bisherige Chefjournalist, Raimund Klein, leider (und ausgerechnet!) beruflich nach Hamburg umzieht, was ihm, zusamen mit der nun im neuen Job nicht mehr verfügbaren Zeit, die Fortführung der bisherigen und überaus verdienstvollen Zeitungs-Tätigkeit unmöglich macht. Ein Nachfolger wurde gefunden! Es ist Ragnar Händel, Achim, von dem in der nächsten Ausgabe ein kleines Porträt folgen soll. Der Vorstand des Landesschachbundes ist sehr froh über seine Bereitschaft, sich für die „Rochade“ einzubringen.

Im Bereich Freizeit- und Breitenschach wurde die bisherige Amtsinhaberin Katja Fahrenholz, Delmenhorst, wiedergewählt. Ihr Ressort ist eng verzahnt mit dem der Öffentlichkeitsarbeit, aber auch mit dem des Turnierleiters. Der Deutsche Schachbund sieht „Breitenschach“ da, wo „Leistungsschach“, also der professionelle Bereich, aufhört. Das ist auf der Länderebene, jedenfalls in Bremen, ein wenig anders. Der Erfinder dieses Ressorts war ein Bremer, nämlich Claus Strümpler. Von hier ging damals der Impuls zum Deutschen Schachbund hin. Damals allerdings war mit „Breitenschach“ wohl eher das gemeint, was sich in manchen Cafés, in Schulen, im Betriebsschach, in Senioren- und Jugendtreffs und gewiss auch auf so mancher sonniger Parkbank abspielte. Wir werden diese Ideen wieder aufnehmen.

Der „DeutschlandCup“, nämlich jenes Turnier, das in sehr viele DWZ-Gruppen unterteilt wird, so dass wirklich jede(r) zum Sieger werden kann und das im Ramada-Verfahren ausgetragen werden wird, richtet sich auch und vor allem an den Vereinsspieler von Stadtliga bis D-Klasse. Für den Deutschen Schachbund ist dies das heutige Breitenschach. Der Landesschachbund siedelt den DeutschlandCup in das normale Wettkampfgeschehen und damit beim Landesturnierleiter Peter Schwenteck an.

Mehr Mitglieder braucht das Schach! Wir wollen Schach präsenter, sichtbarer machen, wollen es normal sein lassen, dass allerorten Schach gespielt wird, wollen es normal sein lassen, dass man sich mit Schach beschäftigt und wollen die soziale Funktion von Schach herausstellen, bei dem nicht nur Jung & Alt zusammengebracht wird, sondern sich auch so manchem, zuvor als ein wenig „schwierig“ geltendem Jugendlichen Konzentration, Stillsitzen und nicht zuletzt „soziale Kompetenz“ im Umgang mit Vereinskameraden jeden Alters vermittelt. Vor allem aber hat der Öffentlichkeitsreferent des Landesschachbundes die Aufgabe, den Vereinen bei deren Aufgabe zu helfen, die eigene Tätigkeit, die eigenen Vorhaben, das von ihnen Erreichte vor allem in ihrem regionalen Einzugsbereich darzustellen. Diese Aufgaben übernimmt nun Gunnar Sieber, Findorff.

Manches muss auch so bleiben, wie es ist, Bewährtes sowieso. Wiedergewählt wurde deshalb einer der Aktivsten des Vorstandes, nämlich Wolfgang Bauer als Referent für die Senioren. Die ganz erstaunlichen Erfolge der Bremer Senioren der letzten Jahre fallen in seine Amtsperiode.

Im Amt geblieben sind Ulrike Schlüter, Jugend, der Turnierleiter Peter Schwenteck, der Verwalter aller Mitgliederdaten und vor allem der Elo- und DWZ-Zahlen, Siegfried Wetjen und die Referentin für Frauenschach, Andrea Wenke. Keine Besetzung gelang für das Amt des Referenten für Ausbildung, nachdem Tim Boese nicht wieder kandidierte. Das muss keine Panik erzeugen, denn wir haben in Bremen in den letzten Jahren ein wenig „auf Vorrat“ Turnierleiter und Schiedsrichter schulen können, aber natürlich wird auch dieser Posten bald wieder besetzt werden müssen.

Weitere Wahlen ergaben Ronald Fleck, BSG, als neuen Kassenprüfer, Richard Wagner als neues Mitglied des Ehrenrates und Joachim Kropp, West, der im Spielausschuss dem zurückgetretenen Thorsten Ahlers folgte. „Jedes Vorstandsamt ist mit der Tätigkeit im Spielausschuss unverträglich, deshalb trete ich zurück“, erläuterte der neu gewählte Verbands-Schriftführer Ahlers.

Die neue Turnierordnung sollte erst zusammen mit den Änderungsanträgen in der seperaten Versammlung am 4. Juli 2007 diskutiert und beschlossen werden. „Anträge oder Vorschläge zur Änderung der in der Rochade abgedruckten neuen Turnierordnung können und sollen noch immer eingebracht werden“, sagte Ralf Mulde. „Das Thema geht jeden Bremer Schachspieler an, wir sollten auch in den Vereinen eine sehr breite Diskussion führen, gerade die Spielpause nach dem späten Saisonschluss am 6. Mai bietet uns allen dazu eine gute Gelegenheit!“

So wandte sich die letzte Debatte des Tages der Homepage des Landesschachbundes zu. Präsident Dr. Höpfner sagte zu, dass eine gründliche Überarbeitung der Seite zum Beginn der nächsten Saison erfolgt sein werde. Er gab zu bedenken, dass „Gustaf Mossakowski, dem die jetzige Homepage gehört, sie dem Landesschachbund großzügig verfügbar gemacht und ihm damit aus einer Notsituation geholfen hat. Gustaf Mossakowski hat aber von vornherein immer unterstrichen gehabt, dass er keine Aktualisierungen dieser Seite vornehmen wolle und das ausschließlich Präsident Steingräber - und später einigen anderen - überlassen. Es ist also kein Vorwurf, dass die Seite jetzt nicht aktuell ist. Trotzdem müssen jetzt rasch die Inhalte erneuert und natürlich auch zahlreiche Umgestaltungen vorgenommen werden. Vor allem muss man die Ergebnisse der Bremer Mannschaftskämpfe auf dieser Seite nachlesen können, ohne sichtbar irgendwo anders hin geleitet zu werden.“ In diesem Zusammenhang vergaß der Präsident natürlich nicht, Manfred Marach zu danken, der die Ergebnisse der Bremer Ligen zuverlässig und immer, sobald er sie hatte, im Internet auf der Syker Seite stets jedermann zugänglich gemacht hatte.

Ralf Mulde

2007-04-14