Marseiller Schach

Weitere Namen: Zweizugschach, Doppelzugschach

Für Variantenturnier

Der Spieler am Zug zieht zweimal hintereinander.

Diese Variante ist erstmals um 1925 in Marseille gespielt worden (daher der Name) und hat sogar Weltmeister Aljechins Interesse hervorgerufen. Dabei muß ein Schachgebot im ersten Zug abgewehrt werden (ist dies nicht möglich, so ist der Spieler matt). Man darf die gleiche Figur auch zweimal ziehen, Könige dürfen aber nicht durchs Schach gehen. Wird mit dem ersten Zug Schach geboten, so entfällt der zweite Zug. Kann ein Spieler keinen zweiten Zug machen, so ist die Partie patt (= Unentschieden).

Weiß am Zug
  ABCDEFGH
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........
........
........
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.....KD.
.......k
........

Beispiel: Schwarz am Zug, Pattstellung, da nach Kh1 kein regelgerechter Zug möglich ist.

Die folgende Partie ist wahrscheinlich die bekannteste Partie aller Schachvarianten.

A. Fortis - A. Aljechin, 1925

1. b3, Lb2 b6, Lb7 2. e4, Le2 Le4:, Lc6 3. a4, a5 a6, b5 4. Lxb5, Le2 Lxg2, Lc6 5. Sh3, Tg1 e5, Sf6 6. Lxe5, Sg5 (mit doppelter Drohung gegen die schwarze Dame) Sg4, Sxf2 7. Kxf2, d4 (angeblich gewann Kxf2, Tg3) Dxg5, Df5+ 8. Ke1, Ld3? Dxd3, Dxd1 9. Kxd1, Lg3 Ld6, Lxg3 10. Txg3, Sc3 f5, f4 11. Tg1, Te1+ Kd8, Lf3+, 12. Kd2, Kd3 Lg2, f3 13. Ke3, Kf2 Sc6, Sxd4 14. Se2, Sxd4 c5, cxd4 15. Tad1, Txd4 Te8, Txe1 16. Kxe1, Td2 Tc8, Tc6 17. Tf2, Kd2? g5, Td6+ 18. Ke3, c3 h5, Te6+ 0-1

(Quelle der Partie: Encyclopedia of Chess Variants)

Varianten

Weiß am Zug
  ABCDEFGH
...K..ls
...b.b.k
...D.bt.
....b.bd
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........
........
........

Petrovic, 1960 – Weiß zieht und gewinnt in drei Doppelzügen:

1.Df8, Ke7 (droht Dg7, Dxh7) Dh6, Dxf8 2. Ke6, Kf5 und im nächsten Zug kann Weiß den schwarzen König schlagen


Diese Variante ist in »Schach mal anders« aufgeführt.