Handicapschach

FIDE-Schach Trainingseffekt

Stärkere Spieler erhalten ein Handicap, um den Spielstärkeunterschied auszugleichen.

Zeit: Für ein Blitzturnier können die Teilnehmer gleichmäßig nach Spielstärke (z. B. Wertungszahl) in drei Gruppen A, B und C eingeteilt werden. Spieler der Gruppe A (stärkste Spieler) erhalten vier, der Gruppe B fünf und der Gruppe C (schwächste Spieler) sechs Minuten Bedenkzeit.

Material: Oft werden auch Bauern oder sogar Figuren vorgegeben. Dies war früher bei Spielen von Amateuren gegen Schachmeister weit verbreitet.

Varianten

Kücknitzer Handicap

Für ein Schnellschach-Turnier starten Spieler der Gruppe A mit 20, der Gruppe B mit 25 und der Gruppe C mit 30 Minuten Bedenkzeit (Einteilung wie oben).

Ein Sieg bringt 50, ein Remis 25 Punkte. Vor der Bekanntgabe der Paarungen der Runde kann jeder Spieler eigene Bedenkzeit gegen zusätzliche Punkte eintauschen. Dabei müssen aber mindestens 10 Minuten auf der Uhr verbleiben. Verliert so ein Spieler der Gruppe C mit 10 Minuten Zeit, bekommt er trotzdem noch 20 Punkte.

Beim Schweizer System erfolgt die Paarung nach Punkten, egal ob durch Spiel oder durch Tausch erzielt.

Jan-Reiners-Turnier

Pro Spielpaarung in einer Runde des Turniers werden vier Partien gespielt: mit dreißig, mit 15 und dann zweimal mit fünf Minuten Bedenkzeit. Davon wird ein DWZ-Handicap abgezogen: dem stärkeren Spieler werden für je 100 Punkte Unterschied bei der Wertungzahl 10% der Bedenkzeit abgezogen. Mindestens 20% der Bedenkzeit muß er aber behalten. Beispiel: Spieler Müller hat 2317 DWZ-Punkte, Spieler Lehmann bringt es auf eine DWZ von 1713. Müller hat 604 Punkte mehr, muß also auf 60% der Zeit verzichten. Bei den Partien verbleiben ihm zwölf, sechs und zwei Minuten Bedenkzeit.

Insgesamt werden zehn Punkte pro Paarung verteilt: fünf für die 30-Minuten-Partie, drei für die 15-Minuten-Partie sowie je einen für die Blitzpartien.


Diese Variante ist in »Schach mal anders« aufgeführt.